
Der Nikkei 225-Index fiel drei Tage in Folge und erreichte ein Tief von ¥60,910, seinen niedrigsten Stand seit dem 7. Mai dieses Jahres. Er hat sich von diesem Monatshoch von ¥63,760 zurückgezogen, da die Rohölpreise fallen und die japanischen Anleiherenditen sprunghaft ansteigen.
Japanische Aktien fallen, da die Rohölpreise stark gestiegen sind
Der Nikkei 225 und der Topix gaben zum dritten Mal in Folge nach, da die Rohölpreise sprunghaft anstiegen. Brent, der globale Referenzwert, kletterte auf $113, während West Texas Intermediate (WTI) auf $110 stieg.
Diese Benchmarks stiegen, nachdem Präsident Donald Trump dem Iran gedroht hatte, die Zeit sei knapp. In einem kurzen Interview mit Axios warnte er, die „clock is ticking“, bevor die USA härtere Angriffe starten würden.
Trump und seine Berater hoffen, dass ein verheerender Schlag den Iran zurück an den Verhandlungstisch drängen würde.
Die Realität ist jedoch, dass ein solcher Angriff zu einem langwierigen und gefährlicheren Krieg führen würde. US-Medienberichte deuten darauf hin, dass der Iran seine militärischen Operationen wiederaufgebaut hat und jetzt voll bewaffnet ist.
Der Iran hat zudem gewarnt, er werde schwerere Angriffe auf regionale Ölinfrastrukturen führen. Er könnte auch den Schiffsverkehr im Roten Meer bedrohen, der in Reichweite seiner Raketen liegt.
Japan ist von diesen Entwicklungen stark betroffen, weil das Land Nettoimporteur von Öl ist. Daten zeigen außerdem, dass Japans Ölbestände in diesem Jahr weiter gesunken sind. Die wöchentlichen Ölvorräte sanken um 275 Millionen Liter, ein Trend, der anhalten könnte.
Sprunghafte japanische Staatsschuldrenditen
Der Nikkei 225-Index fällt außerdem, weil die Renditen japanischer Staatsanleihen anstiegen, da Anleger erwarten, dass die Inflation auf einem erhöhten Niveau bleiben wird.
Analysten warnen zudem, dass diese Renditen ein Zeichen für fiskalische Sorgen im Land sind. Außerdem hat Japan über $8,58 Billionen an Schulden, was ein Schuldenstand‑zu‑BIP‑Verhältnis von 250% ergibt.
Daten zeigen, dass die 10‑jährige Rendite Japans auf 2,77% sprang, während die 5‑jährige Rendite auf 2,01% anstieg. Die 30‑jährige Rendite stieg auf 4,19%, den höchsten Stand seit Aufzeichnungsbeginn.

Japanische Anleiherenditen | Quelle: TradingView
Diese Zahlen sind beunruhigend. Zum einen hat sich die Spanne zwischen US‑ und japanischen Renditen weiter verengt. Das könnte zu einer stärkeren Rückführung von Kapital in die hochverzinslichen japanischen Anleihen führen.
Es ist auch deshalb bedenklich, weil es bedeutet, dass die Unternehmen in Japan nun höhere Zinsen für ihre Schulden zahlen müssen. Gleichzeitig gibt es Befürchtungen, dass die Bank of Japan die Zinsen erneut anheben muss.
Technische Analyse des Nikkei 225-Index

Nikkei‑Index‑Chart | Quelle: TradingView
Das Tageschart zeigt, dass der Nikkei 225 letzte Woche ein Rekordhoch von ¥63,805 erreichte und sich dann auf aktuell ¥60,937 zurückzog.
Ein genauerer Blick zeigt, dass die Gegenbewegung nach der Ausbildung einer Tassen‑und‑Henkel‑Formation einsetzte, deren Oberseite bei ¥59,462 liegt.
Daher ist es wahrscheinlich, dass die laufende Korrektur Teil einer Ausbruch‑und‑Retest‑Formation ist. Dabei bricht ein Asset über einen wichtigen Widerstand aus und testet diesen anschließend erneut – ein häufiges Zeichen für die Fortsetzung eines Aufwärtstrends in der technischen Analyse.
Es ist daher wahrscheinlich, dass der Kurs die Unterstützung bei ¥59,462 erneut testet und dann wieder nach oben dreht. Sollte dies eintreten, könnte er den wichtigen Widerstand bei ¥63,805 erneut antesten und darüber hinausgehen.
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