Tilray Brands

Der Aktienkurs von Tilray Brands befindet sich in diesem Jahr weiterhin im freien Fall und notiert nun auf dem niedrigsten Stand seit dem 9. Juli des Vorjahres. Kürzlich verlor er die wichtige Unterstützung bei $5.95 und liegt damit über 76% unter seinem Höchststand im Oktober des vergangenen Jahres. Ist es daher sicher, den Rückgang zu kaufen?

Tilray Brands-Aktie stürzt ab vor Hintergrund steigender Risiken

TLRY-Aktie ist diese Woche eingebrochen und notiert jetzt auf dem niedrigsten Stand seit Juli des Vorjahres. Dieser Rückgang beschleunigte sich, nachdem das Justizministerium angekündigt hatte, Cannabis neu einstufen zu wollen. Dies folgte auf eine Exekutivanordnung von Präsident Donald Trump im Januar. 

Die DEA wird ihre erste Anhörung zu diesen Änderungen hinsichtlich der Neueinstufung am 29. Juni dieses Jahres abhalten. Sollte der Prozess abgeschlossen und erfolgreich sein, würde dies die Branche grundlegend verändern, weil es Unternehmen die Tätigkeit erleichtern würde. 

Der Prozess birgt jedoch weiterhin erhebliche Risiken, darunter Klagen, unter anderem von Smart Approaches to Marijuana (SAM). Die Gruppe von Prohibitionsbefürwortern argumentiert, dass eine Lockerung der Beschränkungen gegen Bundesrecht verstoßen würde. Sie behauptet außerdem, dass dies der öffentlichen Gesundheit schaden werde.

Daher ist es wahrscheinlich, dass die laufenden Rechtsverfahren den Neueinstufungsprozess langfristig verzögern werden. Zum Beispiel stießen Joe Bidens Versuche, die Klassifizierung zu ändern, auf erhebliche Verzögerungen, und er verließ das Präsidentenamt, bevor sie abgeschlossen waren.

Eine erfolgreiche Neueinstufung wäre gut für die 50-Milliarden-Dollar-Branche, die auf Bundesebene mit mehreren Hürden konfrontiert ist. Von der FDA zugelassene Marihuana-Produkte würden in eine Kategorie mit geringem bis mäßigem Missbrauchspotenzial eingeordnet.

Tilray Brands, das mehrere Produkte wie Mollo, Good Supply und Redecan vertreibt, ist in den Vereinigten Staaten nicht stark präsent. Stattdessen verkauft es seine Produkte in über 20 Ländern, darunter Kanada und Deutschland.

Das Management hat stets auf die regulatorischen Herausforderungen in den USA hingewiesen, wo Cannabis als kontrollierte Substanz eingestuft ist. Man hat auf einen möglichen Markteintritt in die USA verwiesen, sobald sich das regulatorische Umfeld ändert. Das Unternehmen sagte kürzlich:

„Tilray ist bereit, mit Regulierungsbehörden und Gesundheitsdienstleistern zusammenzuarbeiten, um den Zugang zu medizinischem Cannabis verantwortungsvoll zu erweitern und die Zukunft dieser Branche in den Vereinigten Staaten mitzugestalten.“

Getränkesparte kämpft weiterhin

Tilray Brands hat sein Geschäft durch Akquisitionen ausgebaut. Konkret hat das Unternehmen Millionen ausgegeben, um Getränkemarken von Firmen wie AB InBev und Molson Coors zu erwerben. Ziel ist es, ein bedeutender Akteur im Alkoholgeschäft zu werden.

Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass das Geschäft weiterhin kämpft, da der Bierkonsum weltweit zurückgeht. Beispielsweise zeigten die jüngsten Finanzergebnisse, dass der Getränkeerlös im dritten Quartal auf $42.6 million sank. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte er über $55.9 million betragen. Auch die Bruttomarge fiel weiter und erreichte 32%.

Die Sparte wird voraussichtlich unter Druck bleiben, da das Wachstums des globalen Bierkonsums stagniert. Daten zeigen, dass der globale Biermarkt heute bei $986 billion liegt und in den kommenden Jahren allmählich wachsen und bis 2032 $1.3 trillion erreichen soll.

Technische Analyse des Tilray Brands-Aktienkurses

Tilray stock

TLRY-Aktienchart | Quelle: TradingView

Der Tageschart zeigt, dass der TLRY-Aktienkurs in den letzten Monaten eingebrochen ist. Er fiel von $9.30 im April auf $5.41 heute, seinen niedrigsten Stand seit Monaten. 

Die Aktie fiel kürzlich unter die wichtige Unterstützungsmarke bei $5.98, ihrem Tief im März dieses Jahres. Das Unterschreiten dieses Niveaus bestätigte den bärischen Ausblick. 

Die Aktie ist allerdings noch nicht überverkauft: Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 33, dem niedrigsten Stand seit dem 31. März. Daher hat der TLRY-Aktienkurs kurzfristig weiteres Abwärtspotenzial, möglicherweise unter $5. 

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