Die Schaeffler-Aktie musste seit ihrem Hoch im Mai bei rund 11 € deutliche Kursverluste hinnehmen. Nach dem Rücksetzer Ende Juli bis auf etwa 7 € befindet sich das Papier wieder im Erholungsmodus und notiert am Montag aktuell bei 7,40 €. Damit stellt sich die Frage: Ist ein stabiler Boden erreicht und bietet die Aktie wieder Potenzial?

Mittelfristige Prognose gesenkt

Am 31. Juli senkte Schaeffler seine mittelfristigen Ziele bis 2028.

Auslöser waren unter anderem geringere Erwartungen im Bereich Elektromobilität. Mehrere nordamerikanische Automobilhersteller reduzierten ihre Bestellungen, nachdem sich die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen schwächer entwickelte als ursprünglich angenommen.

Die bisherige Umsatzprognose von 27 bis 29 Milliarden € wurde auf 24 bis 26 Milliarden € reduziert.

Besonders betroffen ist das Segment E-Mobility. Hier erwartet Schaeffler nun einen Umsatz von 6,25 bis 7,25 Milliarden €, nachdem bislang 8,25 bis 9 Milliarden € geplant waren. Damit dürfte sich auch der Zeitpunkt verschieben, an dem dieser Geschäftsbereich nachhaltig profitabel arbeitet.

Unverändert blieben dagegen die Konzernziele für die bereinigte EBIT-Marge von 6 bis 8% sowie für den Free Cashflow von 400 bis 600 Millionen € bis 2028.

Vorstandschef Klaus Rosenfeld erklärte:

Wir können die bisherigen Wachstumsannahmen für die E-Mobilität, die aus dem Jahr 2025 stammen, so nicht aufrechterhalten. Die E-Mobilität bleibt jedoch weiterhin ein Wachstumsbereich.

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Prognose für 2026 bestätigt

Für das laufende Geschäftsjahr hält Schaeffler bisher an seiner Prognose fest.

Der Konzern erwartet weiterhin einen Umsatz zwischen 22,5 und 24,5 Milliarden €. Nach 23,5 Milliarden € im Vorjahr wäre damit sowohl ein leichter Umsatzrückgang als auch ein moderates Wachstum möglich.

Die bereinigte EBIT-Marge soll zwischen 3,5 und 5,5% liegen. Beim Free Cashflow rechnet das Unternehmen weiterhin mit 100 bis 300 Millionen €.

Besondere Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Quartalszahlen am 5. August. Sie werden zeigen, ob die Jahresziele trotz der schwächeren Perspektiven im E-Mobilitätsgeschäft erreichbar bleiben.

Bewertung

Der deutliche Kursrückgang nach der Senkung der Mittelfristziele erscheint aus meiner Sicht überzogen.

Zwar bleibt Schaeffler stark von der Automobilindustrie abhängig. Gleichzeitig arbeitet der Konzern jedoch daran, sich breiter aufzustellen und zusätzliche Geschäftsfelder außerhalb des klassischen Verbrennergeschäfts auszubauen.

Kurzfristig dürfte das negative Sentiment den Kurs allerdings weiterhin belasten. Sollten die Quartalszahlen oder der Ausblick enttäuschen, sind weitere Rückschläge nicht ausgeschlossen.

Langfristig bietet die Kombination aus Industriegeschäft, Elektromobilität und neuen Technologiefeldern jedoch weiterhin interessante Perspektiven.

Der Kursrückgang hat die Bewertung der Aktie wieder attraktiver gemacht.

Kurzfristig bleibt die Unsicherheit hoch, insbesondere mit Blick auf die Entwicklung der Elektromobilität und die anstehenden Quartalszahlen.

Mittelfristig sehe ich jedoch wieder Potenzial. Ein fairer Wert liegt aus meiner Sicht bei rund 9 €. Mehrere Analysten halten sogar Kurse um 10 € für realistisch.

Ergänzend sei erwähnt: Während Panzerproduktion boomt, deckt „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ zwei Unternehmen auf, die dank des Nachfrageschubs den entsprechenden Rohstoffe bald massiv profitieren werden.

ℹ Schaeffler in Kürze

  • Die Schaeffler Gruppe ist ein weltweit führender Zulieferer der Automobil- und Industriebranche. Der Schwerpunkt dabei liegt bei Getriebe und Fahrwerk sowie Wälz- und Gleitlagerlösungen. Der Konzern befindet sich in einer Umbauphase hin zur Elektromobilität.
  • Der Hauptsitz befindet sich in Herzogenaurach, daneben ist der Konzern weltweit aufgestellt.
  • Die Übernahme und Verschmelzung der Vitesco AG wurde Ende September abgeschlossen.
  • Das Unternehmen ist im SDAX gelistet und wird aktuell mit etwa 7 Milliarden € bewertet.

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