Die Steyr Motors-Aktie sorgte in den vergangenen Wochen mit heftigen Kursschwankungen für Aufmerksamkeit. Nachdem das Papier am 28. Juli bis auf rund 41 € gestiegen war, folgte eine deutliche Korrektur. Am Montag notiert die Aktie aktuell bei etwa 35,50 €. Auslöser der starken Bewegungen waren Übernahmegerüchte. Doch wie realistisch ist eine Übernahme noch – und bietet der Rücksetzer bereits eine Einstiegschance?

Übernahmegerüchte beflügelten den Kurs

Im Juli sorgten Spekulationen über eine vollständige Übernahme von Steyr Motors für eine kräftige Kursrally.

Als möglicher Käufer wurde der US-Rüstungskonzern Red Cat Holdings gehandelt. Das Unternehmen entwickelt unter anderem Drohnen- und Verteidigungssysteme. Insbesondere im Bereich unbemannter Wasserfahrzeuge gäbe es strategische Überschneidungen mit den Spezialmotoren von Steyr Motors.

Am 28. Juli bestätigte Steyr Motors, dass Gespräche über eine mögliche Transaktion stattgefunden hatten. Gleichzeitig teilte das Unternehmen jedoch mit, dass diese Gespräche inzwischen beendet worden seien.

Auch Red Cat erklärte, das unverbindliche Interesse zurückgezogen zu haben. Über mögliche Konditionen eines Angebots wurden keine Angaben gemacht.

Seit dem vollständigen Ausstieg von Mutares befinden sich rund 85% der Aktien im Streubesitz. Größter Einzelaktionär ist die österreichische B & C Holding mit rund 15%.

Trotz des gescheiterten Anlaufs bleibt Steyr Motors aufgrund seines technologischen Know-hows ein potenziell attraktives Übernahmeziel. Vor allem angesichts steigender Verteidigungsausgaben und der wachsenden Bedeutung maritimer Drohnen könnten spezialisierte Motoren künftig weiter an Bedeutung gewinnen.

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Zweistelliges Wachstum erwartet

Die Zahlen für das zweite Quartal werden am 19. August veröffentlicht. Es wird erwartet, dass sie deutlich besser ausfallen als im ersten Quartal.

Der schwache Jahresauftakt war nach Unternehmensangaben vor allem auf verschobene Aufträge aus Indien und dem Nahen Osten zurückzuführen. Diese sollen nun schrittweise realisiert werden.

Erstmals werden außerdem die Beiträge der übernommenen dänischen BUKH-Gruppe berücksichtigt.

Entscheidend bleibt jedoch der Blick auf das Gesamtjahr. Für 2026 erwartet Steyr Motors einen Umsatz zwischen 75 und 95 Millionen €. Gegenüber dem Vorjahresumsatz von 48,5 Millionen € entspricht dies im besten Fall einem Wachstum von bis zu nahezu 100%.

Die bereinigte EBIT-Marge soll nach 14,5% im Vorjahr auf mindestens 15% steigen.

Bewertung

Die gescheiterten Übernahmegespräche haben kurzfristig für Enttäuschung gesorgt und den Kurs belastet.

Fundamental bleibt das Unternehmen jedoch gut positioniert. Der hohe Auftragsbestand, die starke Nachfrage aus dem Verteidigungssektor sowie die Integration der BUKH-Gruppe sprechen für weiteres Wachstum.

Dennoch dürfte die Aktie aufgrund ihres geringen Börsenwerts und der vergleichsweise niedrigen Liquidität auch künftig sehr volatil bleiben.

Sollte ein neuer strategischer Investor Interesse zeigen, wären deutlich höhere Kurse denkbar. Kurzfristig erscheint jedoch zunächst eine Phase der Konsolidierung wahrscheinlicher.

Kurzfristig sollten Anleger zunächst eine stabile Bodenbildung abwarten.

Für langfristig orientierte Investoren bietet das aktuelle Kursniveau aufgrund der guten Wachstumsperspektiven und der starken Positionierung im Verteidigungssektor weiterhin interessante Chancen. Dann sind Kurse von etwa 60 € realistisch, Kursschwankungen müssen dabei allerdings einkalkuliert werden.

Am Rande erwähnt: Die globale Aufrüstung treibt die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Unternehmen, die von dieser Entwicklung maximal profitieren werden.

ℹ Steyr Motors in Kürze

  • Die Steyr Motors AG (WKN: A40TC4) ist ein weltweit führendes Unternehmen in der Entwicklung und Produktion von Hochleistungs-Motoren. Diese werden vorwiegend in militärischen Spezialfahrzeugen, Booten (sowohl militärisch als auch zivil) sowie als Hilfsaggregate für Kampfpanzer und Lokomotiven eingesetzt werden.
  • Der Hauptsitz ist im österreichischen Steyr, das Unternehmen agiert weltweit.
  • Größte Aktionärin bleibt die Beteiligungsgesellschaft Mutares.
  • Die Börsennotierung im Scale-Segment erfolgt im Oktober 2024, die Börsenbewertung liegt aktuell bei 187 Millionen €.

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