
Der südkoreanische Leitindex KOSPI steht in den vergangenen Wochen unter massivem Druck – mehr als 20% unter seinem Allzeithoch vom 22. Juni.
Analysten von Citigroup bleiben dennoch überzeugt, dass die Turbulenzen „vorübergehend“ sind und sich südkoreanische Aktien in der zweiten Hälfte 2026 deutlich erholen werden.
In einer am Montag veröffentlichten Notiz bestätigte das Institut sein Jahresendziel von 10.000 Punkten für den KOSPI, was gegenüber dem aktuellen Niveau einen Anstieg von mehr als 40% impliziert.
Was hat den Ausverkauf bei südkoreanischen Aktien ausgelöst?
Südkorea übertraf 2025 die wichtigsten Aktienmärkte – und die Dynamik hielt auch im ersten Halbjahr dieses Jahres an.
Dann kamen die Befürchtungen über übermäßige Ausgaben für künstliche Intelligenz (KI), die den KOSPI in den vergangenen vier Wochen einbrechen ließen.
Hinzu kommen Konzentrationsrisiken (Samsung und SK Hynix machen derzeit mehr als 60% der Marktkapitalisierung des Index aus) und spekulative Handelsaktivitäten privater Inlandsanleger, die den Druck auf den Leitindex verstärkt haben.
Nach der Auflegung gehebelter Einzelaktien-ETFs auf Samsung und SK Hynix am 27. Mai haben Privatanleger netto 14 trillion won ($9.4 billion) in diese Fonds geparkt.
Diese Privatanleger sitzen nun auf hohen Verlusten, während sich die Halbleiter-Positionen zurückbilden.
Warum Citi eine Erholung des KOSPI erwartet
Trotz des deutlichen Rückgangs glauben Citi-Analysten, dass der „Ausverkauf“ bei südkoreanischen Aktien bereits seinen Höhepunkt erreicht hat.
Ihnen zufolge werden starke Fundamentaldaten in Verbindung mit einer marktfreundlichen Politikmischung eine spürbare Erholung des KOSPI in der zweiten Hälfte 2026 auslösen.
Ein großer Teil davon dürfte mit dem Halbleitersektor zusammenhängen – den das Institut als vorübergehende Schwächephase und nicht als strukturelles Versagen ansieht.
„Wir halten den jüngsten Kursrückgang bei KOSPI-Aktien unter Führung südkoreanischer Speicherhersteller für eine eher technische Korrektur, ausgelöst durch marktweites Gewinnmitnahmen, und sehen darin daher möglicherweise eine Kaufgelegenheit“, schrieben die Analysten.
Trotz jüngster Schwäche liegt der Leitindex KOSPI gegenüber Jahresbeginn weiterhin ungefähr 65% im Plus.
Worauf Anleger in der zweiten Hälfte 2026 achten sollten
Damit Citis relativ ambitioniertes Jahresendziel von 10.000 tatsächlich erreicht wird, benötigt der Markt eine rasche Stabilisierung der Tech-Stimmung.
Wesentliche kurzfristige Katalysatoren sind die anstehenden Quartalsberichte bzw. Earnings Calls von Samsung und SK Hynix, bei denen Aussagen zur Nachfrage nach Next‑Gen-AI‑Speichern entweder das Kaufen bei Rücksetzern bestätigen oder die Tech-Schwäche verlängern könnten.
Achten Sie außerdem auf die heimischen Zuflüsse von Privatanlegern, um zu sehen, ob lokale Investoren nachlegen oder kapitulieren, sowie auf Rückflüsse ausländischen Kapitals, die die Einzelaktienkonzentration ausgleichen könnten.
Wenn die weltweite Chipnachfrage in den letzten beiden Quartalen robust bleibt, könnten sich die jüngsten Turbulenzen bei südkoreanischen Aktien tatsächlich als kurze Umweg innerhalb einer breiteren Rallye erweisen – und darauf setzen Citi-Analysten für die zweite Hälfte 2026.
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