
Thailand will Krypto-Unternehmen erlauben, direkt Derivate-Lizenzen zu beantragen, wodurch der Marktzugang erleichtert und zugleich die aufsichtsrechtliche Kontrolle verschärft wird.
Nach Angaben der thailändischen Securities and Exchange Commission würden die vorgeschlagenen Regeländerungen lizenzierten Digital-Asset-Unternehmen erlauben, Derivate-Lizenzen innerhalb ihrer bestehenden Einheiten zu beantragen, sodass keine separaten Gesellschaften mehr gegründet werden müssen.
Die Aufsichtsbehörde hat den Vorschlag bis zum 20. Mai zur öffentlichen Konsultation gestellt; Rückmeldungen aus der Branche sollen den endgültigen Rahmen prägen.
Dieser Schritt baut auf früheren Reformen auf, die digital Assets formell als zulässige Basiswerte für Futures- und Optionskontrakte nach Thailands Derivategesetz anerkannten.
Die Kabinettsgenehmigung im Februar hatte bereits den Weg freigemacht, Kryptowährungen wie Bitcoin in regulierten Derivatemärkten zuzulassen und sie neben traditionellen Finanzinstrumenten einzuordnen.
Unternehmen unter einer einzigen Einheit agieren zu lassen, könnte die operativen Hürden für Krypto-Firmen verringern, die in den Derivatehandel expandieren wollen.
Gleichzeitig plant die SEC strengere Schutzmaßnahmen, einschließlich Regeln zur Steuerung von Interessenkonflikten sowie zur verstärkten Aufsicht über Börsen und Clearingstellen.
Behördenvertreter sagen, die Änderungen zielen darauf ab, Anlegern Zugang zu fortgeschritteneren Instrumenten zu verschaffen.
Hedging- und Portfoliomanagement-Optionen dürften sich verbessern, wenn Derivateprodukte, die an digitale Assets gebunden sind, in einem regulierten Umfeld weiter verbreitet werden.
Globale Derivateoffensive gewinnt an Tempo
Der Vorschlag Thailands kommt, während Krypto-Derivate weltweit weiter expandieren und mehrere große Plattformen neue Produkte vor einer möglichen regulatorischen Genehmigung in den USA einführen.
Anfang der Woche hat Blockchain.com Perpetual-Futures-Handel innerhalb seiner Self-Custody-Wallet eingeführt.
Die Funktion, angetrieben von Hyperliquid, ermöglicht es Nutzern, gehebelte Positionen mit Bitcoin als Sicherheiten zu eröffnen, ohne Gelder auf eine zentralisierte Börse transferieren zu müssen.
Mehr als 190 Märkte stehen zur Verfügung, mit einem Hebel von bis zu 40x.
Andere Börsen haben ähnliche Schritte unternommen.
Kraken und Coinbase haben bereits Perpetual-Futures auf Aktien für Nutzer außerhalb der USA eingeführt – Teil einer breiteren Bewegung hin zu rund-um-die-Uhr- und Multi-Asset-Handel.
Die regulatorische Dynamik in den USA könnte diesen Trend beschleunigen. Im März sagte Michael Selig von der Commodity Futures Trading Commission, die Behörde arbeite daran, Krypto-Perpetual-Futures zu ermöglichen, und wies darauf hin, dass sie zu den Produkten „innerhalb des nächsten Monats oder so“ Maßnahmen ergreifen könne.
Letzte Woche stimmte Krakens Muttergesellschaft Payward der Übernahme von Bitnomial zu, einer in den USA regulierten Derivateplattform, um den Zugang amerikanischer Kunden zu Futures-Produkten, einschließlich Perpetual-Kontrakten, zu erweitern.
In Thailand gehen diese globalen Entwicklungen Hand in Hand mit einem seit Jahren laufenden politischen Übergang. Die aufsichtsrechtliche Kontrolle nahm erstmals mit der Notverordnung von 2018 über Digital-Asset-Unternehmen Gestalt an, die der SEC die Befugnis über Börsen und Token-Emittenten verlieh.
Jüngste Reformen gingen über die reine Compliance hinaus und integrieren Krypto stärker in die Kapitalmärkte des Landes durch Derivate, geplante ETFs und tokenisierte Anlageprodukte.
Behördenvertreter verwiesen auch auf die Anlegernachfrage nach einfacherem Zugang.
„Einfacherer Zugang“ bleibt ein entscheidender Vorteil von Krypto-ETFs, sagte Vizegeneralsekretär Jomkwan Kongsakul Anfang dieses Jahres, während die SEC Leitlinien ausarbeitete, um solche Produkte auf den Markt zu bringen.
Alles in allem signalisiert der jüngste Vorschlag einen stärker integrierten Ansatz.
Krypto-Unternehmen könnten bald sowohl am Spot- als auch am Derivatemarkt unter einer einheitlichen Struktur tätig sein, während die Aufsichtsbehörden bei der Ausweitung des Produktangebots engmaschigere Kontrolle behalten.
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