Der DAX setzt seinen Rekordlauf fort. In der vergangenen Handelswoche legte das größte deutsche Börsenbarometer unter dem Strich fast 700 Punkte zu und schloss +2,69% höher mit 26.319 Punkten. Die höchsten Gewinne gab es bei SAP und Deutsche Telekom, Zalando war schwächster DAX-Wert. Sehen wir in der neuen Woche weitere Rekorde?

Bullen bleiben dominant

Der DAX startete schwungvoll in die Woche und profitierte dabei von neuen Friedenshoffnungen im Nahen Osten. Auch am Dienstag ging die Klettertour weiter, ehe es am Mittwoch zu einem leichten Rücksetzer kam. Am Donnerstag schloss der Markt ohne große Veränderungen, während der Freitag wieder neue Rekorde hervorbrachte.

Die Stimmung hat sich spürbar aufgehellt

Der DAX hat in den vergangenen Wochen eine beeindruckende Rallye aufs Parkett gelegt und sich von seinem Juli-Tief aus um fast +7% erholt. Mehrere Rekordstände in Folge haben den deutschen Leitindex bis dicht an die Marke von 26.500 Punkten geführt.

Zusätzlichen Rückenwind erhielten die Börsen zum Wochenschluss von einem überraschend schwachen US-Arbeitsmarktbericht. Dieser dämpfte die Sorgen vor weiteren Zinserhöhungen der US-Notenbank und ließ die Hoffnung auf eine länger anhaltende Zinspause wieder steigen. Laut dem FedWatch Tool der CME Group rechnen die meisten Marktteilnehmer inzwischen damit, dass die Fed auf ihrer September-Sitzung die Leitzinsen erneut unverändert lässt.

Ob die Rekordjagd des DAX weitergeht, dürfte in der kommenden Woche vor allem von den Inflationsdaten aus den USA und Deutschland, den letzten Höhepunkten der Berichtssaison sowie der geopolitischen Entwicklung im Nahen Osten abhängen.

Inflationsdaten im Fokus

Der wichtigste Termin der Woche dürfte am Mittwoch auf dem Kalender stehen. Dann werden die US-Verbraucherpreise für Juli veröffentlicht. Sie gelten als richtungsweisend für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed und damit auch für die Aktienmärkte. Nach dem zuletzt schwächeren US-Arbeitsmarktbericht hoffen Anleger auf Signale, die den Zinserhöhungsdruck weiter verringern könnten. Eine überraschend hohe Inflation würde dagegen neue Zweifel an einer lockeren Geldpolitik wecken.

Ebenfalls am Mittwoch werden die deutschen Inflationsdaten veröffentlicht. Am Donnerstag folgen in den USA die Erzeugerpreise, bevor am Freitag die amerikanischen Einzelhandelsumsätze Hinweise auf die Konsumlaune der US-Verbraucher liefern.

Berichtssaison geht in die Schlussphase

Auch wenn die US-Berichtssaison zu großen Teilen abgeschlossen ist, stehen in Europa noch einige wichtige Unternehmenszahlen auf der Agenda.

Den Auftakt macht am Montag GEA. Es folgen EON, Brenntag und Hannover Rück am Mittwoch sowie RWE am Donnerstag. Aus den USA richtet sich der Blick zum Wochenausklang auf die Quartalszahlen von Applied Materials, die auch für den KI- und Halbleitersektor wichtige Impulse liefern könnten.

Nachdem starke Ergebnisse der großen Technologiekonzerne zuletzt für Rückenwind sorgten, dürfte der Einfluss der Berichtssaison allerdings allmählich nachlassen. Damit gewinnen Konjunktur- und Zinsdaten wieder an Bedeutung.

Konjunktur sendet vorsichtig positive Signale

Zum Ende der vergangenen Woche sorgten erfreuliche Wirtschaftsdaten aus Deutschland für zusätzliche Unterstützung. Die Industrieproduktion legte im Juni bereits den dritten Monat in Folge zu. Besonders bemerkenswert war dabei ein Lebenszeichen der zuletzt schwächelnden Automobilbranche.

Noch stärker fielen die Exportzahlen aus: Die deutschen Ausfuhren stiegen im Juni auf einen neuen Rekordwert von knapp 140 Milliarden € – es handelte sich bereits um den fünften Anstieg in Folge. Die Daten nähren die Hoffnung, dass sich die deutsche Wirtschaft langsam stabilisiert.

Nahost bleibt Unsicherheitsfaktor

Neben Konjunktur und Unternehmenszahlen bleibt die geopolitische Lage ein entscheidender Einflussfaktor. Die Märkte setzen weiterhin auf eine diplomatische Lösung im Konflikt um die Straße von Hormus. Gleichzeitig sorgen die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und der Huthi-Miliz im Jemen für neue Unsicherheit.

Positiv wirkt derzeit, dass sich der Ölpreis deutlich von seinen jüngsten Höchstständen entfernt hat. Das reduziert kurzfristig den Inflationsdruck und entlastet die Aktienmärkte. Allerdings bleibt die Lage fragil und kann jederzeit wieder für stärkere Kursschwankungen sorgen.

SAP und Deutsche Telekom oben auf, Zalando schmiert ab

Hierzulande waren die Aktien von SAP und Deutsche Telekom die Top-Performer mit einem Wochenplus von +12,86% bzw. +8,52%. SAP setzte die Ende Juli begonnene Erholungsrallye fort und schaffte den Ausbruch über den seit Oktober bestehenden Abwärtstrend. Seit dem Tief belaufen sich die Kurszuwächse mittlerweile auf knapp +40%.

Die Deutsche Telekom profitierte von besser als erwarteten Zahlen und einer Ausweitung der Aktienrückkäufe. Am Donnerstag schob sich der Kurs ganz dicht an die 30-€-Marke heran und markierte ein neues 2-Monats-Hoch.

Weniger gut lief es für die Papiere von Zalando, die auf Wochensicht -12,92% einbüßten und ans DAX-Ende rutschten. Belastet wurde der Kurs von schwachen Quartalszahlen sowie einem verhaltenen Ausblick.

Charttechnik: Rekordhoch bleibt in Reichweite

Der DAX setzt seine Rekordjagd fort und hat in der vergangenen Woche mit dem Sprung über die 26.000-Punkte-Marke einen weiteren Meilenstein erreicht. Am Freitag ging es im Tagesverlauf bis auf 26.445 Punkte nach oben.

Aus charttechnischer Sicht ist damit der Weg frei für einen weiteren Rekordlauf Richtung 27.000 Punkte. Gleichzeitig mahnt die inzwischen überkaufte Marktlage zur Vorsicht. Nach fünf Rekorden innerhalb der letzten sechs Handelstage käme eine Gegenbewegung nicht überraschend.

Als potenzielle Rücklaufziele kommen dabei die 26.000-Punkte-Marke sowie das Juli-Top bei 25.900 Punkten in Frage. Bei anhaltendem Abgabedruck könnten auch die 21-Tage-Linie bei 25.393 Punkten sowie die 50-Tage-Linie bei 25.129 Punkten in den Fokus rücken.

Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt bleibt trotz der Rekordstände konstruktiv. Sinkende Ölpreise, robuste Unternehmensgewinne und erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Stabilisierung bilden weiterhin ein solides Fundament. Nach der kräftigen Rallye wäre zwar jederzeit eine kurzfristige Verschnaufpause möglich, doch solange die Inflationsdaten keine unangenehme Überraschung liefern und die geopolitische Lage nicht erneut eskaliert, bleibt der Weg des geringsten Widerstands zunächst nach oben gerichtet.

Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.

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