Fast vier Jahre lang hat der Baumwollkapselwurm die Baumwollernten in den nordindischen Bundesstaaten Punjab, Haryana und Rajasthan verwüstet.

Dieser Befall hat zu einem deutlichen Rückgang des Baumwollanbaus geführt. Dieser ist seit der ersten Juliwoche von rund 160.000 Hektar im letzten Jahr auf nur noch 100.000 Hektar in diesem Jahr gesunken.

Erstmals 2017 wurde ein Befall mit dem Baumwollkapselwurm festgestellt

Der Rosa Baumwollkapselwurm, unter Bauern auch als Gulabi Sundhi bekannt, schädigt Baumwollpflanzen, indem er seine Larven in die Baumwollkapseln eingräbt, wodurch die Fasern zerschnitten und verfärbt werden und die Baumwolle unbrauchbar wird.

Es gibt wirksame Techniken zur Vorbeugung von PBW-Angriffen, diese werden von den Landwirten jedoch nicht in großem Umfang angewendet.

Der Schädling trat erstmals in der Saison 2017–18 in Nordindien an ausgewählten Orten in Haryana und Punjab auf und befiel vor allem Bt-Baumwolle. Im Jahr 2021 begann er in mehreren Distrikten in Punjab, darunter Bathinda, Mansa und Muktsar, erhebliche Schäden anzurichten, wo etwa 54 % der Baumwollanbaufläche in unterschiedlichem Ausmaß von PBW-Befall betroffen waren.

Auch aus angrenzenden Gebieten in Rajasthan wurde in diesem Zeitraum ein PBW-Befall gemeldet.

Verbreitung und Auswirkungen von PBW in Nordindien

Seit 2021 haben die PBW-Angriffe in Punjab, Haryana und Rajasthan jährlich zugenommen. In Punjab sind die betroffenen Distrikte Bathinda, Mansa und Muktsar. In Rajasthan sind Sri Ganganagar und Hanumangarh betroffen, während in Haryana Sirsa, Hisar, Jind und Fatehabad betroffen sind.

Zwei Monate nach der Aussaat in diesem Jahr tauchen in diesen Bundesstaaten erste Berichte über einen PBW-Befall auf.

Methoden zur Kontrolle der PBW-Ausbreitung

PBW verbreitet sich in erster Linie über die Luft und durch Rückstände infizierter Pflanzen, die die Bauern auf ihren Feldern hinterlassen. Diese können PBW-Larven beherbergen und künftige Pflanzen infizieren.

Infizierte Baumwollsamen sind eine weitere Quelle für die Verbreitung des Schädlings. Experten der Punjab Agriculture University in Ludhiana raten zum Versprühen von Insektiziden, sobald PBW in der Ernte nachgewiesen wird.

Eine häufige Anwendung kann nicht befallene Baumwollkapseln retten, nicht jedoch bereits befallene. Um einen zukünftigen Befall zu verhindern, empfehlen Experten, Felder mit PBW-Befall mindestens eine Saison lang nicht mit Baumwolle zu bepflanzen.

Den Landwirten wird außerdem geraten, Ernterückstände umgehend zu verbrennen und darauf zu achten, dass gesundes und ungesundes Saatgut oder Baumwolle nicht vermischt wird.

Vorsichtsmaßnahmen

Zwei grundlegende Techniken können den PBW-Ausbruch verhindern, indem sie den Paarungsprozess der Insekten unterbrechen. Diese Verfahren kosten etwa 3.300 bis 3.400 Rupien pro Acre. Bei der ersten Methode wird eine Paste mit synthetischen Pheromonen auf die Stängel der Baumwollpflanzen aufgetragen.

Diese Paste zieht männliche Insekten an und hält sie davon ab, weibliche Insekten zu finden. Dadurch verringert sich die PBW-Population.

Bei einem 4.000 Quadratmeter großen Feld mit etwa 7.000 Baumwollpflanzen muss die Paste in drei Abständen auf 350–400 über das Feld verteilte Pflanzen aufgetragen werden: 45–50 Tage, 80 Tage und 110 Tage nach der Aussaat.

Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert auch die zweite Technologie, die sogenannte PBKnot-Technologie. Dabei werden Fadenknoten mit Pheromonspendern strategisch auf den Baumwollfeldern platziert, um die männlichen Motten zu verwirren und sie davon abzuhalten, die weiblichen Motten zu finden.

Dieser Spender muss an Baumwollpflanzen gebunden werden, wenn sie 45–50 Tage alt sind.

Herausforderungen bei der Einführung

Der traditionell konservative Ansatz der Landwirte hinsichtlich der Einführung neuer Techniken und Technologien stellt bei der Bekämpfung des PBW-Befalls eine Herausforderung dar.

Der Schwerpunkt lag dabei eher auf kurativen als auf präventiven Maßnahmen, da für letztere kein unmittelbarer Bedarf besteht und sie keinen unmittelbaren Nutzen bringen.

Die Landwirte sind nicht bereit, 3.300 bis 3.400 Rupien zusätzlich pro Hektar für die Ernte auszugeben, wenn es keinen PBW-Befall gibt. Es besteht ein erheblicher Mangel an Bewusstsein und Schulung der Landwirte hinsichtlich der Anwendung dieser Präventivtechniken.

Um sicherzustellen, dass die Landwirte die neue Technologie verstehen und ihr vertrauen, sind intensive Schulungsprogramme und Sensibilisierungskampagnen erforderlich.

Ausweitung der Felddemonstrationen und Unterstützung durch den Staat und den privaten Sektor in Form von Subventionen oder finanziellen Hilfen können den Landwirten den Zugang zu diesen Technologien erleichtern.

Um PBW wirksam bekämpfen zu können, bedarf es letztlich koordinierter Bemühungen aller Bundesstaaten, in denen der Schädling verheerende Schäden anrichtet.

Eine unzureichende Bekämpfung in einem einzelnen Bundesstaat kann möglicherweise die Ernte in benachbarten Bundesstaaten zerstören, da die Schädlinge über die Luft übertragen werden können.

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