Wer dachte, das Kursdebakel der The Trade Desk-Aktie wäre inzwischen vorbei, hat sich geirrt. Am Freitagmorgen kracht die Aktie des Adtech-Unternehmens um -15% in die Tiefe und fällt auf ein neues 6-Jahrestief. Was hat den Kurssturz ausgelöst und können Anleger hier nun einen Schnäppchenkauf machen?

Das stößt der Börse übel auf

Der heutige Absturz der The Trade Desk-Aktie ist eine direkte Reaktion auf die gestern Abend veröffentlichten Quartalszahlen. Obwohl der Umsatz leicht über den Erwartungen lag, haben zwei Faktoren die Anleger in die Flucht getrieben: ein Gewinn-Miss und ein enttäuschender Ausblick. Doch der Reihe nach:

Der Umsatz stieg im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 12% auf 689 Millionen US$. Damit übertraf das Werbetechnologieunternehmen leicht die Erwartungen der Analysten in Höhe von 679 Millionen US$. Besonders stark entwickelten sich die Bereiche Connected TV und Audio, während klassische Kategorien wie Home & Garden schwächelten.

Einer der Hauptgründe für den Abverkauf der The Trade Desk-Aktie war zweifellos das Ergebnis. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag im Auftaktquartal des Jahres bei 0,28 US$. Damit hat das Unternehmen nicht nur einen Gewinnrückgang gegenüber dem Vorjahr verbucht (0,33 US$), sondern auch die Markterwartung von 0,32 US$ verfehlt.

Die Kosten für den Ausbau der Adtech-Plattform haben das Ergebnis belastet. Das bereinigte EBITDA lag bei 206 Millionen US$, was einer Marge von 30% entspricht. Im Vorjahr waren es noch 34%.

Besonders übel stieß der Börse aber der Ausblick von The Trade Desk auf das zweite Quartal auf. Als Umsatzziel wurde ein Wert von mindestens 750 Millionen US$ ausgegeben. Der Markt hatte jedoch fest mit mehr als 772 Millionen US$ gerechnet. Diese Lücke signalisiert, dass sich das Wachstum im hart umkämpften Werbemarkt stärker abkühlt als erwartet. Zudem war die Börse nicht mit dem EBITDA-Ziel von rund 260 Millionen US$ zufrieden.

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Das nächste Mehrjahrestief

Zuletzt sah es so aus, als hätte sich die The Trade Desk-Aktie endgültig bei knapp über 20 US$ stabilisiert. Seit heute Morgen wissen wir, dass das nicht der Fall ist.

Der Adtech-Titel kollabiert auf ein neues 6-Jahrestief. Nun könnte die The Trade Desk-Aktie sogar Kurs auf ihr im Frühjahr 2020 aufgestelltes Tief bei knapp über 17 US$ nehmen.

Die Erwartungen sind immer noch zu hoch

The Trade Desk bleibt weiterhin eine Wachstumsgeschichte, aber die Zeiten des „leichten“ Wachstums sind wohl endgültig vorbei. In den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz des Adtech-Spezialisten um durchschnittlich 22%. 2026 und 2027 wird sich dieses Wachstum auf ca. 12% abflachen. Hinzu kommt Druck auf die Margen.

Vor diesem Hintergrund ist mir das Forward-KGV der The Trade Desk-Aktie von knapp 20 immer noch zu hoch. Es liegt zwar inzwischen deutlich unter den Werten der letzten Jahre, spiegelt aber meiner Meinung nach immer noch zu hohe Wachstumserwartungen wider.

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Nicht zuletzt ist der Streit von The Trade Desk mit großen Agenturgruppen wie Publicis und Omnicom noch nicht ausgestanden. Sie hinterfragen die Gebührenstrukturen des Unternehmens mittlerweile deutlich kritischer als in der Vergangenheit.

Ich rate Anlegern, derzeit die Füße stillzuhalten und nicht in die The Trade Desk-Aktie zu investieren. Sie mag zwar optisch günstig aussehen, ist aber fundamental und charttechnisch massiv angeschlagen. Der Boden ist möglicherweise immer noch nicht gefunden.

ℹ The Trade Desk in Kürze

  • The Trade Desk (WKN: A2ARCV) mit Sitz im kalifornischen Ventura ist ein amerikanisches Werbe-Technologieunternehmen.
  • Die 2009 gegründete Firma bietet Kunden programmatische Echtzeit-Marketing-Automatisierungstechnologien.
  • Dabei handelt es sich um Dienstleistungen, um Werbeanzeigen automatisiert zu personalisieren.
  • Neben der Hauptbörse der US-Technologiebörse Nasdaq ist die Aktie auch über TRADEGATE handelbar; das Unternehmen wird aktuell mit 11 Milliarden € bewertet.

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