Der aktuell für Juni geplante Börsengang von SpaceX gehört zu den am meisten erwarteten Ereignissen an den Kapitalmärkten der kommenden Jahre. Das von Elon Musk gegründete Raumfahrtunternehmen könnte mit einer Bewertung von bis zu zwei Billionen US-Dollar an die Börse gehen – und damit direkt in die Liga der wertvollsten Konzerne der Welt aufsteigen.
Ein solcher Börsengang wie der von SpaceX wäre nicht nur aufgrund der Größe bemerkenswert. Für Investoren würde er auch eine seltene Gelegenheit bieten, sich an einem Unternehmen zu beteiligen, das bereits heute zentrale Bereiche der kommerziellen Raumfahrt prägt. Gleichzeitig würde eine derart hohe Bewertung bedeuten, dass Anleger von Beginn an sehr hohe Erwartungen an das zukünftige Wachstum stellen.
Tipp: Sichere Dir jetzt unseren kostenlosen Report „KI-Gewinner 2026“, um dieses Jahr auf das richtige Pferd zu setzen!
Starlink als finanzieller Motor
Obwohl die Raketenstarts das öffentliche Gesicht von SpaceX sind, liegt das eigentliche wirtschaftliche Fundament des Unternehmens in einem anderen Geschäftsbereich: dem Satelliteninternetdienst Starlink.
Starlink erzielte im Jahr 2025 nahezu 12 Milliarden US-Dollar Umsatz und machte damit rund 60 Prozent der gesamten Einnahmen des Unternehmens aus. Gleichzeitig ist es derzeit der einzige Bereich von SpaceX, der klar profitabel arbeitet. Mit EBITDA-Margen von über 60 Prozent gehört das Geschäft zu den margenstärksten Infrastrukturprojekten im Telekommunikationssektor.
Der Dienst bietet Internetzugang über ein globales Netzwerk aus tausenden Satelliten im niedrigen Erdorbit. Besonders in Regionen mit schlechter Telekommunikationsinfrastruktur – etwa in ländlichen Gebieten oder in Entwicklungsländern – kann Starlink eine wichtige Rolle spielen. Diese Kombination aus globaler Reichweite und wiederkehrenden Einnahmen macht das Geschäft für Investoren besonders attraktiv.
Dominanz im globalen Raumfahrtmarkt
Der zweite große Geschäftsbereich bleibt jedoch das, wofür SpaceX weltweit bekannt geworden ist: Raketenstarts und Raumfahrttechnologie.
Finanziell ist dieses Segment bislang deutlich weniger profitabel. Einnahmen und Ausgaben halten sich hier noch weitgehend die Waage. Dennoch besitzt SpaceX einen entscheidenden strategischen Vorteil: Die Firma operiert auf einer Größenordnung, mit der kaum ein Konkurrent mithalten kann.
Mit wiederverwendbaren Raketen und einer hohen Startfrequenz hat sich SpaceX zum dominierenden Anbieter im kommerziellen Raumfahrtmarkt entwickelt. Regierungsaufträge, Satellitenstarts und internationale Kooperationen sichern dem Unternehmen eine starke Marktposition – auch wenn der Bereich aktuell weniger Gewinn abwirft als das Satelliteninternetgeschäft.
Neue Visionen: KI und Rechenzentren im Orbit
Neben den etablierten Geschäftsbereichen verfolgt Elon Musk weitere ambitionierte Projekte. Dazu gehört unter anderem das KI-Unternehmen xAI, das in das größere SpaceX-Ökosystem eingebettet werden könnte.
Eine besonders futuristische Idee besteht darin, Datenzentren im Orbit zu betreiben. Musk argumentiert, dass solche orbitalen Rechenzentren langfristig Vorteile gegenüber terrestrischen Anlagen bieten könnten – etwa durch direkte Anbindung an Satellitennetze oder neue Möglichkeiten zur Energieversorgung.
Ziel wäre es, in Konkurrenz zu großen Technologieunternehmen wie Google, OpenAI oder Anthropic zu treten. Derzeit befindet sich dieses Vorhaben allerdings noch in einem frühen Stadium. xAI generiert bislang nur geringe Umsätze und verbrennt gleichzeitig rund eine Milliarde US-Dollar pro Monat.
Eine Bewertung auf extrem hohem Niveau
Sollte SpaceX tatsächlich mit einer Bewertung von etwa zwei Billionen Dollar an die Börse gehen, hätte dies erhebliche Auswirkungen auf die Bewertung der Aktie. In diesem Szenario würde das Unternehmen etwa mit dem 125-Fachen seines Umsatzes aus dem Jahr 2025 bewertet.
Selbst im Vergleich zu stark wachsenden Technologieunternehmen wäre dies außergewöhnlich hoch. Zum Vergleich: Selbst bekannte Wachstumsaktien wie Tesla oder Palantir wurden in der Vergangenheit mit niedrigeren Umsatzmultiplikatoren gehandelt.
Historisch gesehen neigen derart hohe Bewertungskennzahlen dazu, im Laufe der Zeit zu sinken, sobald ein Unternehmen reifer wird oder das Wachstum sich verlangsamt. Gleichzeitig zeigen Beispiele aus der Tech-Branche, dass Unternehmen mit starken Zukunftserwartungen über lange Zeiträume hinweg sehr hohe Bewertungsniveaus halten können.
