Der japanische Technologieinvestor SoftBank Group verzeichnete am Mittwoch einen deutlichen Anstieg des Quartalsgewinns, da die kräftigen Gewinne aus seiner Investition in OpenAI die Performance des Vision Fund‑Geschäfts stärkten.

Das Unternehmen meldete für das Januar‑März‑Quartal einen Nettogewinn von 1,9 Billionen Yen (12,05 Mrd. $), verglichen mit einem Gewinn von 517 Milliarden Yen im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die jüngsten Ergebnisse markieren SoftBanks fünftes Quartal in Folge mit Nettogewinn und unterstreichen die zunehmende Bedeutung von Investitionen in künstliche Intelligenz für die Ergebnis‑Erholung der Gruppe.

OpenAI treibt die Performance des Vision Fund

Die Vision Fund‑Einheit von SoftBank verbuchte im Quartal einen Anlagegewinn von 3,1 Billionen Yen, wobei der Großteil des Anstiegs auf die steigende Bewertung von OpenAI, dem Entwickler von ChatGPT, zurückzuführen ist.

Für das am März endende Geschäftsjahr verbuchte der Vision Fund Gewinne in Höhe von etwa 46 Milliarden USD (ca. 40,1 Milliarden €), die hauptsächlich durch SoftBanks Engagement in OpenAI getrieben wurden.

SoftBank hat bereits mehr als 30 Milliarden USD (ca. 26,2 Milliarden €) in OpenAI investiert und weitere 30 Milliarden USD (ca. 26,2 Milliarden €) bis 2026 zugesagt.

Das Unternehmen erklärte Anfang dieses Jahres, dass seine insgesamt zugesagten Investitionen in OpenAI 64,4 Milliarden USD (ca. 56,2 Milliarden €) erreichen würden, womit es einen Eigentumsanteil von etwa 13 % hält.

Im März schloss OpenAI eine von SoftBank mitgeführte Finanzierungsrunde ab, die das KI‑Unternehmen mit 852 Milliarden USD (ca. 743,2 Milliarden €) bewertete und damit den Buchwert von SoftBanks Beteiligungen deutlich steigerte.

Andere Investitionen belasten die Renditen

Trotz der starken Gewinne aus OpenAI blieb SoftBanks breiteres Portfolio unter Druck.

Im Märzquartal stammte fast der gesamte Gewinn des Vision Fund in Höhe von etwa 20 Milliarden USD (ca. 17,4 Milliarden €) aus OpenAI, während Beteiligungen an Unternehmen wie Coupang, DiDi Global und Klarna Verluste verzeichneten.

SoftBank hat sich zunehmend inmitten des globalen KI‑Booms positioniert, indem es in KI‑ und halbleiternahe Unternehmen investierte; OpenAI ist dabei zum Eckpfeiler dieser Strategie geworden.

Verschuldungsbedenken bleiben im Fokus

Der aggressive Investitionskurs des Unternehmens hat auch die Bedenken hinsichtlich Bilanz und Verschuldungsposition verstärkt.

Um sein wachsendes OpenAI‑Engagement zu finanzieren, hat SoftBank Beteiligungen an Unternehmen wie T‑Mobile und Nvidia verkauft und gleichzeitig Mittel durch Kredite und Anleiheemissionen aufgenommen, die durch Beteiligungen unter anderem an Arm Holdings und SoftBank Corp. besichert sind.

Im März änderte S&P Global Ratings seine Aussichten für SoftBank von „stabil“ zu „negativ“ und verwies auf Bedenken, dass sich die Liquiditätslage und die Portfolioqualität des Unternehmens aufgrund der umfangreichen zusätzlichen Investitionen in OpenAI verschlechtern könnten.

Die Ratingagentur erklärte, SoftBank könne einige finanzielle Risiken durch weitere Vermögensverkäufe abmildern, während es seine KI‑fokussierte Investitionsstrategie weiter ausbaut.

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