
Der Silberpreis gab am Mittwoch leicht nach, da das Inflationsrisiko den US-Dollar stärkt. Die veröffentlichten US-CPI-Daten zeigten, dass die Inflation mit 2.4% über dem Ziel der Entscheidungsträger blieb. Angesichts anhaltender geopolitischer Spannungen, die die Inflationssorgen verstärken, wächst die Erwartung, dass die Fed weitere Zinssenkungen aussetzt. Silber und andere Edelmetalle gedeihen tendenziell in einem Umfeld niedrigerer Zinsen und eines schwächeren US-Dollars.
Inflationsrisiko dämpft Aufwärtspotenzial des Silberpreises
Am Mittwoch strich der Silberpreis die Gewinne der Vortagssitzung aus, da hohe Volatilität die Finanzmärkte prägte. Insbesondere ein stärkerer US-Dollar zählt zu den Hauptfaktoren, die sein Aufwärtspotenzial gebremst haben. Zwar haben sich die Rohölpreise von dem überraschenden Anstieg zu Wochenbeginn abgeschwächt, doch die Sorge über anhaltende Störungen im Schiffsverkehr entlang der Straße von Hormus hat das Inflationsrisiko erhöht.
Am Mittwoch wurden drei Frachtschiffe in dem zentralen Öltransportkorridor von „unbekannten Projektilen“ getroffen. Zudem führte Iran Vergeltungsangriffe in der Golfregion durch, darunter auf ein wichtiges Ölfeld in Saudi-Arabien und in der Nähe des Flughafens von Dubai. Gleichzeitig erklärte die US-Administration, sie habe 16 von Irans minenlegenden Schiffen in der Nähe der Straße von Hormus „beseitigt“.
Als Reaktion auf die jüngsten Ereignisse des US-Iran-Krieg baute der Greenback die Gewinne der Vortagssitzung aus und notierte zum Zeitpunkt der Abfassung bei $99.22. Ein Blick auf das Tageschart deutet kurzfristig auf weitere Zuwächse hin, die die Silberpreisentwicklungen weiter dämpfen könnten. Der Dollarindex bildete ein bullisches Golden-Cross-Muster, wobei die kurzfristige 25-Tage-EMA die mittelfristige 50-Tage-MA nach oben kreuzte.
Neben dem US-Iran-Krieg reagieren der US-Dollar- und die Edelmetallmärkte auf die US-Inflationsdaten. Die am Mittwoch veröffentlichten CPI-Zahlen zeigten, dass die Inflation vor dem anhaltenden Krieg stabil blieb. Zwar war sie unverändert gegenüber Januar bei 2.4%, lag damit aber leicht über dem Ziel der Fed.
Nach den unkonventionellen Zöllen hat der US-Iran-Krieg eine neue Ebene von Komplikationen hinzugefügt. Neben den bevorstehenden US-PCE-Daten werden Anleger die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und das Ausmaß der Schiffsbehinderungen weiter genau beobachten. Ein erhöhtes Inflationsrisiko dürfte den US-Dollar stärken und gleichzeitig den Silberpreis sowie andere Edelmetalle belasten.
Technische Analyse des Silberpreises

Der Silberpreis bewegt sich weiterhin in einer relativ engen Spanne, da Anleger auf weitere Hinweise zum Inflationsrisiko, zur Nachfrage nach sicheren Häfen und zur geldpolitischen Perspektive der Fed warten. Am Mittwoch gab das weiße Metall nach, nachdem es nicht genug Momentum hatte, um den vor einer Woche erreichten Widerstand erneut zu testen.
Zum Zeitpunkt der Abfassung notierte es nahe dem kurzfristigen 25-Tage-MA, während sein RSI neutral bei 50 blieb. Auf Basis technischer und fundamentaler Faktoren befindet sich das Edelmetall an einem Wendepunkt hoher Volatilität. Das heißt, es kann sich je nach dominierenden Einflussfaktoren und Marktstimmung in beide Richtungen entwickeln. Dennoch haben die Bullen weiterhin die Kontrolle, da der Kurs stabil oberhalb der Unterstützungsmarke von $78 bleibt.
Kurzfristig ist die Spanne zwischen der 50-Tage-EMA bei $82.16 und dem Widerstand bei $90.69 zu beobachten. Ein Ausbruch über diese Spanne würde den Bullen die Chance geben, das einmonatige Hoch, das zu Beginn des US-Iran-Kriegs bei $96.70 erreicht wurde, erneut zu testen.
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