
Makroökonomische Risiken, darunter wiederaufkommende Befürchtungen einer Fed-Zinserhöhung, und Bewertungsbedenken lösten jüngst Erschütterungen im Technologiesektor aus, die einen steilen Ausverkauf auslösten und Anleger unvorbereitet trafen.
Die Turbulenzen begannen in Asien, wo Südkoreas Leitindex KOSPI um etwa 10% eingebrochen ist, was einen Dominoeffekt auslöste, der sich schnell bis an die Wall Street ausbreitete.
Unterdessen fiel der iShares SOXX Semiconductor-ETF in einer einzigen Sitzung um etwa 8%, während der technologieorientierte Invesco QQQ Trust ETF rund 3% verlor.
Dennoch ruft Fundstrats Research-Chef Tom Lee zur Ruhe auf und bezeichnet den massiven Rücksetzer bei Chip-Aktien für langfristige Investoren als mustergültige Kaufgelegenheit.
Historische Daten deuten auf eine bevorstehende Erholung bei Chip-Aktien hin
Im Gespräch mit CNBC versicherte Lee jüngst den Investoren, dass der jüngste Ausverkauf bei Chip-Aktien wahrscheinlich ein zyklischer Ausrutscher sei – kein dauerhafter Trend.
Unter Berufung auf historische Daten seit 2011 wies der Marktstratege darauf hin, dass Halbleiterwerte an nur 17 Tagen um 6% oder mehr an einem einzigen Tag gefallen sind (ohne den Absturz dieser Woche).
Und in etwa 88% der Fälle wurden die Verluste vollständig aufgeholt und innerhalb eines Monats höhere Bewertungen erreicht.
„Dies hat sich im Grunde jedes Mal als kaufbarer Rücksetzer erwiesen“, argumentierte Lee – und unterstrich damit, dass historische Muster stark für eine schnelle, robuste Erholung der Chip-Aktien im nächsten Monat sprechen.
KI-getriebene Nachfrage dürfte Halbleiteraktien nach oben treiben
Die grundlegende These hinter Lees positiver Haltung liegt in der unersättlichen globalen Nachfrage nach Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI).
Während Arbeitsspeicher und Prozessoren historisch gesehen zyklisch und volatil sind, erfordern fortgeschrittene KI-Algorithmen beispiellose Mengen an Rechenleistung und physischer Infrastruktur.
Dieser Paradigmenwechsel hat den Chipherstellern eine strukturelle Unterstützung verschafft, die gängigen makroökonomischen Abschwüngen trotzt, und die breitere Dynamik ist deutlich: Seit Ende März ist der iShares Semiconductor-ETF (SOXX) um fast 90% gestiegen.
Unterdessen ist der neu aufgelegte Roundhill Memory ETF (DRAM) seit seinem Debüt Anfang April um rund 150% gestiegen und unterstreicht damit intensive Kapitalallokationen in Richtung HBM (High-Bandwidth Memory) und grundlegender Hardware.
Preissetzungsmacht macht Chip-Aktien auf dem aktuellen Niveau attraktiv
Das Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage hat den Halbleiterunternehmen ein „atypisches“ Maß an Preissetzungsmacht verschafft, das es ihnen erlaubt, die Gewinnmargen auszubauen, während Kunden hohe Overhead-Kosten tragen.
Diese operative Dynamik ist für Hardware-Giganten zu einem signifikanten Reibungspunkt geworden.
Beispielsweise hob Apples CEO Tim Cook in einem jüngsten Ergebnisgespräch ausdrücklich die operative Belastung hervor und erklärte: „Für das Juni-Quartal erwarten wir deutlich höhere Speicherkosten.“
Cook warnte, dass diese steigenden Komponentenkosten weiterhin ihre Geschäftsstrategie beeinträchtigen werden.
Das, was für Gerätehersteller eine unternehmerische Herausforderung darstellt, bleibt jedoch ein absolutes Goldgräberfeld für Chip-Investoren und zementiert die langfristige Rentabilität des Sektors – während Kapital weiterhin in Halbleiter fließt, trotz kurzfristiger makroökonomischer Volatilität und episodischer globaler Risk-off-Schocks.
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