Drei Szenarien für ein Investment
Wie sich eine Investition entwickeln könnte, hängt stark davon ab, welches Wachstumsszenario tatsächlich eintritt. Eine Modellrechnung zeigt drei mögliche Entwicklungen für ein Investment über fünf Jahre.
Im optimistischen Szenario – dem sogenannten Bull Case – wächst SpaceX weiterhin sehr schnell. Starlink expandiert erfolgreich, neue Technologien werden wirtschaftlich tragfähig, und zusätzliche Geschäftsfelder entwickeln sich positiv. In diesem Fall könnte die Aktie im Durchschnitt rund 20 Prozent pro Jahr steigen. Ein Investment von 5.000 Dollar wäre dann nach fünf Jahren etwa 12.442 Dollar wert, während die Gesamtbewertung des Unternehmens auf rund fünf Billionen Dollar steigen könnte.
Das Basisszenario geht von einer soliden, aber moderateren Entwicklung aus. Starlink wächst weiterhin, allerdings mit leicht sinkender Dynamik. Der Raketenstart-Markt bleibt dominant, während Projekte wie orbitale Rechenzentren noch in weiter Ferne liegen. In diesem Fall könnte die Aktie etwa sieben Prozent jährlich zulegen. Ein Investment von 5.000 Dollar würde sich damit auf rund 7.013 Dollar erhöhen und das Unternehmen könnte eine Bewertung von etwa 2,8 Billionen Dollar erreichen.
Im pessimistischen Szenario – dem Bear Case – erfüllen sich einige der hohen Erwartungen nicht. Die Aktie könnte in diesem Fall durchschnittlich rund 15 Prozent pro Jahr verlieren. Nach fünf Jahren wären aus den ursprünglichen 5.000 Dollar nur noch etwa 2.218 Dollar geworden, und die Unternehmensbewertung könnte auf rund 890 Milliarden Dollar sinken.
Zweifel am optimistischen Szenario
Einige Beobachter sehen das optimistische Szenario jedoch skeptisch. Zwar dürfte Starlink weiterhin wachsen, doch könnte der Markt in wohlhabenden Ländern schneller gesättigt sein als viele Investoren erwarten.
Die Technologie entfaltet ihren größten Nutzen dort, wo klassische Telekommunikationsinfrastruktur fehlt. In entwickelten Märkten könnte daher eine natürliche Wachstumsgrenze entstehen – insbesondere weil die Zahlungsbereitschaft in vielen Zielregionen begrenzt ist.
Zudem steht Starlink künftig vor wachsender Konkurrenz. Große Technologieunternehmen und staatliche Programme entwickeln eigene Satellitennetze. Projekte wie Amazons LEO-Satellitenprogramm – früher unter dem Namen Project Kuiper bekannt – oder das chinesische Qianfan-System könnten den Wettbewerb im globalen Satelliteninternet deutlich verschärfen.
Technische Hürden bei orbitalen Datenzentren
Noch größere Zweifel bestehen bei der Vision von Rechenzentren im Weltraum. Die Idee klingt auf den ersten Blick plausibel, doch zahlreiche technische Probleme stehen einer praktischen Umsetzung im Weg.
Ein häufig genannter Vorteil – die vermeintlich einfache Kühlung im kalten Weltraum – ist in Wirklichkeit irreführend. Da der Weltraum ein Vakuum ist, fehlt ein Medium, das Wärme effizient abführen kann. In vielen Fällen wird Kühlung dadurch sogar komplizierter als auf der Erde.
Hinzu kommen weitere Herausforderungen: Wartung und Reparaturen der Anlagen, Austausch verschlissener Hardware wie GPUs, Schutz vor kosmischer Strahlung sowie die Übertragung großer Datenmengen zurück zur Erde. Auch die enormen Kosten für Start, Montage und Betrieb solcher Strukturen könnten das Konzept wirtschaftlich fragwürdig machen.
Tipp: Werde jetzt Mitglied bei sharedealsPlus und profitiere von wahren Börsenstars!
Hohe Erwartungen bedeuten hohe Unsicherheit
Der mögliche Börsengang von SpaceX verdeutlicht ein grundlegendes Prinzip an den Kapitalmärkten: Unternehmen mit extrem hohen Wachstumsbewertungen besitzen ein besonders breites Spektrum möglicher Zukunftsentwicklungen.
Je nachdem, wie sich Starlink, die Raumfahrtaktivitäten und neue Technologien entwickeln, könnte ein Investment in wenigen Jahren erheblich an Wert gewinnen – oder deutlich verlieren. Für Anleger bedeutet das: Die Chancen sind außergewöhnlich groß, die Unsicherheiten jedoch ebenso.
Wie viel aus einem Investment von 5.000 Dollar tatsächlich wird, hängt letztlich davon ab, welche dieser Zukunftsvisionen Realität werden.
Übrigens: In unserem vorherigen SpaceX-Update hatten wir bereits einen umfassenden Blick auf frühere Mega-IPOs geworfen und die jeweiligen Entwicklungen analysiert.
Tipp: Melde Dich für unseren kostenlosen SD Insider Newsletter an, um keine spannenden Entwicklungen und außergewöhnlichen Chancen zu verpassen!
The post SpaceX-IPO rückt näher: Wird die Aktie zur Rakete? first appeared on sharedeals.de.