
Was für einen Unterschied ein paar Monate machen können. Der Aktienkurs von Siemens Energy (ENR) hat sich vom schlechtesten Performer im DAX-Index im Jahr 2023 zum besten Performer dieses Jahres entwickelt. Er ist in diesem Jahr um fast 150 % und von seinem Tiefpunkt im Jahr 2023 um 330 % gestiegen.
Siemens Energy hat auch andere Windenergieunternehmen wie Orsted und Vestas Wind Systems geschlagen, die in diesem Jahr schlechter abgeschnitten hatten als der Markt.

Siemens Energy vs. Orsted vs. Vestas Wind Systems
Siemens Energy wäre 2023 fast zusammengebrochen
Siemens Energy ist einer der größten Energiekonzerne Deutschlands. Das Großunternehmen stellt unter anderem Kompressoren, Gasturbinen, Generatoren und Wärmepumpen her.
Darüber hinaus ist das Unternehmen ein wichtiger Akteur in der Branche der erneuerbaren Energien, wo es über seinen Geschäftsbereich Siemens Gamesa Windturbinen herstellt. Seine Dienstleistungen bietet es in mehreren Segmenten an, darunter Gas, Netz, Transformation der Industrie und Gamesa.
Siemens Energy wurde 2020 aus dem Siemens-Konzern ausgegliedert und seitdem läuft das Geschäft nicht gut. So hat Siemens Gamesa unter der Verlangsamung der Windindustrie in den letzten Jahren aufgrund hoher Zinsen und geringer Nachfrage in allen Segmenten gelitten.
Die Situation verschärfte sich im vergangenen Jahr, als Probleme mit den Turbinen des Typs Gamesa 4.X zu großen Herausforderungen führten. Infolgedessen musste das Unternehmen kostspielige Reparaturen durchführen lassen, die auf lange Sicht schätzungsweise über 4,5 Milliarden Dollar kosten werden.
Infolgedessen wäre Siemens Energy im vergangenen Jahr fast pleitegegangen, wurde jedoch vom Siemens-Konzern und der deutschen Regierung gerettet, die das Unternehmen als nationalen Champion betrachtet.
Die Regierung gewährte der Gamesa-Tochtergesellschaft Kreditgarantien im Wert von über 7,5 Milliarden Euro oder 8,1 Milliarden Dollar. Der Siemens-Konzern und andere Anteilseigner stellten zudem den Restbetrag des Rettungspakets in Höhe von 15 Milliarden Euro bereit – eine beachtliche Summe für ein Unternehmen, dessen Wert damals auf weniger als 10 Milliarden Euro geschätzt wurde.
Turnaround bei Siemens Energy geht weiter
Das Management von Siemens Energy hat eine umfassende Sanierungsstrategie eingeleitet, um das Unternehmen wieder profitabel zu machen. So kündigte das Unternehmen kürzlich an, 4.100 Mitarbeiter der Gamesa-Sparte zu entlassen. Damit sollen jedes Jahr Millionen Euro eingespart werden.
Es gibt Anzeichen dafür, dass diese Turnaround-Bemühungen Früchte tragen. Im Mai gab das Unternehmen bekannt, dass sein Gewinn vor Sonderposten im zweiten Quartal auf 170 Millionen Euro gestiegen sei. Dieser Gewinn ist vor allem auf Währungsschwankungen und den Verkauf von Geschäftsbereichen zurückzuführen.
Das Unternehmen hob auch seine Prognose für das laufende Jahr an und erwartet ein Umsatzwachstum zwischen 10 und 12 Prozent. Zuvor hatte das Unternehmen ein Umsatzwachstum zwischen 3 und 7 Prozent prognostiziert. Die Gewinnspanne wird voraussichtlich zwischen -1 und 1 Prozent liegen. Der freie Cashflow wird bei etwa 1 Milliarde Euro liegen.
Dennoch gibt es Risiken für das Geschäft. So erfreuen sich beispielsweise die Windturbinen von Siemens Gamesa großer Beliebtheit, es ist jedoch unklar, ob sich die Branche in diesem Jahr erholen wird. Zudem sieht sich das Unternehmen mit starker Konkurrenz durch Vestas Wind Systems und andere chinesische Unternehmen konfrontiert.
Siemens Energy Aktienkursanalyse

Im Wochenchart sehen wir, dass sich der Aktienkurs von Siemens Energy in den letzten Monaten erholt hat. Diese Erholung entspricht der Vorhersage von Nicholas Green von Bernstein im letzten Jahr.
Zuletzt war die Aktie fünf Wochen in Folge gestiegen und hat den wichtigen Widerstand bei 27 € überschritten, ihren Höchststand am 27. Mai. Das Überschreiten dieses Niveaus ist entscheidend, da es das sich bildende Double-Top-Muster ungültig macht.
Der Aktienkurs von Siemens Energy ist zudem über den 61,8%-Retracement-Punkt und den 50-Wochen-Durchschnitt gesprungen. Daher besteht die Möglichkeit, dass die Aktie weiter steigt, da Käufer den wichtigen Widerstand bei 30 € anpeilen.
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