Die deutschen Autohersteller erleben momentan rabenschwarze Tage an der Börse. BMW (WKN: 519000) und Mercedes-Benz (WKN: 710000) notieren auf dem tiefsten Stand seit fünf Jahren und die VW-Aktie (WKN: 766403) ist fast auf ein 15-Jahrestief gefallen. Nur die Aktie von Porsche (WKN: PAG911) hat sich zuletzt wieder etwas erholt.
Vor diesem Hintergrund muss man sich die Frage stellen, ob die heimischen Autobauer noch interessante Dividendenwerte sind. Oder ob ihre goldenen Zeiten als Dividendenaktien vorbei sind.
Die goldenen Zeiten sind vorbei
Wenn man sich die Dividendenentwicklung der deutschen Autokonzerne in den beiden letzten Jahren ansieht, muss man tatsächlich zur Schlussfolgerung gelangen, dass die goldenen Zeiten vorbei sind. Die Gewinnausschüttung von Volkswagen (Vorzugsaktie) ging von 9,06 auf 5,26 Euro je Aktie zurück.
Bei BMW (auch Vorzugsaktie) brach die Dividende von 6,02 auf 4,42 Euro je Aktie. ein. Und bei Mercedes-Benz sank die Gewinnausschüttung von 5,30 auf 3,50 Euro je Aktie.
Magere Cashflows
Die Zahlung einer Dividende hängt bekanntermaßen primär vom Cashflow ab und diesbezüglich sieht die Lage bei den deutschen Autokonzernen nicht besonders rosig aus. BMW schockierte vor wenigen Tagen die Börse mit der Nachricht, dass der Free Cashflow 2026 nicht 4,5 Mrd. Euro, sondern eher 2,5 Mrd. Euro betragen werde.
Nicht viel besser steht Mercedes-Benz da. Die Schwaben rechnen mit einem freien Cashflow von ca. 3,5 Mrd. Euro, also leicht unter dem Niveau des Vorjahres.
Die Bandbreite der Cashflow-Prognose von Volkswagen ist sehr groß. Sie liegt zwischen 3 und 6 Mrd. Euro.
Eine kritische Gemengelage
Die deutschen Autobauer befinden sich in einer äußerst kritischen Gemengelage. Auf der einen Seite müssen sie nicht nur in China und den USA, sondern zunehmend auch in Europa in einem knallharten Wettbewerbskampf bestehen.
Auf der anderen Seite müssen sie extrem viel Geld in die Hand nehmen, um im Technologiewettlauf bei Batterietechnik und Software nicht den Anschluss an die Chinesen und Amerikaner zu verlieren. Beides drückt auf die Gewinnmargen und den Cashflow.
Zu wenig Luft
Ich glaube nicht, dass die deutschen Autoaktien noch interessante Dividendenwerte sind. Ihnen droht zwar nicht das Schicksal von Stellantis, das seine Dividende 2026 komplett gestrichen hat. Aber sie werden in den kommenden Jahren zu wenig Luft im Cashflow haben, um ihre Gewinnausschüttungen wieder nennenswert erhöhen zu können.
Der Artikel Sind die deutschen Autohersteller überhaupt noch interessante Dividendenwerte? ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.