shareribs.com – London 25.02.2022 – Die Ölpreise erholen sich heute wieder, notieren aber unter dem Vortagesniveau. Derweil sind die Rohölbestände in den USA zuletzt wieder gestiegen, die Förderung blieb allerdings unverändert.

Wie die Energy Information Administration am Donnerstag mitteilte, sind die Rohölbestände in den USA in der vergangenen Woche um 4,5 Mio. auf 416,0 Mio. Barrel gestiegen. Die Bestände liegen damit um neun Prozent unter dem Fünf-Jahresschnitt. Die Benzinbestände sanken um 0,6 Mio. Barrel und liegen um rund drei Prozent unter dem Fünf-Jahresschnitt. Die Bestände der Destillate sind um 0,6 Mio. Barrel zurückgegangen und liegen um 18 Prozent unter dem Fünf-Jahresschnitt.

Die US-Raffinerien setzten täglich 15,2 Mio. Barrel Rohöl durch, 344.000 Barrel/Tag mehr als in der Vorwoche. Die Produktion von Benzin stieg um 9,3 Mio. Barrel/Tag, die Produktion der Destillate stieg um 4,7 Mio. Barrel/Tag.

Derweil stagnierte die Förderung von Rohöl bei 11,6 Mio. Barrel/Tag. Die Importe von Rohöl kletterten um 1,038 Mio. Barrel, die Exporte stiegen um 415.000 auf 2,686 Mio. Barrel/Tag.

Die Nachfrage nach Ölprodukten in den USA lag im Schnitt der vergangenen vier Wochen bei 21,9 Mio. Barrel/Tag, ein Plus von 12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Nachfrage nach Benzin lag mit 8,6 Mio. Barrel/Tag um 10,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Nachfrage nach Flugbenzin lag um 40,4 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Mit dem gestrigen Angriff Russlands auf die Ukraine ist der Preis für das Fass Brent-Rohöl erstmals seit 2014 wieder über die Marke von 100 USD geklettert. Im Handelsverlauf schwächte sich der Anstieg etwas ab. Der Preis bleibt aber auf hohem Niveau.

Der leichte Rückgang ist auch der Tatsache geschuldet, dass die USA und die EU bislang keine Sanktionen gegen Moskau erhoben haben, die den Öl- und Gassektor des Landes betrifft. Angesichts der fortbestehenden Abhängigkeit der EU und auch der USA von russischen Energieexporten dürfte die Gefahr von Sanktionen gegen den Sektor vorerst nicht bestehen. Viel hängt aber auch davon ab, welche Ziele Moskau in der Ukraine zu erreichen hofft. Einige Beobachter rechnen damit, dass Kiew das Hauptziel ist und die westliche Ukraine in der einen oder anderen Form separat bestehen bleiben könnte.

Derweil hoffen die Marktteilnehmer auf eine Einigung in den iranischen Atomverhandlungen. Die Berichte über eine Annäherung hatten den Anstieg der Ölpreise gedämpft. Vertreter Teherans teilten am Donnerstag aber via Twitter mit, dass die Vertreter der westlichen Nationen wichtige Entscheidungen treffen müssten, um eine Vereinbarung treffen zu können.

Das Fass Brent-Rohöl verbessert sich um 1,3 Prozent auf 100,35 USD, WTI-Rohöl steigt um 0,6 Prozent auf 93,36 USD/Barrel.