Ralf Anders: Veralto Corp.

Es wird Sommer, Grillsaison! Doch mit den warmen Tagen wächst auch vielerorts die Sorge vor Hitzewellen, Waldbränden und Wasserknappheit. Damit rücken Unternehmen in den Fokus, die Wassermanagement wirklich beherrschen.

Veralto (WKN: A3ES7Q) bündelt in seiner Water-Quality-Sparte einige der führenden Marken der Branche. Sie decken den gesamten Wasserkreislauf ab – von der Überwachung von Grund- und Oberflächenwasser über die Analyse und Aufbereitung von Prozess- und Trinkwasser bis hin zur UV-Desinfektion und datengetriebenen Steuerung von Wasserinfrastrukturen.

Das Wassergeschäft der Danaher-Abspaltung wird ergänzt durch das Segment Product Quality & Innovation: fortschrittliche Markierungs- und Rückverfolgbarkeitssysteme für Konsumgüter und Pharma, intelligentes Verpackungsmanagement sowie Inspektionslösungen. Auch die ikonische Farbmanagementmarke Pantone gehört dazu. 

Dieses robuste Portfolio, das regelmäßig durch Zukäufe verstärkt wird, gibt es aktuell zu einer moderaten Bewertung. Im Juni schaue ich mir Veralto deshalb besonders genau an.

Ralf Anders besitzt keine Aktien von Veralto oder Danaher.


Caio Reimertshofer: Airbnb

Airbnb (WKN: A2QG35) gehört für mich nach wie vor zu den spannendsten Plattformunternehmen am Markt. Zuletzt hat die Aktie etwas nachgegeben, obwohl das operative Geschäft stabil wächst und der freie Cashflow hoch bleibt. Genau diese Diskrepanz eröffnet langfristig orientierten Anlegern eine Einstiegschance.

Viele Investoren blicken primär auf das scheinbar hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 30. Das greift jedoch zu kurz: Da Airbnb einen großen Teil der Vergütungen in Aktien auszahlt, drücken diese nicht zahlungswirksamen Kosten den bilanzierten Gewinn, während der Cashflow davon unberührt bleibt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis wirkt dadurch künstlich aufgebläht. 

Deutlich aussagekräftiger ist der freie Cashflow. Das Verhältnis von Unternehmenswert zu freiem Cashflow liegt aktuell nur bei rund 15 – und damit in einem sehr attraktiven Bereich, wie ich finde.

Gleichzeitig treibt das Unternehmen seine internationale Expansion voran und erweitert sein Produktportfolio. Neben den klassischen Kurzzeitunterkünften setzt Airbnb verstärkt auf Langzeitaufenthalte, Erlebnisse und neue Service-Features. Da das Plattformmodell hervorragend skaliert, verspricht dieses Zusatzgeschäft weiteres Wachstum bei ohnehin hohen Margen.

Auf Cashflow-Basis ist die Aktie somit deutlich attraktiver bewertet, als es das klassische Kurs-Gewinn-Verhältnis vermuten lässt. Wer an die langfristige Stärke des Plattformmodells glaubt, findet im jüngsten Kursrückgang daher einen spannenden Einstiegszeitpunkt.

Caio Reimertshofer besitzt Aktien von Airbnb.


Peter Roegner: Vossloh AG

Der Ausbau der Schieneninfrastruktur ist ein globaler Megatrend, um von CO2-Emissionen und verstopften Straßen wegzukommen. Die Vossloh AG (WKN: 766710) ist eines der weltweit führenden Unternehmen auf diesem Gebiet.

2025 haben die Saarländer mit Schienenbefestigungssystemen, Betonschwellen, Weichensystemen und Kreuzungen, innovativen Dienstleistungen rund um den Lebenszyklus des Fahrwegs Schiene und vielem anderen insgesamt 1,35 Mrd. Euro und damit 11 % mehr als 2024 umgesetzt.

Der Gewinn 2026 wird von buchhalterischen Effekten aus der Übernahme des Pariser Betonschwellenproduzenten Sateba im letzten Herbst belastet werden. Das hat den Kurs der Vossloh-Aktie von knapp 95 auf jetzt unter 70 Euro sinken lassen.

Uns bietet sich hier die Gelegenheit, bei dieser Qualitätsaktie noch mal günstig zugreifen zu können.

Peter Roegner besitzt keine Aktien der Vossloh AG.


Frank Seehawer: Enbridge

Meine Top-Aktie für Juni 2026 ist Enbridge (WKN: 885427). Der kanadische Infrastrukturkonzern überzeugt mit stabilen Cashflows, einer attraktiven Dividendenrendite von rund 5 % und einem defensiven Geschäftsmodell.

