Space x starlink

Die Wall Street beginnt, die wachsenden Telekom‑Ambitionen von SpaceX in ihre Aussichten für den US‑Kommunikationssektor einzubeziehen.

Die Analysefirma Bernstein senkte am Montag die Kursziele für fünf große Telekom‑Unternehmen und verwies auf Bewertungsrisiken im Zusammenhang mit SpaceX‘ Starlink‑Geschäft, da Anleger die langfristige Wettbewerbsgefahr des Satellitenbetreibers zunehmend neu bewerten.

Die Bank senkte das Kursziel für Verizon auf 44 US‑Dollar (zuvor 49 US‑Dollar) und beließ die Einstufung bei „Market Perform“.

Das revidierte Kursziel impliziert weiterhin ein Aufwärtspotenzial von rund 3 % gegenüber dem aktuellen Kursniveau.

Für Charter Communications wurde das Kursziel auf 170 US‑Dollar (zuvor 210 US‑Dollar) gesenkt, ebenfalls mit einer Einstufung als „Market Perform“; das deutet auf ein Aufwärtspotenzial von etwa 29 % hin.

Bernstein senkte auch Comcasts Kursziel auf 28 US‑Dollar (zuvor 32 US‑Dollar) und beließ die Einstufung bei „Market Perform“.

Das Kursziel für AT&T wurde von 30 auf 25 US‑Dollar gesenkt, wobei die Aktie ihre Einstufung als „Outperform“ behielt.

Für T‑Mobile wurde das Kursziel auf 220 US‑Dollar (zuvor 245 US‑Dollar) gesenkt; Einstufung: „Market Perform“.

Starlink gilt als zusätzlicher Druckfaktor in einem bereits überfüllten Markt

Die Anpassungen folgten auf Berichte vom letzten Monat, wonach SpaceX vorbereitet, einen direkten Starlink‑Mobilfunkdienst für Endkunden zu starten und Pläne prüfe, ein eigenes terrestrisches Mobilfunknetz in den USA aufzubauen.

Obwohl Bernstein nicht erwartet, dass Starlink die etablierten Telekom‑Anbieter kurzfristig wesentlich stört, sieht die Firma in der Expansion einen weiteren Wettbewerber für einen bereits gesättigten Breitbandmarkt.

Laut der Analyse könnte ein Starlink‑Mobilangebot den Wettbewerb weiter verschärfen und das Abonnentenwachstum stärker davon abhängig machen, Kunden von Mitbewerbern abzuwerben statt neue Erstnutzer zu gewinnen.

Bernstein fügte hinzu, dass die Unsicherheit über SpaceX‘ langfristige Telekom‑Strategie voraussichtlich anhalten werde, weshalb die Firma im Sektor einen vorsichtigeren Kurs einnehme.

Der Bericht erregte auch die Aufmerksamkeit des TV‑Moderators Jim Cramer.

„Ich will weder AT&T noch Verizon besitzen“, sagte Cramer am Montag während des Mad Dash‑Segments bei CNBC und bezog sich dabei auf Bernsteins revidierte Prognose.

Die Anlegerwahrnehmung von Starlink hat sich verändert

Die Einschätzung von Starlink an der Wall Street hat sich im vergangenen Jahr deutlich verändert.

Das Satelliten‑Breitbandgeschäft wurde anfangs vor allem als Dienstleistung für ländliche Gemeinden ohne verlässlichen Kabel‑ oder Glasfaseranschluss angesehen.

Schnelles Abonnentenwachstum und die Expansion in die kommerzielle Luftfahrt haben Analysten jedoch veranlasst, die langfristige Wettbewerbsposition neu zu bewerten.

Starlink hat in den letzten Jahren seine Abonnentenzahl jährlich verdoppelt und gleichzeitig Breitbandverträge mit Fluggesellschaften wie American Airlines und United Airlines abgeschlossen.

Das Wachstum des Unternehmens hat das Vertrauen der Anleger gestärkt, dass es mittelfristig stärker mit traditionellen Breitbandanbietern konkurrieren könnte.

Peter Supino von Wolfe Research beschrieb Starlink kürzlich als „Kometen, der auf die etablierten Breitbandanbieter zusteuert.“

Diese Einschätzung spiegelt die wachsende Sorge wider, dass SpaceX sukzessive Marktanteile im Breitbandsegment von Kabelanbietern wie Charter und Comcast gewinnen könnte und zugleich eine längerfristige Herausforderung für Glasfaseranbieter wie Verizon und AT&T darstellt.

Unter den großen Telekom‑Unternehmen sehen Analysten im Allgemeinen die Kabelanbieter als am stärksten gefährdet an, da das Breitbandgeschäft den Großteil ihrer Gewinne ausmacht und ihre Geschäftsmodelle stark auf alternde Netzwerkinfrastruktur angewiesen sind.

Obwohl Starlinks unmittelbare Auswirkungen voraussichtlich begrenzt bleiben, sind sich Analysten zunehmend einig, dass die Ambitionen des Unternehmens genau beobachtet werden sollten, da SpaceX über Satelliteninternet hinaus in weitere Telekommunikationsdienste expandiert.

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