
Südkoreanische Staatsanwälte haben einen Bestand beschlagnahmter Bitcoin in Bargeld für die Staatskasse umgewandelt, nachdem die Kryptowährung unerwartet nach einem Phishing‑bedingten Sicherheitsvorfall zurückgegeben wurde.
Laut mehreren lokalen Medienberichten verkaufte das Gwangju District Prosecutors’ Office 320.8 BTC zu den jeweils geltenden Marktpreisen und überwies etwa 31.6 billion Korean won, roughly $21.5 million, an die Staatskasse.
Die Liquidation erfolgte schrittweise über elf Tage zwischen dem 24. Februar und dem 6. März; den Berichten zufolge teilten die Behörden die Verkäufe in kleinere Tranchen, um Marktstörungen zu vermeiden.
Die Bitcoin waren ursprünglich im Zuge einer Untersuchung gegen eine illegale Online‑Glücksspielplattform beschlagnahmt worden, die zwischen 2018 und 2021 betrieben wurde.
Im August 2025 wurden Beamte, die für die Verwaltung der beschlagnahmten Vermögenswerte zuständig waren, Berichten zufolge durch eine Phishing‑Website getäuscht, die einen legitimen Dienst nachahmte.
Während einer als routinemäßig eingeschätzten Prüfung gab ein Beamter versehentlich die privaten Wiederherstellungsdaten der Wallet auf der betrügerischen Seite ein, wodurch der Angreifer das gesamte Guthaben von 320.8 BTC abziehen konnte.
Die Behörden bemerkten den Vorfall zunächst nicht; das Fehlen der Mittel wurde erst Monate später bei einer internen Durchsicht beschlagnahmter Finanzbestände entdeckt.
Ermittler verfolgten die gestohlene Kryptowährung zu einer von Hackern kontrollierten Adresse und baten inländische wie ausländische Börsen, die Wallet zu sperren, um die Fähigkeit des Angreifers zur Veräußerung der Mittel einzuschränken.
Unerwartet sandte der Hacker im Februar den vollen Betrag der Bitcoin zurück.
Die Staatsanwaltschaft transferierte die Vermögenswerte anschließend in eine sichere Exchange‑Wallet und begann kurz darauf mit den Verkäufen.
Obwohl die Liquidation mittlerweile mehr als $21 Millionen in die Staatskasse zurückgeführt hat, ist der für den Einbruch verantwortliche Hacker weiterhin nicht identifiziert; die Ermittlungen laufen.
Der Vorfall hat die Prüfung der Verwahrung beschlagnahmter digitaler Vermögenswerte durch südkoreanische Behörden verschärft, zumal ähnliche Zwischenfälle auch in anderen Behörden bekannt geworden sind.
Eine landesweite Überprüfung nach dem Gwangju‑Vorfall ergab, dass die Gangnam Police Station in Seoul ebenfalls 22 BTC verloren hatte, die 2021 beschlagnahmt worden waren.
Im Gegensatz zum Phishing‑Fall in Gwangju basierte dieser Fall auf einem Versagen der Beweismittelhandhabung.
Beamte hatten die Kryptowährung in einer Cold‑Wallet belassen, die ursprünglich von den Verdächtigen bereitgestellt worden war, ohne die Zugangsdaten zu ändern.
Die Wallet selbst wurde nie gestohlen; Ermittler prüfen eine mögliche interne Beteiligung.
Ein weiterer Vorfall zog öffentliche Kritik nach sich, nachdem der National Tax Service unbeabsichtigt eine Wiederherstellungsphrase für eine Kryptowährungs‑Wallet in einem Pressebericht offengelegt hatte.
Sicherheitsmängel veranlassen Überprüfung
Wiederholte Versäumnisse haben Bedenken hinsichtlich der technischen Einsatzbereitschaft der Strafverfolgungsbehörden hervorgerufen, die mit der Verwahrung großer Krypto‑Bestände betraut sind.
Südkoreas Finanzminister hat seither Reformen angekündigt, die auf eine Verschärfung der Aufsicht über digitale Vermögenswerte in Regierungsbehörden abzielen.
In einer auf Social Media veröffentlichten Erklärung sagte der Minister, die Behörden würden mit der Financial Services Commission und der Financial Supervisory Service zusammenarbeiten, um eine umfassende Überprüfung der durch rechtliche Maßnahmen, etwa Steuerbeschlagnahmen, erworbenen Kryptowährungsbestände durchzuführen.
Die Prüfung werde untersuchen, wie beschlagnahmte digitale Vermögenswerte gespeichert werden, wer Zugang zu privaten Schlüsseln hat und wie verschiedene Behörden Verwahrungsverfahren koordinieren.
Beamte erklärten, der Prozess werde außerdem stärkere Sicherheitskontrollen einführen, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.
The post Südkoreanische Staatsanwälte verkaufen beschlagnahmte Bitcoin für $21.5M appeared first on Invezz