
Der Silberpreis bewegte sich am Dienstag kaum, da die Frist für Trumps Ultimatum an den Iran näher rückt. Eine abwartende Stimmung war auch bei anderen Edelmetallen sowie am US-Aktienmarkt zu beobachten. Während die langfristige Aufwärtsperspektive dem weißen Metall einen stabilen Boden bietet, belasten verstärkte Inflationssorgen. Zusätzlich zu den geopolitischen Spannungen richten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf das FOMC-Protokoll am Mittwoch und die US-Inflationsdaten am Freitag.
Trumps Drohungen schüren abwartende Haltung
In einem Truth Social-Beitrag am Dienstag erklärte der US-Präsident: „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht ausgelöscht werden, nie wieder zurückgebracht. Ich möchte nicht, dass das passiert, aber es wird wahrscheinlich geschehen.“
Die Drohung erfolgte weniger als 24 Stunden nach seiner vorherigen Warnung, dass das US-Militär iranische Kraftwerke und Brücken angreifen werde, falls die wichtige Straße von Hormuz nicht wieder geöffnet werde. Als Reaktion darauf hat der Iranische Islamische Revolutionsgardekorps (IRGC) signalisiert, dass es „in gleicher Weise“ reagieren werde und dafür sorgen wolle, dass die USA und ihre Verbündeten jahrelang von Öl und Gas abgeschnitten wären, sollten Trump und die israelischen Streitkräfte die zivilen Einrichtungen des Landes angreifen.
Vor dem Hintergrund der geopolitischen Spannungen herrscht unter Anlegern eine abwartende Stimmung. Der US-Aktienmarkt zeigte geringe Bewegungen, wobei der S&P 500 Index zum zweiten Mal in Folge um etwa $6,600 schwankte. Ebenso notierte der Dow Jones seitwärts für die vierte Sitzung in Folge, während der technologieintensive Nasdaq 100 unter dem langfristigen 200-Tage-EMA und dem kurzfristigen 25-Tage-MA verharrte.
Normalerweise stärkt ein risk-off-Gefühl den Silberpreis und andere klassische sichere Häfen. Der durch die Blockade der wichtigen Straße von Hormuz ausgelöste Energieschock hat jedoch die Inflationssorgen verstärkt. In der Folge setzen Anleger zunehmend darauf, dass die Fed und andere große Zentralbanken eher restriktiv agieren.
Ein Umfeld höherer Zinsen wirkt tendenziell bärisch für den Silberpreis. Dennoch hat seine langfristig bullische Perspektive ihm einen stabilen Boden oberhalb des 200-Tage-EMA verschafft. In den kommenden Sitzungen wird der Markt zudem auf das FOMC-Protokoll am Mittwoch und die US-Inflationsdaten am Freitag reagieren. Ein stärkerer US-Dollar und steigende Treasury-Renditen könnten das weiße Metall zusätzlich belasten.
Technische Analyse des Silberpreises

Silberpreis-Chart | Quelle: TradingView
Am Dienstag kehrten die Finanzmärkte nach dem langen Osterwochenende eher verhalten zurück. Neben den geringen Handelsvolumina bleiben Anleger wegen der andauernden Konflikte im Nahen Osten vorsichtig. In der Folge konsolidiert der Silberpreis zum zweiten Mal in Folge.
Nach den Ende letzter Woche verzeichneten Verlusten fehlt dem weißen Metall die nötige Dynamik, um seinen Versuch, den Widerstand am kurzfristigen 25-Tage-EMA bei $75.85 zu durchbrechen, wieder aufzunehmen. Angesichts der Mischsignale hinsichtlich eines Endes des Kriegs zwischen den USA und dem Iran könnte seine Erholung in dieser Zone noch eine Weile gebremst bleiben. Bemerkenswert ist, dass dies nun seit etwa drei Wochen der Fall ist.
Auf der Unterseite bietet $65.50 weiterhin eine stabile Unterstützung für den Silberpreis, da seine langfristige Aufwärtsperspektive ihn über dem 200-Tage-EMA hält. Kurzfristig sind die Bullen darauf bedacht, die Unterstützung bei $70 zu verteidigen. Dadurch bewegt sich der Preis in einer relativ engen Spanne, während Anleger die andauernden Konflikte und die US-Inflationsdaten beobachten.
Ein Ausbruch über diese Range könnte das weiße Metall in die Nähe des 50-Tage-EMA bei $78.15 führen. Solange der Silberpreis unter der monatelangen Aufwärtstrendlinie handelt, bleibt $80 eine starke Widerstandszone.
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