Die Tesla-Aktie hat seit ihrem 52-Wochen-Hoch deutlich an Wert verloren und notiert trotz leichter Erholung immer noch rund 29 Prozent darunter. Die Bewertung bleibt dennoch außergewöhnlich anspruchsvoll, denn gemessen am aktuellen Gewinn je Aktie wird der Elektroautobauer noch immer mit dem rund 330-Fachen des Jahresgewinns bewertet.
Der Kurs ist gefallen, die Bewertung kaum günstiger geworden
Tesla notiert derzeit bei rund 355 Dollar und damit etwa 29 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 498,83 Dollar. Bei vielen Unternehmen würde ein derart deutlicher Kursrückgang automatisch zu einer wesentlich günstigeren Bewertung führen.
Bei Tesla ist das nur eingeschränkt der Fall. Zwar ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis gegenüber dem Niveau am damaligen Höchststand gesunken, doch mit rund 330 bleibt es außergewöhnlich hoch.
Gemessen am Gewinn von 1,08 Dollar je Aktie für das Jahr 2025 wurde die Aktie am damaligen Dezember-Hoch von knapp 499 Dollar mit mehr als dem 460-Fachen des Gewinns bewertet. Dass dieser Wert inzwischen auf rund 330 gefallen ist, macht die Aktie allerdings noch lange nicht günstig.
Hinzu kommt, dass sich die Ertragslage zuletzt verschlechtert hat. Tesla erzielte 2023 mit 4,30 Dollar je Aktie den bislang höchsten Gewinn der Unternehmensgeschichte. 2024 sank der Gewinn auf 2,04 Dollar und 2025 weiter auf lediglich 1,08 Dollar. Auch auf Sicht der vergangenen zwölf Monate liegt der Gewinn je Aktie weiterhin bei 1,08 Dollar.
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Sinkende Margen erhöhen den Bewertungsdruck
Die jüngsten Geschäftszahlen zeigen, weshalb die hohe Bewertung zunehmend schwerer zu rechtfertigen ist. Die operative Marge sank von 5,8 Prozent im dritten Quartal 2025 über 5,7 und 4,2 Prozent auf nur noch 1,4 Prozent im zweiten Quartal 2026. Im Vorjahresquartal hatte sie noch bei 4,1 Prozent gelegen.
Gleichzeitig stiegen die operativen Kosten innerhalb eines Jahres um 47 Prozent. Die Bruttomarge ging von 17,2 auf 16,8 Prozent zurück.
Auch der ausgewiesene Nettogewinn des jüngsten Quartals erhielt Unterstützung durch einen Sonderfaktor. Tesla verbuchte auf seine Beteiligung an SpaceX einen nicht realisierten Vorsteuergewinn von rund einer Milliarde Dollar. Nach Steuern entsprach dies etwa 0,22 Dollar je Aktie.
Damit ergibt sich ein klares Bild: Der Aktienkurs ist deutlich zurückgekommen, während die Gewinne nicht entsprechend gewachsen sind. Genau deshalb bleibt die Bewertung trotz des Kursrückgangs auf einem Niveau, das selbst für große und wachstumsstarke Unternehmen außergewöhnlich ist.
Welche Gewinne für eine normale Bewertung nötig wären
Sollte Tesla bei einem Aktienkurs von rund 355 Dollar lediglich mit dem 30-Fachen des Gewinns bewertet werden, müsste das Unternehmen jährlich etwa 11,80 Dollar je Aktie verdienen. Das entspräche fast dem Elffachen des aktuellen Gewinns und läge zugleich beinahe beim Dreifachen des bislang besten Jahresergebnisses.
Auch der Blick auf die erwarteten Gewinne der kommenden Jahre verändert das Bild nur begrenzt. Auf Grundlage der Konsensschätzungen wird die Aktie derzeit mit ungefähr dem 160-Fachen der für das kommende Jahr erwarteten Gewinne bewertet.
Entscheidend ist zudem die Geschwindigkeit, mit der Tesla seine Gewinne steigern müsste. Um innerhalb eines Jahrzehnts auf einen Gewinn von 11,80 Dollar je Aktie zu kommen, wäre ausgehend vom aktuellen Niveau ein jährliches Gewinnwachstum von rund 27 Prozent erforderlich.
Ein solches Wachstum ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Die Ausgangslage ist jedoch anspruchsvoll, weil die Gewinne in den vergangenen beiden Jahren bereits deutlich zurückgegangen sind. Der aktuelle Aktienkurs setzt damit ein sehr starkes und über Jahre anhaltendes Gewinnwachstum voraus.
