Die TKMS-Aktie sorgte in den letzten Tagen mit deutlichen Kursgewinnen für Furore. Innerhalb von nur zwei Wochen ging es für den Kurs in der Spitze um fast +40% nach oben, wodurch der seit Ende Januar bestehende Abwärtstrend durchbrochen werden konnte. Das steckt hinter der Kursrallye und so kann es jetzt weitergehen.
Kanada setzt auf deutsche U-Boote
Am Montag machten bereits Gerüchte die Runde, nun folgte die Bestätigung: Kanada will seine U-Boot-Flotte mit deutscher Technologie modernisieren und hat TKMS als bevorzugten Partner ausgewählt.
Mit der Entscheidung Ottawas ist TKMS der größte Einzelauftrag der Unternehmensgeschichte in Aussicht gestellt worden. Kanada plant die Beschaffung von bis zu zwölf U-Booten der Klasse 212CD, die gemeinsam von Deutschland und Norwegen entwickelt wurden. Das Auftragsvolumen wird auf rund 20 Milliarden € inklusive Service geschätzt.
Noch ist der Vertrag nicht unterschrieben. Zunächst sollen exklusive Verhandlungen stattfinden, die laut der kanadischen Regierung zwischen sechs und 18 Monaten dauern könnten. Die politischen Signale sind allerdings eindeutig: Kanada will seine Verteidigungskooperation mit europäischen NATO-Partnern vertiefen und seine starke Abhängigkeit von US-Rüstungsgütern reduzieren.
Für TKMS bedeutet der Auftrag weit mehr als zusätzliche Umsätze. Die Werft würde ihre Position als weltweit führender Anbieter konventioneller U-Boote weiter ausbauen und könnte ihre Fertigung in Kiel und Wismar über viele Jahre auslasten.
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Fregattenprojekt verzögert sich – aber nicht aufgehoben
Etwas gemischter fiel zuletzt die Nachricht aus Deutschland aus. Der Haushaltsausschuss des Bundestags verschob überraschend die Entscheidung über das geplante Fregattenprogramm F128. Hintergrund sind Nachforderungen einzelner Abgeordneter, die zunächst ein umfassenderes Marinekonzept sehen wollen.
An der grundsätzlichen Bedeutung des Projekts, bei dem TKMS den Vorzug vor Rheinmetall erhielt, ändert das jedoch wenig. Geplant ist die Beschaffung von zunächst vier U-Jagd-Fregatten mit einem Volumen von rund 6,6 Milliarden €. Hinzu kommt eine Option auf vier weitere Schiffe. Insgesamt könnte das Programm ein Volumen von rund 11,6 Milliarden € erreichen.
Damit verfügt TKMS gleich über mehrere milliardenschwere Wachstumstreiber, die das Unternehmen bis weit in die 2040er Jahre beschäftigen könnten.
Analysten werden zunehmend optimistischer
Die starke Auftragslage spiegelt sich auch in den Einschätzungen der Analysten wider. Die Deutsche Bank hat in einer aktuellen Studie ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 110 € bekräftigt. Die Experten sehen den möglichen Kanada-Auftrag als weiteren Beleg für die internationale Wettbewerbsstärke der Werft. Der Auftragsbestand könnte dadurch von aktuell gut 20 Milliarden € auf mehr als 40 Milliarden € anwachsen.
Auch mwb research bleibt positiv gestimmt und hält sogar ein Kursziel von 125 € für möglich. Entscheidend sei nun, dass TKMS den Rekordauftragsbestand zunehmend in steigende Gewinne und Cashflows umwandelt.
Charttechnik: 100 € werden zur Schlüsselmarke
Aus charttechnischer Sicht hat sich das Bild deutlich verbessert. Mit dem jüngsten Kurssprung wurde der seit Januar bestehende Abwärtstrend nach oben verlassen, was ein Kaufsignal zur Folge hat.
Nach der steilen Rallye setzen nun im Bereich um 100 € allerdings erste Gewinnmitnahmen ein. Das überrascht kaum, nachdem die Aktie innerhalb kurzer Zeit fast +40% aufgeschlagen hat. Gelingt dennoch ein nachhaltiger Ausbruch über die psychologisch wichtige Marke, dürfte rasch das bisherige Rekordhoch vom Börsengang am 20. Oktober bei 107 € in den Fokus rücken. Für eine detailliertere Chartanalyse, kannst Du hier weiterlesen.
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Der Kanada-Deal unterstreicht eindrucksvoll die starke Marktstellung von TKMS und könnte das Unternehmen auf Jahre hinaus auslasten. Kommt zusätzlich das deutsche Fregattenprogramm wie erwartet auf den Weg, wären die Perspektiven noch attraktiver.
Nach der beeindruckenden Kursrallye sind kurzfristige Rücksetzer und Gewinnmitnahmen zwar jederzeit möglich. Die Kombination aus rekordhohem Auftragsbestand, milliardenschweren Neubestellungen und einer starken Position im wachsenden Marineschiffbau spricht jedoch weiterhin für einen positiven langfristigen Trend.
Für Anleger dürfte die Reise deshalb trotz anhaltender Volatilität noch nicht zu Ende sein.
TKMS AG & Co. KGaA in Kürze
- TKMS (WKN: TKMS00) ist aus der Abspaltung aus dem ThyssenKrupp-Konzern entstanden. Das Unternehmen zählt zu den führenden europäischen Anbietern im militärischen Marinebereich.
- Der Hauptsitz befindet sich in Kiel, daneben unterhält der Konzern nationale Standorte in Wismar, Bremen, Hamburg und Emden. Daneben bestehen weitere internationale Standorte.
- Die TKMS-Aktie ist Mitglied im Nebenwerteindex MDAX und an der Börse aktuell mit 5,8 Milliarden € bewertet.
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