Die Stabilus-Aktie konnte den starken Kurseinbruch durch den Iran-Konflikt wieder teilweise aufholen. Am Dienstag verbessert sie sich aktuell leicht und steht bei 16,70 €. Der Mehrjahreschart zeigt jedoch, dass die Aktie sich seit Anfang 2024 in einem langfristigen Abwärtstrend befindet – damals notierte sie bei rund 67 €. Wie geht es weiter?

Restrukturierung greift

Im Hinblick auf die angespannte Lage in der Automobilbranche begann das Unternehmen mit einem Restrukturierungsprogramm. Im abgelaufenen zweiten Quartal machten sich erste Erfolge bemerkbar. Die Betriebskosten wurden insgesamt um 7,6 Millionen € reduziert.

Das Unternehmen verweist darauf, dass die EBIT-Marge mit 11,2% gleichgeblieben ist. Insbesondere im Hinblick auf die schwache Automobilkonjunktur, ist das sehr positiv. Das bereinigte EBIT verringerte sich im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 37,7 auf 34,1 Millionen €.

Der Umsatz reduzierte sich von 338 auf rund 305 Millionen €. Während der EMEA-Markt stabil blieb, gingen die Umsätze in den Märkten APAC und Americas zurück. Von dem Umsatzrückgang resultieren rund ein Drittel auf negativen Währungseffekten.

Insgesamt sind die Zahlen im Hinblick auf die angespannte Wirtschaftslage, hauptsächlich im Automobilbereich, als solide zu bezeichnen.

Dr. Michael Büchsner, CEO von Stabilus, kommentierte die Ergebnisse so:

Auch wenn wir uns dem weiterhin schwierigen Automotive-Marktumfeld nicht entziehen konnten, sehen wir dennoch, dass die von uns eingeleiteten Kostensenkungs- und Effizienzmaßnahmen greifen.

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Jahresprognose bestätigt

Nachdem bereits das erste Halbjahr vorbei ist, wurde die Jahresprognose weiterhin bestätigt. Demnach wird mit einem Konzernumsatz von 1,1 bis 1,3 Milliarden € gerechnet. Bei der EBIT-Marge stehen 10 bis 12% auf dem Zettel, und der Free Cashflow soll bei 80 bis 110 Millionen € liegen.

Transformationsprogramm wird fortgesetzt

Um die Rentabilität auch bei sinkenden Umsätzen zu erhalten, wurde ein Restrukturierungsprogramm aufgelegt. Im ersten Halbjahr wurden die Betriebskosten um 14,3 Millionen € reduziert. Für das gesamte Geschäftsjahr soll die Ersparnis bei 19 Millionen € liegen. Ab 2028 wird dann mit einer jährlichen Kostenreduzierung von 32 Millionen € gerechnet.

Was bedeutet das für die Aktie?

Die Geschäftszahlen zeigen, dass das Unternehmen durch ein konsequentes Kostensparprogramm die Profitabilität weiterhin hochhält. Das sollte sich mittelfristig auch in höheren Kursen niederschlagen.

Kurzfristig dürfte die Aktie sich seitwärts bewegen. Mittelfristig erwarte ich wieder steigende Kurse. Der faire Wert dürfte bei 25 € liegen. Das entspricht auch der Analyse der Berenberg Bank. Die Zielkurse von JP Morgan mit 30 € und Warburg Research mit 34 € halte ich momentan für nicht realistisch.

Was bei dem jetzigen Kursniveau für die Aktie spricht, ist die Dividendenrendite von aktuell 2%. Die Dividende wurde zuletzt deutlich von 1,15 auf 0,35 € gesenkt.

Mein Fazit: Bei dem jetzigen Kursniveau bietet die Aktie Potenzial. Da es sich hier um einen Nebenwert handelt, eignet sie sich mehr als Depotbeimischung.

Hier sei erwähnt: Nicht jede Dividenden-Aktie bietet auch Kurspotenzial – doch einige tun es durchaus. Diese zehn Titel wurden nach beiden Kriterien ausgewählt und könnten 2026 für eine doppelte Rendite sorgen.

ℹ Stabilus in Kürze

  • Die Stabilus SE (WKN: STAB1L) mit Sitz in Koblenz ist ein international tätiger Konzern in der Bewegungstechnologie.
  • Kernprodukte des Konzerns sind Gasfedern sowie hydraulische Dämpfer für Automobile und Nutzfahrzeuge. Bekanntestes Produkt ist der Lift-O-Mat zur automatischen Öffnung der Heckklappe bei Autos.
  • Die Produkte von Stabilus werden neben der Autobranche auch im Industriebereich verwendet.
  • Stabilus ist Mitglied im deutschen SDAX und aktuell 411 Millionen € wert.

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