Wachstum bei Fahrzeugen, Software und Robotaxis
Das Unternehmen liefert durchaus Argumente für eine langfristig optimistische Perspektive. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 26 Prozent auf 28,2 Milliarden Dollar. Die Fahrzeugauslieferungen legten um 25 Prozent zu.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit Dienstleistungen und anderen Erlösquellen. Der Umsatz in diesem Bereich erhöhte sich um 50 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar. Auch das Geschäft mit Energiespeichern wuchs weiter und verzeichnete einen Zuwachs von 13 Prozent.
Zusätzlich gewinnt Teslas Softwaregeschäft an Bedeutung. Die Zahl der aktiven Abonnements für Full Self-Driving unter Aufsicht erreichte 1,48 Millionen und lag damit 56 Prozent über dem Vorjahreswert.
Auch der Robotaxi-Bereich wird weiter ausgebaut. Während des Quartals begann die Produktion des speziell für diesen Einsatz entwickelten Cybercab.
Hohe Investitionen belasten zunächst den Cashflow
Dem Wachstum stehen allerdings erhebliche Investitionen gegenüber. Die Kapitalausgaben beliefen sich im zweiten Quartal auf 5,8 Milliarden Dollar und lagen damit 142 Prozent über dem Vorjahreswert.
Der freie Cashflow drehte gleichzeitig ins Minus und erreichte minus 1,1 Milliarden Dollar. Dank Barmitteln und Investments von mehr als 40 Milliarden Dollar verfügt Tesla zwar über ausreichend finanzielle Mittel, um die Expansion zu finanzieren.
Für die Aktionäre bedeutet die Strategie dennoch ein zeitliches Risiko. Die hohen Ausgaben belasten den Cashflow unmittelbar, während die erhofften zusätzlichen Gewinne aus neuen Technologien, Software und Robotaxis erst später entstehen müssen.
Tesla bezeichnet die aktuelle Phase selbst als die bislang größte und zugleich spannendste Investitionsperiode. Das Management rechnet langfristig mit einer Beschleunigung der Gewinne aus künstlicher Intelligenz, Software und Flottenmodellen.
Ob diese Erwartungen tatsächlich erfüllt werden, bleibt jedoch offen. Die Entwicklung bei Auslieferungen und Software zeigt zwar ein wachsendes Geschäft, doch eine Verelffachung des Gewinns lässt sich aus einer operativen Marge von gerade einmal 1,4 Prozent und einem negativen freien Cashflow derzeit nur schwer ableiten.
Der Aktienkurs setzt auf einen Erfolg, der noch aussteht
Die Kurskorrektur hat Tesla aus Bewertungssicht nur teilweise günstiger gemacht. Gegenüber dem eigenen Rekordkurs ist die Aktie deutlich billiger, gemessen an den tatsächlich erzielten Gewinnen bleibt sie jedoch extrem hoch bewertet.
Tesla wächst bei Fahrzeugen, Software, Energiespeichern und Robotaxis. Die entscheidende Frage ist allerdings, wann aus diesen Wachstumsbereichen Gewinne entstehen, die eine derart hohe Bewertung rechtfertigen können.
Solange diese Gewinnsteigerung nicht sichtbar wird, bleibt die Aktie trotz des Kursrückgangs eine spekulative Wette auf die zukünftige Ertragskraft des Unternehmens.
Der Kursrückgang von fast 30 Prozent hat die Tesla-Aktie optisch günstiger gemacht, an der grundsätzlichen Bewertungsproblematik aber wenig geändert. Für eine nachhaltige Neubewertung müssten die Gewinne deutlich und über Jahre hinweg stärker wachsen.
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Tesla in Kürze
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Tesla (WKN: A1CX3T) ist ein US-amerikanischer Elektroauto- und Technologiekonzern mit Sitz in Austin (Texas), der sich auf Elektrofahrzeuge, Energiespeicherlösungen und Ladeinfrastruktur spezialisiert hat.
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Das Unternehmen entwickelt neben Pkw auch neue Mobilitätslösungen wie den elektrischen Schwerlast-Lkw Tesla Semi sowie autonome Fahrtechnologien.
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Die Aktie ist an der NASDAQ notiert und zählt zu den bekanntesten Technologie- und Wachstumswerten weltweit.
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Tesla gehört zu den wertvollsten Autoherstellern der Welt und weist eine Marktkapitalisierung von rund 1,4 Billionen US$ auf.
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