Röko (WKN: A413WN) gehört zu den sogenannten „Serial Acquirers“, die über viele Jahre hinweg außergewöhnliche Renditen erzielt haben. Das Röko-Management blickt auf großartige Erfahrungen mit Lifco zurück und möchte es nun mit der Röko-Aktie sogar noch besser machen.

Die Röko-Aktie in der Fundamentalanalyse

Das erste Quartal 2026 war durch ein gesundes organisches Wachstum und eine rege Akquisitionstätigkeit geprägt. Der Nettoumsatz stieg um 9 % auf 1.853 Mio. schwedische Kronen. Das organische Wachstum in lokalen Währungen lag bei beachtlichen 6 %. Das bereinigte EBITA (Adj. EBITA) erhöhte sich um 5 % auf 415 Mio. Kronen. Die bereinigte EBITA-Marge ging jedoch leicht auf 22 % zurück (Vorjahr: 23 %), was auf negative Mixeffekte und die geringeren Margenbeiträge der jüngsten Akquisitionen im saisonal schwachen ersten Quartal zurückzuführen ist.

Das Ergebnis je Röko-Aktie stieg leicht auf 15,53 Kronen an. Dabei ist zu beachten, dass das Vorjahresergebnis durch Einmalkosten von 39 Mio. Kronen im Zusammenhang mit dem Börsengang belastet war und in diesem Jahr deutlich höhere Finanzkosten sowie Steuern anfallen.

Der operative Cashflow (nach CAPEX) stieg deutlich um 22 % auf 255 Mio. schwedische Kronen. Ohne Berücksichtigung der IPO-Kosten des Vorjahres blieb der Cashflow stabil. Die Cash-Conversion-Rate blieb mit 61 Prozent konstant.

So baut Röko sein Beteiligungsportfolio aus

Ein wesentlicher Treiber war die Akquisitionstätigkeit: Mit Lambda (Italien), ABP Group (UK) und Golfshopen (Norwegen) wurden drei Unternehmen mit einem kombinierten Jahresumsatz von 552 Mio. Kronen konsolidiert. Dies entspricht einem Wachstum durch Übernahmen von knapp 8,5 %. Röko hat 80 bis 86 % der Unternehmensanteile gekauft. Die restlichen Anteile liegen beim Management, um eine Interessengleichrichtung zu erreichen.

Die übernommenen Unternehmen gehören zwar keiner bestimmten Branche an, zeichnen sich jedoch durch gute Margen und profitables Wachstum aus. Lambda entwickelt und produziert vor allem für den Einsatz in der Zahn- und Tiermedizin Laser. Die Access Building Products Group produziert und vertreibt Revisionsklappen und Türvordächer für Gewerbe- und Wohngebäude. NH Norsk Handel AS (Golfshopen) ist der führende norwegische Einzelhändler für Golfausrüstung. Für die Übernahme der Unternehmen wurden 667 Millionen Kronen bezahlt. Abzüglich des Cash-Bestands entspricht dies dem 1-fachen des Umsatzes.

Einige Tochtergesellschaften konnten zudem aufgrund ihrer starken Nischenposition Preissteigerungen durchsetzen. Als stärkste Bremse erwiesen sich jedoch Währungseffekte. Die Aufwertung der schwedischen Krone gegenüber fast allen relevanten Währungen belastete den Umsatz mit -6 %. Zudem dämpfen globale Handelsstörungen, ein geschwächtes Marktvertrauen und eine schwächere Nachfrage in einzelnen Bereichen die Dynamik.

So funktioniert die Unternehmensstrategie

Röko definiert sich als „Perpetual Owner”. Die langfristige Strategie des Unternehmens basiert darauf, Mehrheitsbeteiligungen an profitablen, gründergeführten Nischenunternehmen in Europa zu erwerben und diese ohne zeitliche Begrenzung zu halten. Ein zentrales Thema ist die lokale Autonomie. Röko stärkt die Managementteams vor Ort und wahrt durch finanzielle Anreize (oft bleiben die Gründer minderheitsbeteiligt) eine Interessengleichheit. Ein wichtiges aktuelles Ereignis ist der Wechsel an der Führungsspitze. Zum 22. April 2026 übernimmt Johan Bladh den CEO-Posten von Fredrik Karlsson, der dem Unternehmen als stellvertretender CEO erhalten bleibt.

Es wird höchstwahrscheinlich ein guter Übergang stattfinden, da die beiden bereits seit langer Zeit zusammenarbeiten. Auch die Einstellung gegenüber Schulden wird sich nicht ändern. Röko strebt langfristig ein Verhältnis von Finanznettoverschuldung zu Adj. EBITDA von maximal 3,0x an. Per Ende Q1 2026 stieg dieser Wert aufgrund der Akquisitionen auf 2,4x (Vorjahr: 1,9x). Die jüngsten Zukäufe wurden aus vorhandenen Barmitteln und Bankkrediten finanziert. Das Unternehmen verfügt mit einer Cash-Reserve von 474 MSEK und ungenutzten Kreditlinien weiterhin über eine solide finanzielle Position, um den Wachstumskurs fortzusetzen. Johan Bladh betonte, dass die Pipeline gut gefüllt sei und eventuell auch weitere größere Übernahmen möglich seien.

Unser Fazit zur Röko-Aktie

Zusammenfassend zeigt Röko trotz eines schwierigen makroökonomischen Umfelds und starken Gegenwinds von der Währungsseite eine robuste operative Leistung und setzt seinen strategischen Expansionskurs konsequent fort. Die Röko-Aktie hat das Potenzial, uns als langfristige Investoren noch viele Jahre Freude zu bereiten. Zudem ist die Bewertung niedriger als bei dem wesentlich größeren Unternehmen Lifco (Free-Cashflow-Faktor: Lifco 32 vs. 26 bei Röko).

Der Artikel Schwedische Beteiligungsholding mit Bewertungsabschlag: Das ist die Röko-Aktie! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.