Lieber Aktiensegler,

das Thema „Sicherheit“ ist aktueller denn je. Rein objektiv betrachtet: Es herrscht Krieg, Energiepreise und insbesondere die Notierungen von Öl schießen in die Höhe. Was ist da noch sicher? Selbst das Geld auf dem Konto wird weniger wert, wenn die Inflation anzieht. Das bedeutet, dass wir zwar nominell immer den gleichen Betrag auf unserem Konto haben. Durch den Kaufkraftverlust verlieren wir dennoch an Wert.

Für viele Anleger gilt Gold als sicher. Das Edelmetall hat wieder massiv an Wert gewonnen, als die Welt unsicherer geworden ist. Betrachten wir jedoch die Kehrseite: Zwischen dem Hoch nach der Finanzkrise, etwa um das Jahr 2011 herum, und dem Tief im Jahre 2015 verlor Gold ebenfalls fast 50 % seines Wertes. Ist das sicher?

Gold zeigt uns, dass wir Sicherheit beim Vermögen anders definieren müssen. Wir Aktiensegler sind zwar keine Fans vom nicht wertschöpfenden Edelmetall. Dennoch zeigt sich, dass Gold seit Anfang dieses Jahrtausends bis heute ca. 1.500 % an Wert zugelegt hat. Unser heutiger Fokus liegt deshalb nicht auf dem Edelmetall, wohl aber auf der langfristigen Geldanlage.

Sicherheit für dein Vermögen: Denke nicht in kurzfristigen Kursverlusten

Unsere heutige Quintessenz lautet, dass wir Sicherheit nicht in der Schwankungsbreite definieren dürfen, in der absoluten Sicherheit. Denn mit diesem Fokus verlieren wir etwas Wichtiges aus den Augen. Es geht nicht darum, dass wir immer den gleichen Wert in Euro behalten, sondern dass wir einen Vermögenswert wählen, der idealerweise im Laufe vieler Jahre so an Wert gewinnt, dass unsere Kaufkraft und der Gegenwert unseres Vermögens erhalten bleibt. Das ist absolute Sicherheit. In gewisser Weise stellt das sogar eine Transformation dar: Denn wir portieren unser Vermögen durch die Zeit und erhalten den Gegenwert, ohne an Kaufkraft einzubüßen.

Diese Form von Sicherheit bedeutet Risiko, Volatilität. Kursschwankungen. Korrekturen, sogar Crashs. Aber es ist im Laufe vieler Jahre möglich. Gold hat beispielsweise mehrmals um 50 % an Wert eingebüßt. Das Edelmetall neigte in der Vergangenheit jedoch stets dazu, neue Hochs auszubilden. Wobei viele der Hochs eben dann erreicht werden, wenn Sicherheit vermehrt gefragt ist.

Das gilt aber auch für den Aktienmarkt. Der S&P 500 erlebte Korrekturen, Crashs und viel Volatilität. Seit dem Jahre 2003 hat jedoch auch der US-Aktienindex von ca. 800 Punkten bis auf momentan knapp über 7.000 Zähler zugelegt. Der DAX stieg seit dem Jahre 1988 von 1.100 Punkten bis auf 24.000 Zähler. Es sind solche Vermögenswerte, die uns langfristig das Vermögen erhalten und sogar dazu führen, dass wir noch mehr bekommen.

Wir müssen unser Mindset verändern

Wenn wir daher an Sicherheit und unser Vermögen denken, so sollten wir unser Mindset verändern. Weg von dem Gedanken, dass wir einen absoluten Wertspeicher benötigen, hin zu der Überlegung, dass unser Geld lediglich Kaufkraft verbrieft. Die Kaufkraft ist das, was unser Vermögen ausmacht. Dabei ist es weniger wichtig, ob der absolute Wert gelegentlich im Wert schwanken mag.

Aktien, ETFs oder eben auch Edelmetalle wie Gold können das auf unterschiedliche Weise umsetzen. Sein Geld auf dem Konto zu halten führt jedoch eigentlich nur dazu, dass du an Wert verlierst. Nicht absolut, nicht gemessen an der konkreten Zahl, die du auf deinem Konto siehst, aber mit Blick darauf, was du dir für dein Vermögen leisten kannst.

Auf die richtige Art der Sicherheit für dein Vermögen,

Vincent Uhr
Chefredakteur Aktienwelt360

Der Artikel „Sicherheit“ für dein Vermögen in einer unsicheren Welt ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.