
Der FTSE 250-Index ist in eine Korrektur übergegangen, nachdem er gegenüber seinem Jahreshoch um 10 % gefallen ist. Er sank auf £21,500, seinen niedrigsten Stand seit November 2025, vor dem Hintergrund von Sorgen über den anhaltenden Iran-Krieg und dessen Auswirkungen auf die Inflation.
Britische Mid‑Cap-Aktien sind in eine Korrektur geraten
Der FTSE 250-Index ist in den letzten Wochen gefallen, da sich die globalen Aktienmärkte angesichts des anhaltenden Iran-Krieges weiter abwärts bewegten.
Der Krieg hat zu einem Anstieg der Energiepreise im Vereinigten Königreich geführt: Öl- und Gaspreise sind seit Beginn des Krieges im Februar um mehr als 50 % gestiegen.
Die britischen Gaspreise schossen am Donnerstag in die Höhe, nachdem Iran die größte Erdgas-Anlage in Katar bombardiert hatte, was erhebliche Schäden verursachte, deren Reparatur Analysten zufolge Monate oder Jahre dauern dürfte.
Infolgedessen gab die Bank of England(BoE) am Donnerstag eine sehr restriktive Erklärung ab. Sie beließ die Zinssätze unverändert und deutete an, in diesem Jahr möglicherweise zwei Zinserhöhungen vorzunehmen. Goldman Sachs hingegen geht davon aus, dass die Bank die Zinsen in diesem Jahr unverändert lässt und erst 2027 anhebt.
Die BoE sieht sich mit Stagflationsängsten konfrontiert, die durch hohe Inflation und langsames Wirtschaftswachstum gekennzeichnet sind. Die jüngsten Daten zeigten, dass die britische Inflation im Januar weiterhin über 3,8 % liegt, während das Wirtschaftswachstum weitgehend stagniert.
Top-Aktien im Vereinigten Königreich sind eingebrochen
Die meisten Unternehmen im FTSE 250-Index sind in den vergangenen 30 Tagen eingebrochen, da der Iran-Krieg andauert.
Vistry Group, einer der führenden britischen Hausbauer, ist in den letzten 30 Tagen um 50 % gefallen, da die Nachfrage nach Häusern zurückgeht. Das Unternehmen hat die Preise stärker gesenkt als die Wettbewerber, da die Nachfrage abnimmt. Ein aktueller Bericht von RBC stellte fest, dass bei 43 % der gelisteten Immobilien Preissenkungen vorgenommen wurden. Andere Unternehmen wie Barratt, Redrow und Persimmon sind in den letzten Monaten ebenfalls stark gefallen.
Die Wizz Air-Aktie ist in den letzten 30 Tagen um 38 % eingebrochen, da die Kerosinpreise stark gestiegen sind. Andere Fluggesellschaften wie IAG und EasyJet sind in den vergangenen Wochen ebenfalls abgestürzt.
Aston Martin-Aktienkurs ist in den letzten 30 Tagen um 37 % gefallen, da das Unternehmen in den vergangenen Monaten stark unter Druck geraten ist. Tatsächlich ist die Aktie seit ihrem bisherigen Höchststand um über 90 % gefallen. Dieser Rückgang erfolgte, da die Umsätze eingebrochen sind und die Verschuldung gestiegen ist.
Die Close Brothers-Aktie fiel in den letzten 30 Tagen um 28 %. Dieser Rückgang folgte, nachdem ein Leerverkäufer angekündigt hatte, dass das Unternehmen wahrscheinlich mehr Geld zahlen müsse, um Versicherungsansprüche beizulegen. Weitere große Verlierer im FTSE 250-Index waren Unternehmen wie Hays und PageGroup, zwei bekannte Namen in der Personalvermittlung.
Weitere Verlierer waren Unternehmen wie Bellway, Genuit Group, Atalaya Mining und Carnival Group. Auf der anderen Seite gehörten Trustpilot, Ithaca Energy, Harbour Energy, Softcat und Mony Group zu den stärksten Gewinnern.
Technische Analyse des FTSE 250-Index

FTSE 250-Index-Chart | Quelle: TradingView
Das Tageschart zeigt, dass der FTSE 250-Index in den letzten Wochen eingebrochen ist und sich vom Höchststand von £23,756 auf aktuell £21,560 bewegt hat.
Er ist unter die 50-Tage- und 200-Tage-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitte gefallen, was den bärischen Ausblick bestätigt. Er ist unter das 23,6%-Fibonacci-Retracement-Niveau bei £23,213 gefallen.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) und der Percentage Price Oscillator (PPO) sind weiterhin gefallen und befinden sich auf dem niedrigsten Stand seit Monaten. Daher wird der Index voraussichtlich weiter fallen, da Verkäufer das nächste wichtige Ziel bei £21,000 anvisieren.
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