
Das US-Finanzministerium hob am Freitag die Wirtschaftssanktionen gegen Tornado Cash auf, einen Dienst zum Mischen von Kryptowährungen, der beschuldigt worden war, illegale Finanzaktivitäten, darunter Geldwäsche für nordkoreanische Hacker, zu ermöglichen.
Der Schritt folgt einer Klage von Kryptowährungsbefürwortern und einem Gerichtsurteil, das die Sanktionen als Überschreitung der Befugnisse des Finanzministeriums einstufte.
Tornado Cash, das es Nutzern ermöglicht, die Herkunft und das Ziel digitaler Transaktionen zu verschleiern, wurde 2022 vom Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums auf die schwarze Liste gesetzt.
Die Aufsichtsbehörden behaupteten, die Plattform sei zur Geldwäsche von über 7 Milliarden Dollar an illegalen Geldern genutzt worden, darunter 455 Millionen Dollar, die von der nordkoreanischen, staatlich unterstützten Hackergruppe Lazarus gestohlen wurden.
Obwohl die Sanktionen aufgehoben wurden, betonte das Finanzministerium, dass Nordkoreas Cyberkriminalität weiterhin eine ernsthafte Bedrohung darstelle.
Beamte erklärten, die Regierung werde weiterhin andere Maßnahmen zur Bekämpfung des Missbrauchs digitaler Vermögenswerte für kriminelle Zwecke prüfen.
„Digitale Vermögenswerte bieten enorme Chancen für Innovation und Wertschöpfung für die amerikanische Bevölkerung“, sagte Finanzminister Scott Bessent.
„Die Sicherung der digitalen Vermögenswertebranche vor Missbrauch durch Nordkorea und andere illegale Akteure ist unerlässlich, um die Führungsrolle der USA zu festigen und sicherzustellen, dass die amerikanische Bevölkerung von finanziellen Innovationen und Inklusion profitieren kann.“
Der TORN-Token von Tornado Cash verzeichnete nach der Entscheidung des Finanzministeriums einen Anstieg von über 75 %, was eine deutliche Marktveränderung darstellt.
Rechtsstreit und Gerichtsurteil
Die Entscheidung, die Sanktionen aufzuheben, folgt auf einen langwierigen Rechtsstreit, der von sechs Tornado Cash-Nutzern angestrengt wurde und von der Cryptocurrency exchange Coinbase finanziell unterstützt wurde.
Die Kläger argumentierten, die Sanktionierung von Open-Source-Software stelle eine Verletzung der Meinungsfreiheit dar und behindere die technologische Entwicklung.
Ein Bundesberufungsgericht entschied im November 2024 zu ihren Gunsten und stellte fest, dass das Finanzministerium seine Befugnisse überschritten hatte.
Das Gericht entschied, dass die unveränderlichen Smart Contracts von Tornado Cash nicht die rechtliche Definition von „Vermögen“ gemäß den US-Sanktionsgesetzen erfüllten, wodurch die Einstufung durch das OFAC nach dem International Emergency Economic Powers Act ungültig wurde.
Richter Don Willett, der die Urteilsbegründung verfasste, räumte ein, dass die Technologie zwar für illegale Zwecke missbraucht werden könnte, die Verantwortung für die Regulierung solcher Instrumente jedoch beim Kongress und nicht bei der Justiz liege.
Das Urteil warf umfassendere Bedenken hinsichtlich der Anwendung finanzieller Sanktionen durch US-Behörden in der sich schnell entwickelnden Welt der dezentralen Finanzen auf.
Wie sich die Regulierung von Kryptowährungen unter Trump entwickelt
Die Haltung der Biden-Regierung zur Regulierung von Kryptowährungen ist in die Kritik geraten, insbesondere da sich der ehemalige Präsident Donald Trump als kryptofreundlicher Kandidat positioniert hat.
Anfang des Monats unterzeichnete Trump eine Exekutivanordnung zur Einrichtung einer strategischen Kryptowährungsreserve und veranstaltete ein Gipfeltreffen im Weißen Haus mit Branchenführern, um regulatorische Änderungen zu besprechen.
Die rechtliche Prüfung von Tornado Cash ist derweil noch nicht abgeschlossen.
Mitbegründer Roman Storm wartet in den USA auf seinen Prozess wegen des Vorwurfs, illegale Transaktionen im Wert von über einer Milliarde Dollar ermöglicht zu haben.
Ein weiterer Entwickler, Alexey Pertsev, wurde im vergangenen Jahr in den Niederlanden wegen Geldwäsche zu mehr als fünf Jahren Gefängnis verurteilt.
Die Aufhebung der Sanktionen gegen Tornado Cash verdeutlicht die anhaltende Spannung zwischen Regulierungsbehörden und der Kryptowährungsbranche, da Regierungen weltweit darum ringen, finanzielle Innovation mit der Notwendigkeit von Aufsicht und Sicherheit in Einklang zu bringen.
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