500 Euro Dividende pro Jahr sind ein attraktiver Meilenstein. Herzlichen Glückwunsch, wenn du diesen Meilenstein bereits erreicht hast. Doch war es das jetzt?

Welche finanziellen Ziele verfolgst du? Was passiert, wenn das Geld nicht auf dem Girokonto landet, sondern direkt wieder investiert wird?

Genau hier beginnt der interessante Teil: Mit guten Dividendenaktien, regelmäßigen Sparraten und wiederangelegten Ausschüttungen kann aus einem ersten Ertrag mit der Zeit ein deutlich größerer Geldstrom entstehen.

Wie viel Kapital steckt dahinter?

Wer 500 Euro Brutto-Dividende pro Jahr erzielen möchte, braucht zunächst ein entsprechend großes Depot. Rechnen wir nach: Bei einer angenommenen Dividendenrendite von 4 % wären dafür rund 12.500 Euro erforderlich. 

Das ist allerdings nur eine Modellrechnung, denn Steuern, Kursveränderungen und schwankende Ausschüttungen bleiben unberücksichtigt. Noch wichtiger: Eine hohe Dividendenrendite ist nicht automatisch ein gutes Zeichen und das Letzte, nach dem du suchen solltest. 

Sie kann entstehen, weil ein Unternehmen besonders großzügig ausschüttet – oder weil der Aktienkurs stark gefallen ist. Nestlé (WKN: A0Q4DC) oder Kraft-Heinz (WKN: A14TU4) zeigen nur zu gut, wie schwierig es heute ist, eine gute Performance mit hochrentierlichen defensiven Aktien zu erreichen.

Anleger sollten deshalb unter anderem auf die Gewinnentwicklung, den freien Cashflow, die Verschuldung, die Ausschüttungsquote und die bisherige Dividendenpolitik achten.

Wer solche Qualitätsmerkmale berücksichtigt, kann ein stabileres Dividendenportfolio aufbauen. Entscheidend ist aber nicht nur, auf die heutige Ausschüttung zu schauen, sondern auch darauf, ob ein Unternehmen seine Dividende langfristig finanzieren und idealerweise steigern kann.

Der zweite Hebel ist das regelmäßige Aktiensparen, also das Zuschießen von neuem Geld. Wer jeden Monat einen festen Betrag investiert, muss nicht versuchen, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu erwischen.

Sparpläne haben den Vorteil, dass sie in schwachen Börsenphasen automatisch mehr und in starken entsprechend weniger Aktien kaufen. Das kann dabei helfen, emotionale Fehlentscheidungen zu vermeiden.

Besonders interessant wird es, wenn die Dividenden wieder investiert werden. Aus der Ausschüttung werden so zusätzliche Aktien – und diese Aktien wiederum bringen neue Dividenden. So entsteht über viele Jahre ein wachsender Kreislauf, der dein Vermögen nach vorne bringt.

500 Euro Dividende sind erst der Anfang

Wer eine Dividende von 500 Euro im Jahr erzielt, hat noch kein passives Einkommen, von dem man leben kann. Er hat aber etwas viel Wichtigeres erreicht: Er hat eine funktionierende Grundlage geschaffen.

Wer regelmäßig investiert, Dividenden wieder anlegt und die Qualität seiner Aktien im Blick behält, kann diesen Einkommensstrom über viele Jahre hinweg ausbauen.

Das Prinzip ist simpel, doch die Umsetzung erfordert Geduld und Disziplin. Die sollest du dir auch nehmen, denn an der Börse entstehen Vermögen bekanntlich nicht über Nacht.

Und wenn, dann nur unter Inkaufnahme hoher Risiken. Dieses Vermögen ist dann aber meist nicht nachhaltig.

Cleverer ist der Weg des regelmäßigen Aktiensparens. Durch die Ausnutzung des Zinseszinseffekts kann die Vermögensbildung umso stärker werden, je länger das Geld investiert bleibt.

Es lohnt sich also, nicht erst kurz vor dem Ruhestand über den eigenen Vermögensaufbau nachzudenken. Schon regelmäßige Beträge über Jahrzehnte hinweg können einen erheblichen Unterschied machen.

Der Artikel So kriegst du 500 Euro Dividende und machst 1.500 Euro daraus! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.