Es betreibt eines der größten Pipeline-Netzwerke Nordamerikas und profitiert von langfristigen Transportverträgen, die für gut planbare Einnahmen sorgen. Hohe Energiepreise und die Aussicht auf eine Energieknappheit durch KI könnten die Nachfrage deutlich steigern.

Investoren scheinen die Idee hinter der Aktie nun immer besser zu verstehen, weshalb sie zuletzt auf einem Allzeithoch notierte. Für langfristig orientierte Anleger bietet Enbridge aus meiner Sicht immer noch eine interessante Kombination aus Stabilität, Dividendenstärke und gutem Wachstumspotenzial.

Frank Seehawer besitzt Aktien von Enbridge.


Hendrik Vanheiden: Duolingo

Während der breite Aktienmarkt angetrieben von einer Euphorie rund um künstliche Intelligenz ein Allzeithoch nach dem nächsten erklimmt, ist die Aktie von Duolingo (WKN: A3CWBB) in den letzten zwölf Monaten um knapp 80 % gefallen. Die Sorge um KI-Disruption und die kurzfristige Veränderung des strategischen Fokus – Priorisierung der Lehrqualität und des Nutzerwachstums vor Monetarisierung – drücken auf den Kurs der weltweit führenden mobilen Lernplattform.

Das Multiple auf den Free Cashflow liegt nun „nur noch“ bei 11. Das empfinde ich als zu günstig. Denn Duolingo möchte selbst im aktuellen Übergangsjahr mit verändertem Fokus den Umsatz um 15 bis 18 % steigern. Zum Vergleich: 2025 lag das Umsatzwachstum bei 39 %. Initiativen wie KI-basierte Spracherkennung, Videocalls mit einem virtuellen KI-Tutor sowie die Verbreiterung des Angebots auf Bereiche wie Schach und Musikinstrumente dürften das Wachstum weiter antreiben.

Hendrik Vanheiden besitzt Aktien von Duolingo.


Henning Lindhoff: Markel

Der Versicherungssektor hat es schwer: steigende Schadensquoten, schwankende Kapitalmarktrenditen, ein skeptischer Markt. Und doch verdient ein Unternehmen besondere Aufmerksamkeit: die Markel Group (WKN: 885036) aus den USA, das vielleicht bekannteste Mini-Berkshire der Börsenwelt.

Seit dem Börsengang 1986 hat die Aktie um das 225-Fache zugelegt. Und dennoch sehe ich noch Luft nach oben. Das Versicherungsgeschäft hat sich zuletzt spürbar verbessert: Die Combined Ratio sank im ersten Quartal 2026 von 96 auf 93 %. Das ist ein klares Zeichen für profitables Underwriting. Dazu kommt externer Druck als Katalysator: Aktivist Jana Partners fordert Aktienrückkäufe von 2 Mrd. Dollar, und CEO Tom Gayner hat bereits reagiert: 10 % der Aktien sollen in weniger als fünf Jahren zurückgekauft werden.

Wer jetzt einsteigt, zahlt gerade einmal das 1,2-Fache des Buchwertes – ziemlich günstig für ein Qualitätsunternehmen mit bewährtem Geschäftsmodell. Wenn Mr. Market die Holding eines Tages wieder wie den Qualitätswert bewertet, der sie ist, könnte der heutige Kurs als lukrativer Einstiegspreis in die Geschichte eingehen.

Henning Lindhoff besitzt keine Aktien von Markel.


Peter Wolf-Karnitschnig: Ferrari

Die Ferrari-Aktie (WKN: A2ACKK) fiel Mitte Mai fast auf ein neues Dreijahrestief und selbst die mit Hochspannung erwartete Vorstellung des ersten vollelektrischen Sportwagens wurde von der Börse mit einem Kursrückgang von 5 % quittiert.

So umstritten der neue „Luce“ ist, ich glaube, dass Ferrari mit seinem ersten Elektroflitzer ein Coup gelungen ist. Mit dem neuen 4-Sitzer werden sich die Italiener eine neue Kundenschicht in Form wohlhabender Familien in China und den USA erschließen. Zudem sind die Leistungsparameter des Elektro-Ferraris so gewaltig, dass er meiner Meinung nach auch unter Sportwagenliebhabern in aller Welt genügend Anhänger finden wird.

Das Geschäftsmodell von Ferrari, eine sehr geringe Zahl von exklusiven Fahrzeugen zu sehr hohen Preisen auf den Markt zu bringen, wird meiner Überzeugung nach auch bei Elektroautos funktionieren. Für einen Luce müssen Käufer mindestens 550.000 Euro auf den Tisch legen. Es gibt genügend Menschen, die das können und wollen. Die Ferrari-Aktie wird bald wieder mächtig Gas geben.

Peter Wolf-Karnitschnig besitzt keine Aktien von Ferrari.


Der Artikel Top-Aktien für Juni 2026 ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.