Die Aktie von ServiceNow wurde seit ihrem Hoch Mitte 2025 bei rund 186 € massiv abgestraft. Inzwischen summiert sich der Kursverlust auf etwa -53 %. Am Donnerstag verliert die Aktie leicht und notiert aktuell bei rund 88 €. Stellt das aktuelle Niveau nun wieder eine attraktive Einstiegschance dar?

KI sorgt für Verunsicherung im Softwaresektor

Viele Softwareunternehmen standen zuletzt unter erheblichem Kursdruck. Auch große Technologiewerte wie SAP mussten teils deutliche Rückgänge hinnehmen.

Hintergrund ist die Sorge vieler Anleger, dass Künstliche Intelligenz klassische Softwarelösungen zunehmend ersetzen könnte.

Tatsächlich können KI-Anwendungen einzelne Arbeitsprozesse effizienter gestalten oder automatisieren. Fraglich bleibt jedoch, ob KI komplexe Unternehmensabläufe vollständig eigenständig organisieren und steuern kann – insbesondere bei großen Konzernen mit hochintegrierten Systemlandschaften.

Gerade hier verfügt ServiceNow weiterhin über klare Wettbewerbsvorteile.

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Hohe Kundenbindung spricht für das Geschäftsmodell

Die Stabilität des Geschäftsmodells zeigt sich insbesondere in der Kundenstruktur.

Rund 85 % der Kunden stammen aus den Fortune-500-Unternehmen. Große Konzerne wechseln ihre zentralen Workflow- und Prozessplattformen in der Regel nur sehr selten, da solche Umstellungen komplex, kostenintensiv und risikobehaftet sind.

Hinzu kommt, dass ServiceNow stark von sogenannten „Land-and-Expand“-Effekten profitiert: Viele Kunden buchen im Laufe der Zeit zusätzliche Module und Funktionen hinzu.

Rund 95 % der Umsätze stammen aus wiederkehrenden SaaS-Abonnements. Das sorgt für hohe Planbarkeit und stabile Cashflows.

Gleichzeitig integriert ServiceNow selbst verstärkt KI-Funktionen in seine Plattform, etwa in Form sogenannter KI-Agenten. Das Unternehmen dürfte daher eher zu den Profiteuren des KI-Trends zählen als zu dessen Verlierern.

Wachstum bleibt dynamisch

Auch operativ präsentiert sich das Unternehmen weiterhin stark.

Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 22 % auf 3,77 Milliarden US$ und lag damit leicht über den Analystenerwartungen von 3,75 Milliarden US$.

Beim bereinigten Gewinn erreichte ServiceNow mit 0,97 US$ je Aktie exakt die Marktschätzungen.

Besonders positiv entwickelte sich der Auftragsbestand: Die sogenannten Remaining Performance Obligations (RPO) stiegen um 25 % auf 27,7 Milliarden US$.

Auch bei den Margen gibt es eigentlich wenig zu meckern: Die operative Marge lag im abgelaufenen Vierteljahr bei 32% und die Free Cashflow-Marge bei 44%.

Damit setzt ServiceNow das starke Wachstum der vergangenen Jahre konsequent fort. Sowohl Umsatz als auch Ergebnis konnten über mehrere Jahre hinweg kontinuierlich gesteigert werden.

Die aktuellen Sorgen rund um Künstliche Intelligenz erscheinen bei ServiceNow zumindest teilweise überzogen.

Das Unternehmen verfügt über eine starke Marktposition, eine hohe Kundenbindung sowie ein äußerst profitables SaaS-Geschäftsmodell mit wiederkehrenden Erlösen. Gleichzeitig integriert ServiceNow KI aktiv in die eigenen Produkte und könnte langfristig sogar zusätzlich davon profitieren.

Übrigens: KI sorgt für Disruption bei Software-Firmen. Welche Unternehmen stark betroffen sind, lest Ihr im The Unlucky Seven Report.

ℹ ServiceNow in Kürze

  • ServiceNow (WKN: A1JX4P) ist ein 2004 gegründeter US-amerikanisches Software-Konzern mit Sitz in Santa Clara in Kalifornien.
  • Der Konzern bietet eine cloudbasierte Plattform an, um Arbeitsabläufe (Workflows) in Unternehmen zu digitalisieren und zu automatisieren.
  • Basis der Plattform ist eine einzige, große Datenbank, über die alle Unternehmensprozesse abgewickelt werden können und die isolierte Software in einzelnen Abteilungen überflüssig macht.
  • ServiceNow ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500; in Deutschland ist die Aktie über TRADEGATE handelbar. Der Börsenwert liegt aktuell bei ca. 91 Milliarden €.

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