Die Gerüchte der letzten Wochen haben sich heute bestätigt: Die SMAG Mobile Antenna Masts AG aus Salzgitter hat offiziell ihre Absicht für einen Börsengang bekannt gegeben. Damit drängt das nächste stark wachsende Unternehmen aus dem Verteidigungssektor an den deutschen Aktienmarkt. Wer ist SMAG und sollten Anleger bei diesem IPO mit dabei sein?

Was macht SMAG?

Die SMAG Mobile Antenna Masts AG mit Hauptsitz in Salzgitter ist ein hochspezialisiertes Maschinenbauunternehmen aus dem Rüstungs- und Verteidigungssektor. Das Unternehmen ist der weltweit führende und in Europa dominierende Entwickler und Hersteller von missionskritischen, mobilen Antennenmastsystemen.

Einfach ausgedrückt: SMAG baut hochkomplexe, tonnenschwere Masten für das Militär, die auf Lkw, gepanzerten Fahrzeugen, Containern oder Anhängern montiert sind und im Feld vollautomatisch ausgefahren werden können. Die technologische Besonderheit der SMAG-Systeme ist, dass sie selbsttragend und abspannfrei sind. Sie kommen also komplett ohne Abspannseile aus.

Auf dem Gefechtsfeld entscheidet Schnelligkeit über Leben und Tod. Ein SMAG-Mast kann in unter zehn Minuten vollautomatisch auf bis zu 40 Meter Höhe ausgefahren werden – und genauso schnell wieder eingefahren werden, wenn ein Stellungswechsel nötig ist. Trotz des Verzichts auf Seile tragen die Masten am Kopf Gewichte von bis zu 600 kg und bleiben selbst bei Orkanwindgeschwindigkeiten von über 120 km/h stabil.

Dafür braucht man SMAG

Da die moderne Kriegsführung extrem digitalisiert und datengetrieben ist, bilden die Masten von SMAG das physische Rückgrat für verschiedene taktische Systeme: Sie tragen Antennen, um abhörsichere, taktische Funk- und Breitbandnetzwerke für Truppen aufzubauen.

Zudem transportieren die Masten sensible Radarsysteme oder optoelektronische Sensoren in die Höhe, um anfliegende Drohnen, Marschflugkörper oder Jets frühzeitig zu erkennen. Unter anderem nutzt das bekannte Patriot-Flugabwehrsystem die Masten aus Salzgitter. Auch Systeme für die elektronische Kampfführung werden auf den SMAG-Masten platziert, um feindliche Signale zu stören oder den gegnerischen Funkverkehr aufzuklären.

Zu den Kunden zählen über 50 internationale Rüstungskonzerne sowie Regierungsbehörden. Die Systeme von SMAG sind bei 15 NATO-Streitkräften im aktiven Einsatz. Insgesamt hat das Unternehmen bereits über 2.000 Mastsysteme weltweit ausgeliefert.

Details zum IPO

Das Listing der SMAG-Aktie an der Börse soll bereits im Juli 2026 erfolgen. Die Aktien werden im Segment Scale der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet, dem KMU-Segment für kleinere und mittlere Wachstumsunternehmen.

Aus der Ausgabe neuer Aktien strebt das Unternehmen einen Nettozufluss von rund 30 Millionen € an. Neben den neuen Aktien wird der bisherige Alleineigentümer, die Beteiligungsgesellschaft AEQUITA, bestehende Aktien umplatzieren. AEQUITA hat jedoch angekündigt, auch nach dem Börsengang eine Mehrheitsbeteiligung am Unternehmen halten zu wollen.

Das Kapital aus dem Börsengang soll primär in den massiven Ausbau der physischen Infrastruktur in Salzgitter fließen, um die hohe Nachfrage bedienen zu können. Die Produktionsfläche soll von aktuell 10.000 Quadratmetern bis Ende 2027 auf über 20.000 Quadratmeter verdoppelt werden. Durch die Investition in neue Schweißroboter will SMAG die Produktionskapazität für Mastkomponenten auf etwa 300 Einheiten pro Jahr verdoppeln.

Ein dynamisch wachsendes und hochprofitables Unternehmen

SMAG profitierte zuletzt massiv vom anhaltenden Boom und dem Modernisierungsdruck bei den NATO-Streitkräften. Die vorgelegten Zahlen spiegeln das enorme Wachstumstempo wider: Im Jahr 2024 lag der Umsatz noch bei rund 27 Millionen €, kletterte 2025 auf 34 Millionen € und soll im laufenden Jahr bereits 55 bis 60 Millionen € erreichen.

Die bereinigte EBIT-Marge wird für das Gesamtjahr 2026 bei starken 19 bis 21% erwartet. Mittelfristig peilt das Management ein jährliches Umsatzwachstum von über 40% bei einer bereinigten EBIT-Marge von rund 35% an.

Ein hochspannendes, aber vermutlich teures Investment

Ich halte die SMAG-Aktie für ein potenziell hochspannendes Investment. Die Systeme des Unternehmens zählen zu den absolut erfolgskritischen Komponenten der modernen Kriegsführung. Der Ukraine-Krieg und die militärische Auseinandersetzungen im Nahen Osten zeigen die enorme Bedeutung der Erkennung und Bekämpfung von Drohnen und Raketen sowie der elektronische Kampfführung.

Die systemkritische Rolle ermöglicht SMAG sehr hohe Margen. In Kombination mit einem dynamischen Umsatzwachstum ist hier eine Gewinnvervielfachung in den kommenden Jahren zu erwarten.

Ob die SMAG-Aktie tatsächlich eine Zeichnung wert ist, hängt in erster Linie natürlich vom Preis ab. Günstig dürfte sie nicht werden. Das liegt primär am Eigentümer AEQUITA.

Finanzinvestoren sind ausschließlich auf Gewinnmaximierung ausgerichtet. AEQUITA hat keinerlei strategisches Interesse an seiner Beteiligung. Das bedeutet, dass der Investor zum Börsengang den Preis maximieren wird. Möglicherweise stimmt dann die Bewertung nicht mehr. Sharedeals wird weiterhin über den geplanten Börsengang berichten.

Abschließend: Du interessierst Dich generell für die Rüstungsbranche? Dann wird Dich auch unser Report Rüstungs-Rohstoffe interessieren!

ℹ SMAG in Kürze

  • Die SMAG Mobile Antenna Masts AG mit Sitz in Salzgitter ist ein weltweit führender Systemlieferant für die Rüstungsindustrie.
  • Das Unternehmen entwickelt und fertigt mobile, abspannfreie (selbsttragende) Antennenmastsysteme für militärische Einsätze.
  • Die Masten von SMAG sind das physische Rückgrat für die Drohnen- und Flugabwehr, die taktische Kommunikation und die elektronische Kampfführung.
  • SMAG entstand 1974 durch die Ausgliederung aus dem Industriekonzern Salzgitter Maschinenbau AG.
  • Das Unternehmen plant, im Juli 2026 an die Frankfurter Börse (Segment Scale) zu gehen. Derzeitiger Eigentümer ist der Finanzinvestor AEQUITA.

The post SMAG-Aktie: Ist das bald die spannendste Rüstungsaktie? first appeared on sharedeals.de.