Nach einer kräftigen Erholung und dem Anstieg über 190 US$ geht es für die SAP-Aktie seit Anfang September wieder in Abwärtsrichtung. Auch am Freitag gehen die Verluste weiter. Zeitweise verliert das Papier über -3% und rutscht mit 172,16 € auf den tiefsten Stand seit Anfang August. Handelt es sich dabei nur um eine vorübergehende Korrektur oder müssen sich Anleger ernsthaft Sorgen machen?

Aufsichtsrat erhöht den Druck

Fundamental steht SAP vor einer entscheidenden Phase. Das Cloud-Geschäft wächst weiterhin dynamisch, doch beim Thema künstliche Intelligenz steigen die Erwartungen. Berichten zufolge fordert inzwischen auch der Aufsichtsrat in den kommenden Monaten einen sichtbaren KI-Durchbruch. CEO Christian Klein räumte selbst ein, dass der Druck so hoch wie nie sei.

Das Problem: SAP muss gegen Microsoft und andere Anbieter bestehen, während Kunden ihre KI-Anwendungen zunehmend außerhalb des SAP-Ökosystems aufbauen. Zwar soll das Angebot an KI-Agenten und Assistenten massiv ausgeweitet werden, doch insbesondere bei den komplexen S/4HANA-Landschaften ist die Integration anspruchsvoll. Für Anleger wird damit entscheidend, ob aus der KI-Strategie tatsächlich zusätzliche Umsätze und Effizienzgewinne entstehen.

Du begeisterst Dich für die Entwicklung von KI? Dann bleibe mit unserem kostenlosen SD Insider Newsletter auf der Höhe der Zeit!

Rückkäufe und Insider setzen positive Signale

Unterstützung kommt derweil von der Kapitalallokation. SAP setzt sein Aktienrückkaufprogramm konsequent fort. Allein zwischen dem 31. August und 4. September wurden knapp 577.000 eigene Aktien für rund 108 Mio. € erworben. Insgesamt wurden bereits mehr als 6,4 Mio. Aktien zurückgekauft.

Auch Insiderkäufe liefern ein positives Signal. Dass Mitglieder des Managements das niedrigere Kursniveau für eigene Käufe nutzen, zeigt zumindest, dass innerhalb des Unternehmens Vertrauen in die langfristigen Perspektiven vorhanden ist.

Analysten bleiben überwiegend positiv

Trotz der KI-Debatte ist das Analystenbild weiterhin mehrheitlich konstruktiv. Während UBS die Aktie mit „Neutral“ und einem Kursziel von 201 € bewertet, sehen andere Häuser wie Jefferies mit einem Preisziel von 290 € nach wie vor weitaus mehr Potenzial. Der Konsens liegt bei etwa 205 € und damit rund +17% über dem aktuellen Niveau.

Die Argumente der Bullen bleiben intakt: Der Current Cloud Backlog wuchs zuletzt um 27%, die Clouderlöse legten um 22% zu. Demgegenüber steht die Sorge, dass das KI-Wachstum nicht schnell genug monetarisiert wird.

Bewertung bleibt anspruchsvoll

Auf Basis der Gewinnschätzungen für 2026 ist SAP mit einem KGV von etwa 26 nach der Korrektur zwar günstiger als auf den Höchstständen, aber keineswegs billig. Die Bewertung setzt weiterhin ein robustes Gewinn- und Cloud-Wachstum voraus. Enttäuschungen bei der KI-Integration könnten deshalb überproportional auf den Kurs drücken.

Charttechnik macht Hoffnung

Charttechnisch hat SAP zuletzt eine beeindruckende Erholung hingelegt. Vom Tief bei 127,50 Euro Mitte Juli stieg die Aktie bis Ende August auf 192,12 € – ein Plus von mehr als +50%. Die überkaufte Situation wurde durch die laufende Korrektur abgebaut. Seit Anfang September verlor das Papier knapp -8%.

Jetzt kommt der 200-Tage-Durchschnitt bei 167,52 Euro ins Spiel. Er bildet eine wichtige Unterstützung. Gleichzeitig nähert sich die 50-Tage-Linie von unten der 200-Tage-Linie. Ein Golden Cross könnte damit unmittelbar bevorstehen. Beim letzten Auftreten dieses charttechnisch ausgesprochen bullischen Signals folgte anschließend ein Kursanstieg von mehr als +160%.

SAP bleibt eine Aktie mit intaktem langfristigem Potenzial, muss aber beim Thema KI liefern. Die hohen Erwartungen, der zunehmende Wettbewerbsdruck und die anspruchsvolle Bewertung sorgen für Risiken. Gleichzeitig sprechen Cloud-Wachstum, Rückkäufe, Insiderkäufe und das mögliche Golden Cross für eine konstruktive Ausgangslage.

Entscheidend wird nun die 200-Tage-Linie. Hält sie, könnte die aktuelle Schwäche lediglich eine gesunde Verschnaufpause sein. Fällt sie dagegen nachhaltig, wäre Vorsicht angebracht. Der nächste große fundamentale Prüfstein sind die Q3-Zahlen am 21. Oktober 2026.

Übrigens: Unser beliebtester Aktien-Report geht in die zweite Runde. Drei neue Aktien, ein Ziel: das größte Potenzial fürs Schlussquartal. Jetzt den Gratis-Report „Jahresendspurt“ lesen

ℹ SAP in Kürze

  • Die SAP SE (WKN: 716460) gehört weltweit zu den führenden Softwareunternehmen im Bereich Unternehmenssoftware. Der Konzern bietet Lösungen für Geschäftsprozesse, Datenmanagement und Cloud-Anwendungen für Unternehmen jeder Größe.
  • Der Hauptsitz befindet sich in Walldorf (Deutschland). SAP ist weltweit tätig und verfügt über zahlreiche Standorte und Kunden in nahezu allen Branchen.
  • Die Aktie ist im DAX und Euro Stoxx 50 gelistet und zählt mit einer Marktkapitalisierung von rund 203 Milliarden € zu den wertvollsten börsennotierten Unternehmen Europas.

The post SAP-Aktie fällt weiter: Muss man sich jetzt Sorgen machen? first appeared on sharedeals.de.