Die Spannung erreicht langsam ihren Höhepunkt. Morgen ist es so weit: SpaceX geht an die Börse. Viele Anleger werden versucht haben, die Aktie zu zeichnen und gehen aufgrund der deutlichen Überzeichnung wahrscheinlich leer aus. Andere wiederum werden auf den ersten Handelstag warten, um direkt über die Börse in die SpaceX-Aktie einzusteigen. Doch wie könnte sich der Aktienkurs am ersten Handelstag entwickeln? Was spricht für und was gegen Kurssteigerungen?
Das spricht für Kurssteigerungen
Die Überzeichnung
SpaceX wird zum morgigen Börsengang durch die Ausgabe von rund 556 Millionen Aktien (zum Preis von 135 US$) eine Summe von 75 Milliarden US$ einsammeln. Medienberichten zufolge ist das IPO aufgrund der gewaltigen Nachfrage mehr als vierfach überzeichnet. Das bedeutet, dass Kauforders im Gesamtwert von über 300 Milliarden US$ bei Banken und Brokern eingegangen sind.
Die meisten Zeichner der SpaceX-Aktie werden deshalb nur einen Bruchteil ihres gewünschten Aktienpakets erhalten und viele sogar ganz leer ausgehen. Das hat zur Folge, dass Abertausende SpaceX-Fans sich die Aktien des Raumfahrtunternehmens am ersten Handelstag über die Börse kaufen müssen. Das dürfte eine gewaltige Nachfragewelle schaffen.
Das knappe Angebot
Nach dem Börsengang werden nur rund 5% der SpaceX-Aktie frei handelbar sein. Ein so geringer Freefloat sorgt in der Praxis in Kombination mit einer hohen Nachfrage meist für steigende Kurse.
Der Musk-Effekt
Elon Musk besitzt bekanntermaßen eine riesengroße und auch treue Fan-Basis unter Kleinanlegern. Da SpaceX jahrzehntelang komplett privat war, brennt der Retail-Markt darauf, endlich ein Stück vom Kuchen abzubekommen.
Die Hürden für die Zuteilung von Aktien vor dem IPO waren für Kleinanleger diesmal recht niedrig. Musk reservierte 30% des IPO-Kuchens für Privatanleger — ein ungewöhnlich hoher Anteil bei einem Börsengang.
Ich gehe davon aus, dass Musk-Fans ihre SpaceX-Aktie über einen längeren Zeitraum halten werden und sich mindestens eine so gute Kursentwicklung wie bei Tesla erhoffen. Nur wenige dürfen meines Erachtens ihre zugeteilten Aktien bereits am ersten Handelstag verkaufen.
Die mediale Aufmerksamkeit
SpaceX ist nicht nur der mit Abstand größte Börsengang der Geschichte, er ist auch zweifellos der Börsengang mit der größten medialen Aufmerksamkeit in der Börsengeschichte. Noch nie stand ein Unternehmen bei seinem IPO so sehr im Rampenlicht.
Das hat einerseits mit der Geschäftstätigkeit von SpaceX zu tun. Durch die Kombination von Künstlicher Intelligenz mit Raumfahrt elektrisiert der Konzern die Fantasie von Anlegern so stark wie kein anderer. Andererseits hat es mit Gründer und Mehrheitsaktionär Elon Musk zu tun, der wie kein anderer die Klaviatur der Medienwelt beherrscht und es permanent schafft, Menschen für seine Unternehmen zu begeistern.
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Die Statistik
Historische Daten zeigen, dass IPO-Aktien in den USA in den letzten fünf Jahren im Durchschnitt am ersten Handelstag deutlich zulegen konnten. Ein „IPO-Pop“ ist daher grundsätzlich kein ungewöhnliches Phänomen.
Das spricht gegen Kurssteigerungen
Die Bewertung
Die größte Gefahr für „Ersttagsanleger“ ist, dass die enorme Wertschöpfung von SpaceX bereits auf dem privaten Markt stattgefunden hat. Ende 2025 lag die private Bewertung des Raumfahrtkonzerns noch bei rund 800 Milliarden Dollar. Der Sprung auf 1,75 Billionen US$ beim Börsengang ist demnach extrem groß.
Die SpaceX-Aktie ist zum Börsengang mit etwa dem 95-fachen Umsatzes im Jahr 2025 bewertet. Renommierte Analysehäuser warnten bereits im Vorfeld davor, dass der faire Wert deutlich unter dem Ausgabepreis liegt, die SpaceX-Aktie also zum IPO massiv überbewertet sein könnte.
Schnelle Verkäufe
Viele Anleger, die Glück bei der Zuteilung der SpaceX-Aktien hatten, könnten darauf aus sein, kurzfristige Gewinne einzufahren. Sollte die Aktie in den ersten Handelsstunden hochschießen, dürfte der Reiz groß sein, die Aktien schnell mit einem großen Gewinn wieder abzustoßen. Das könnte den Kurs der SpaceX-Aktie unter Druck setzen.
Schwächeres Marktumfeld
Nach einer sehr starken Performance in den letzten Monaten kam der Technologiesektor in den letzten Tagen etwas stärker unter Druck. Möglicherweise rasch steigende Zinsen und eine sinkende Risikobereitschaft treiben Anleger zunehmend aus Tech-Aktien. Diese Faktoren könnten sich auch belastend auf die SpaceX-Aktie auswirken.
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Niemand von uns hat eine Glaskugel. Demzufolge wäre es fahrlässig, an dieser Stelle eine Prognose über den Kursverlauf der SpaceX-Aktie am ersten Handelstag zu wagen.
Ich habe die Aktie jedenfalls weder gezeichnet, noch werde ich zum Handelsstart in sie investieren. Hauptgrund für meine Vorsicht ist die extrem ambitionierte Bewertung des Raumfahrtunternehmens zu seinem Börsengang. Sie enthält mir einfach zu viel Fantasie in Bezug auf die erfolgreiche Monetarisierung von KI-Modellen auf der Erde, Rechenzentren im Weltall, Satelliten-Internet und Raketentransporten.
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