Leiterplattenkomponenten von Halbleiterchips

Die Erzeugerpreise im Juli (PPI) blieben im Monatsvergleich unverändert und lagen damit unter dem von Ökonomen erwarteten Anstieg von 0,2%.

Die Daten reduzierten die Wahrscheinlichkeit einer Fed‑Zinserhöhung im September deutlich, trieben den Leitindex S&P 500 zu einem Rekordschluss nahe 7.799, während der Nasdaq um 0,8% zulegte.

Halbleiter- und Speicherchiphersteller führten die Sitzung an. Zu den Ausreißern gehörten SanDisk, Micron und Marvell Technology.

Für kapitalintensive Speicherhersteller senken niedrigere Zinsen die Finanzierungskosten und verbessern Bewertungsmultiplikatoren für wachstumsstarke Technologieaktien. Zudem stützt die schwache Inflation die anhaltenden Ausgaben für margenstarke KI‑Infrastruktur und NAND‑Flash‑Speicher.

Jedes dieser drei Unternehmen bietet jedoch einen Einstiegszeitpunkt, der in realen Angebotsdynamiken verankert ist und nicht in vorübergehenden Zinserleichterungen.

SanDisk (SNDK)

Die SanDisk‑Aktie gehörte zu den stärksten Halbleiterwerten und stieg nach den Inflationsdaten um 13,7%. Doch abgesehen vom Intraday‑Rauschen liegt der Flash‑Speicherhersteller in einem vorteilhaften Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage.

Als Ausgliederung von Western Digital im Jahr 2024 liefert SNDK Komponenten für Solid‑State‑Drives, die für Hyperscale‑Rechenzentren essenziell sind.

Tatsächlich hinkt das Produktionswachstum in der NAND‑Branche der Nachfrage hinterher, wodurch ein strukturelles Defizit entsteht, das Wall‑Street‑Analysten zufolge bis 2027 andauern dürfte.

In seinem Ergebnisbericht vom 5. August meldete SanDisk einen um 370% gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Umsatz sowie Non‑GAAP‑Bruttomargen von nahezu 85%.

Wesentlich ist, dass SanDisk die Kapazitäten für das Geschäftsjahr 2027 bereits ausverkauft hat, wodurch die kurzfristigen Ergebnisse vor der historischen Zyklik der Branche geschützt sind.

Micron (MU)

Die Micron‑Aktie stieg um 4,2% infolge der Daten zur Großhandelsinflation; der makroökonomische Impuls unterstreicht die Rolle des Unternehmens als eines von drei globalen Herstellern, die DRAM und NAND in großem Maßstab produzieren können.

Das künftige Wachstum von MU konzentriert sich auf High‑Bandwidth Memory (HBM), eine für fortschrittliche Grafikprozessoren von Nvidia und AMD entscheidende Komponente.

Die Herstellung von HBM erfordert pro Bit etwa das Dreifache der Silizium‑Wafer‑Allokation im Vergleich zu herkömmlichem DRAM.

Diese Allokationsentscheidung begrenzt die gesamte Chipproduktion im Speichermarkt und hebt die durchschnittlichen Verkaufspreise bei Standardprodukten.

Da seine spezialisierte Kapazität für das laufende Kalenderjahr voll ausgelastet ist, erwartet das Management von Micron, dass die Angebotsbeschränkungen für DRAM und NAND weit über 2026 hinaus anhalten werden.

Marvell (MRVL)

Die Story der Marvell‑Aktie konzentriert sich auf eine gegenüber den Wettbewerbern „engere“ These – kundenspezifisches Silizium für große Cloud‑Betreiber.

Der fabless‑Designer entwickelt anwendungsspezifische Chips und die optischen Interconnects, die Daten innerhalb von Cloud‑Computing‑Clustern bewegen.

Die erweiterte Integration mit Nvidia, einschließlich direkter Kapitalbeteiligung und der Einbettung von Nvidias NVLink Fusion‑Technologie in seine kundenspezifische Chipplattform, festigt MRVLs Stellung im globalen KI‑Ausbau.

Die Aktie gewann 3,6% im Zuge schwacher PPI‑Daten, eine vergleichsweise moderate Bewegung, die die zugrunde liegende Dynamik unterschätzt: Das Unternehmen meldete im letzten Quartal einen Rekord‑Free‑Cashflow und steigerte den Umsatz im mittleren 30‑%‑Bereich.

Die Aufnahme von Marvell in den S&P 500 im Juni 2026 schafft zudem eine Basis mechanischer Käufe durch passive Fonds und bietet strukturelle Unterstützung, die sich von kurzfristiger Zinsspekulation unterscheidet.

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