
Südkorea bereitet eine umfassende Überprüfung vor, wie staatliche Stellen beschlagnahmte Kryptowährungen handhaben, nachdem ein Leak von Informationen zu digitalen Vermögenswerten mit dem National Tax Service in Verbindung gebracht wurde.
Das Finanzministerium teilte mit, dass es sich mit Finanzaufsichtsbehörden abstimmen werde, um Bitcoin und andere Token zu prüfen, die im Rahmen von Steuerzwangsmaßnahmen und Strafverfahren konfisziert wurden.
Der Schritt folgt auf wachsende Kritik an den Verwahrungsstandards, insbesondere nachdem frühere Sicherheitslücken Schwächen bei der Sicherung von privaten Schlüsseln und dem Umgang mit volatilen digitalen Vermögenswerten offengelegt hatten.
Prüfung von Krypto-Beschlagnahmen
In einem Beitrag auf X erklärte der stellvertretende Premierminister und Minister für Finanzen und Wirtschaft, Koo Yun-cheol, die Regierung werde eine vollständige Inspektion der von öffentlichen Institutionen durch Beschlagnahme und andere Vollstreckungsmaßnahmen gehaltenen und verwalteten digitalen Vermögenswerte durchführen.
Die Überprüfung wird zusammen mit der Financial Services Commission und der Financial Supervisory Service durchgeführt.
Die Inspektion wird sowohl das Ausmaß der derzeitigen Bestände als auch die Art und Weise untersuchen, wie diese Vermögenswerte gespeichert und abgerufen werden.
Die Behörden planen, die Managementpraktiken der verschiedenen Stellen zu bewerten, mit Fokus auf die Identifizierung operativer Lücken und die Verschärfung der Sicherheitskontrollen.
Der Minister stellte außerdem klar, dass die Regierung nicht aktiv in Kryptowährungen investiert oder solche hält, abgesehen von Vermögenswerten, die durch rechtliche Vollstreckungsmaßnahmen wie Beschlagnahmen bei Steuerschuldnern erlangt wurden.
Frühere Versäumnisse bei der Verwahrung
Die erneute Prüfung erfolgt vor dem Hintergrund früherer Vorfälle, die Zweifel an den staatlichen Verwahrungsverfahren aufkommen ließen.
Im Jahr 2021 verloren südkoreanische Ermittler den Zugang zu beschlagnahmten Bitcoins, nachdem sie sich auf einen Drittverwahrer verlassen hatten, ohne die Kontrolle über die privaten Schlüssel zu behalten.
Dieser Fall legte strukturelle Schwächen in der Aufsicht und den internen Sicherungsmaßnahmen offen.
Das Problem wurde erst nach einer internen Untersuchung öffentlich, was Kritik an der Handhabung der Aufbewahrung digitaler Vermögenswerte durch die Strafverfolgungsbehörden auslöste.
Später wurden zwei Verdächtige festgenommen, denen vorgeworfen wird, Bitcoins aus Wallets entwendet zu haben, die mit konfiszierten Vermögenswerten verbunden waren.
Die Episode unterstrich die technischen Risiken, die entstehen, wenn Behörden Krypto ohne klare Rahmen für die Schlüsselverwaltung verwalten.
Stärkere Kontrollen für digitale Vermögenswerte
Da Beschlagnahmungen digitaler Vermögenswerte in Steuer- und Strafverfahren häufiger werden, strebt die Regierung nun die Standardisierung von Verwahrungsverfahren an.
Die aktuelle Überprüfung soll Speicherungsmodelle, Zugriffskontrollen und die Koordination zwischen Ministerien und Aufsichtsbehörden bewerten.
Die Behörden prüfen auch, ob Stellen sichere Wallet-Systeme nutzen, interne Verantwortungsmechanismen pflegen und Zugriffsrechte ordnungsgemäß dokumentieren.
Es wird erwartet, dass bestehende Praktiken mit internationalen Verwahrungsstandards verglichen wird und geprüft wird, ob zusätzliches technisches Training für Vollstreckungspersonal erforderlich ist, das mit blockchainbasierten Vermögenswerten umgeht.
Ziel ist es, das Risiko von Leaks, Diebstahl oder Missmanagement im Zusammenhang mit komplexen digitalen Vermögenswerten wie Bitcoin zu verringern.
Der Finanzminister sagte, Reformen würden nach Abschluss der Inspektion zügig eingeführt.
Die Maßnahmen sollen künftige Informationslecks verhindern und das öffentliche Vertrauen in den Umgang mit konfiszierten Krypto-Vermögenswerten stärken.
Da digitale Vermögenswerte weiterhin ein zentrales Vollstreckungsziel in Fällen von Steuerhinterziehung und Finanzkriminalität sind, könnte Südkoreas Vorgehen breitere regulatorische Standards für die Verwahrung von Krypto im öffentlichen Sektor prägen.
Die Überprüfung signalisiert eine Hinwendung zu strengerer Aufsicht und klarerer Verantwortlichkeit, wenn Regierungsstellen blockchainbasierte Vermögenswerte halten.
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