Die Aktien von ServiceNow fielen deutlich, nachdem das Unternehmen geopolitische Störungen und einen schwächeren Margenausblick signalisierte, was die Anlegerstimmung trübte, obwohl der Umsatz besser als erwartet ausfiel und die Prognosen für das Geschäft mit künstlicher Intelligenz optimistisch waren.

Die Aktie verlor mehr als 14%, nachdem das Enterprise-Software-Unternehmen erklärte, der anhaltende Konflikt im Nahen Osten habe wichtige Abschlusszeiträume verzögert und das Wachstum der Abonnementumsätze im Quartal gebremst.

Umsatzwachstum bleibt stark, sieht sich aber Gegenwind ausgesetzt

ServiceNow meldete ein quartalsweises Umsatzwachstum von 22% im Jahresvergleich; der Nettogewinn stieg leicht auf $469 million, bzw. 45 Cent je Aktie, verglichen mit $460 million, bzw. 44 Cent je Aktie im Vorjahr.

Die Abonnementumsätze beliefen sich auf $3.67 billion und lagen damit knapp über den von FactSet erwarteten $3.65 billion.

Das Unternehmen wies jedoch darauf hin, dass geopolitische Störungen die Performance beeinträchtigt hätten.

In der Mitteilung erklärte das Unternehmen, das Wachstum der Abonnementumsätze habe im Quartal „einen ungefähren Gegenwind von 75 Basispunkten durch verzögerte Abschlüsse mehrerer großer On-Premise-Deals im Nahen Osten aufgrund des anhaltenden Konflikts in der Region“ erfahren.

Ausblick angehoben, aber Vorsicht bleibt

Trotz der kurzfristigen Störungen hob ServiceNow seine Jahresprognose für die Abonnementumsätze des Geschäftsjahres 2026 auf eine Spanne von $15.74 billion bis $15.78 billion an, gegenüber der früheren Prognose von $15.53 billion bis $15.57 billion.

„Unsere Jahresprognose spiegelt derzeit eine vorsichtige Einschätzung der geopolitischen Lage wider“, sagte CFO Gina Mastantuono gegenüber CNBC.

„Ich habe aufgrund des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten und seiner potenziellen Auswirkungen auf das Timing von Abschlüssen definitiv ein wenig zusätzliche Vorsicht eingebaut.“

Das Unternehmen hob außerdem die starke Dynamik im Bereich künstliche Intelligenz hervor: CEO Bill McDermott prognostiziert $1.5 billion AI-Umsatz für 2026, gegenüber einer früheren Schätzung von $1 billion.

Er sagte gegenüber MarketWatch, die angepasste Prognose könne konservativ sein.

Margenbedenken drücken auf die Stimmung

Der Anlegerfokus verlagerte sich jedoch auf die Margen.

ServiceNow erwartet nun eine bereinigte operative Jahresmarge von 31,5%, nach zuvor anvisierten 32%.

Die Margenprognose für das zweite Quartal von 26,5% lag laut Benchmark-Analyst Yi Fu Lee ebenfalls unter den Erwartungen der Wall Street von 30,1%; er deutete an, dass die Differenz mit Integrationskosten aus jüngsten Übernahmen zusammenhängen könnte.

Der schwächere Margenausblick überschatte die ansonsten soliden Ergebnisse und die AI-Wachstumsstory des Unternehmens und löste einen breiteren Ausverkauf bei Software-Aktien aus.

Druck durch Wettbewerber verstärkt die Branchenunsicherheit

Die Aktien von Salesforce fielen nach den Zahlen um mehr als 5% und spiegeln damit weiterreichende Sorgen um Wachstum und Profitabilität in der Branche wider.

Unterdessen meldete auch IBM ein verlangsamtes Umsatzwachstum in seiner Software-Sparte, ließ damit seine Aktie fallen und bestärkte die Anleger in ihren Bedenken hinsichtlich des Wettbewerbsdrucks durch AI-Tools.

„Während man denken könnte, dass ServiceNow und andere Software-Aktien bereits eine gewisse Abschwächung einpreisen angesichts des starken Ausverkaufs, sind Anleger aufgrund von AI-Störungsängsten und Volatilität nervös“, erklärten Analysten von J.P. Morgan.

Die kombinierte Wirkung aus geopolitischer Unsicherheit, Margendruck und sich wandelnden AI-Dynamiken hält Anleger vorsichtig, auch wenn die Unternehmen weiterhin solides Umsatzwachstum melden.

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