Die SAP-Aktie konnte sich in den letzten Tagen minimal von ihrem Ende Juni aufgestellten 2-Jahrestief absetzen, aber von einer echte Erholung kann man noch nicht sprechen. Könnte diese Ankündigung dem deutschen Softwarekonzern den erhofften Schwung nach oben bringen?
Alles auf Künstliche Intelligenz
Bei SAP dreht sich aktuell alles um eine radikale, interne Transformation, um den Softwareriesen vollständig auf Künstliche Intelligenz auszurichten. Die Nachrichten der letzten Tage zeigen deutliche strategische Weichenstellungen.
SAP hat eine strikte Kostenbremse verhängt, um finanzielle Ressourcen in die Entwicklung von KI-Funktionen umzuschichten. Es gibt Berichten zufolge einen weitgehenden Stopp für Neueinstellungen sowie eine restriktivere Regelung bei Dienstreisen. Ziel ist es, eine schlankere Kostenstruktur zu schaffen, um die enorm kostpieligen KI-Investitionen zu finanzieren, ohne die operative Marge zu gefährden.
Nach der großen Restrukturierungswelle vor zwei Jahren, in deren Zuge rund 10.000 Stellen abgebaut wurden, schließt der Vorstand weitere technologiebedingte Kündigungswellen aus. Stattdessen setzt man massiv auf Umschulung der Mitarbeiter zu „KI-Managern“, die die autonomen Systeme steuern.
Zudem baut Konzernchef Christian Klein die Führungsebene um und bündelt die KI-Kompetenzen in zwei neuen Machtzentren, die direkt an ihn berichten. Philipp Herzig leitet die neue Plattform für Geschäfts-KI. Manoj Swaminathan übernimmt die Verantwortung für die sogenannte autonome Suite (in der Kernbereiche wie Finanzen und HR zusammenlaufen).
Die technologische Pipeline steht unter hohem Lieferdruck. Bis zum dritten Quartal 2026 will SAP über 200 funktionierende KI-Agenten fest in die eigenen Geschäftsprozesse und Kundenanwendungen integrieren. Mittel- bis langfristig soll KI das klassische, manuelle Programmieren weitgehend ersetzen.
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Charttechnische Analyse
Eine ausführliche charttechnische Analyse der SAP-Aktie findet ihr bei meinem Kollegen Louis Blümlein.
SAP wird die Transformation selbst gestalten
Die jüngsten Kursziele von Analysten für die SAP-Aktie lagen im Bereich zwischen 200 und 215 €. Damit besitzt der Kurs nach Einschätzung vieler Experten ein erhebliches Upside.
Auch ich schließe mich dieser Meinung an. Mit seiner „KI-all-in“-Strategie ist SAP meiner Ansicht nach auf dem völlig richtigen Weg unterwegs. Unternehmen werden in Zukunft in vielen Bereichen weitgehend von autonom agierenden KI-Agenten gesteuert werden und ein Großteil dieser Agenten wird meiner Überzeugung nach aus dem Hause SAP kommen.
Warum? Weil die Walldorfer wie kaum ein anderes Softwareunternehmen die Voraussetzungen dafür mitbringen. Es gibt nur sehr wenige Softwarekonzerne auf der Welt, deren Finger so tief in Unternehmensprozesse hinreichen, wie die von SAP. Wenn Kunden Prozesse automatisieren lassen wollen, dann wird ihr erster Ansprechpartner SAP sein.
Ich sehe SAP deshalb keineswegs als KI-Verlierer. Der Softwarekonzern wird die Transformation seiner Softwarepakete in die Welt der Künstlichen Intelligenz im Wesentlichen selbst gestalten.
Mit einem Forward-KGV von 19 ist SAP für ein immer noch knapp zweistellig wachsendes Unternehmen mit einer hervorragenden Profitabilität in meinen Augen sehr moderat bewertet. Die SAP-Aktie besitzt bewertungstechnisch zweifellos noch Potenzial.
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Bei einem Investment in die SAP-Aktie müssen Anleger sich jedoch weiterhin auf ein nervöses Marktumfeld einstellen. Das Sentiment der gesamten Softwarebranche ist immer noch angeschlagen.
Die Börse hat zwar weitgehend damit aufgehört, die gesamte Branche über einen Kamm zu scheren und alle Unternehmen pauschal als KI-Verlierer zu qualifizieren. Aber bis sich die Spreu vom Weizen trennt — und SAP gehört zum Weizen —, könnte noch ein wenig Zeit vergehen.
SAP in Kürze
- Die SAP SE (WKN: 716460) gehört weltweit zu den größten Softwareunternehmen im Bereich der Unternehmenssteuerung. Für kleinere und mittelgroße Unternehmen bietet der Konzern Standardlösungen an, für größere Unternehmen gibt es individuelle Angebote.
- Der Hauptsitz des Konzerns ist im baden-württembergischen Walldorf, weltweit verfügt der IT-Konzern über zahlreiche Niederlassungen.
- Die Aktie des Unternehmens ist in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50 geleistet und wird an der Börse aktuell mit rund 172 Milliarden € bewertet.
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