
Der Aktienkurs von Sandisk setzte diese Woche seine Rallye fort und erreichte im Zuge des anhaltenden KI‑Booms sein Allzeithoch. SNDK ist in diesem Jahr bereits um über 600 % gestiegen und in den letzten 12 Monaten um mehr als 4.000 %. Zwar könnte diese Rallye andauern, doch bestehen erhebliche Risiken für eine starke Umkehr im Zeitverlauf.
Der Aktienkurs von Sandisk profitiert vom KI‑Boom
Der Hauptgrund für den Kursanstieg von SNDK in diesem Jahr ist, dass sich der KI‑Boom weiter beschleunigt. Einige führende KI‑Unternehmen wie Dell und Marvell Technologyschossen in den vergangenen Tagen nach der Veröffentlichung starker Quartalszahlen regelrecht in die Höhe.
Ähnliche Ausschläge sind auch bei anderen Assets zu beobachten. So erzielte der Roundhill Memory ETF (DRAM) seit seinem Start im April dieses Jahres Zuflüsse von über $15 billion. Er ist damit der am schnellsten wachsende ETF in der Geschichte.
Die anhaltende KI‑Nachfrage hat zu einer starken Nachfrage nach Speicherprodukten geführt, insbesondere im Rechenzentrumssektor. Das erklärt, warum vergleichbare Unternehmen wie Kioxia und SK Hynix ebenfalls neue Rekordhochs erreicht haben.
Die jüngsten Zahlen zeigten, dass das Unternehmen auch im dritten Quartal weiter wuchs. Es erzielte im dritten Quartal Umsatzerlöse von über $5.9 billion, ein Anstieg von 97 % gegenüber dem Vorquartal (QoQ) und 251 % im Jahresvergleich (YoY). Damit gehört es zu den am schnellsten wachsenden Unternehmen an der Wall Street.
Investoren glauben, dass das Unternehmen weiteres Wachstumspotenzial hat. Der durchschnittliche Konsens der Analysten geht davon aus, dass der Umsatz in diesem Jahr um 165 % auf $20 billion steigen wird. Er soll im nächsten Jahr auf über $42 billion und ein Jahr später auf $55 billion anwachsen.
Sandisk ist ein margenstarkes Unternehmen mit einer Nettomarge von 35 %. Diese Marge dürfte weiter steigen, solange die Preise für Speichermedien hoch bleiben. Sollte der Jahresumsatz $50 billion erreichen, entspräche die Nettomarge einem Gewinn von $17.5 billion.
Es gibt Anzeichen, dass das Unternehmen trotz der Rallye nicht übermäßig überbewertet ist. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (forward P/E) liegt bei 26, etwas über dem Durchschnitt des S&P 500 von 21.
SNDK-Aktie steht vor erheblichen Risiken
Die SNDK-Aktie steht vor mehreren erheblichen Risiken. Das erste besteht darin, dass die Branche in den kommenden Jahren von einem Angebotsengpass zu einem Angebotsüberschuss wechseln könnte. Das ist möglich, weil die Branche weder monopolistisch noch duopolistisch ist. Stattdessen gibt es viele große Akteure wie Samsung, SK Hynix, Micron, Kioxia und Western Digital. Diese Unternehmen werden letztlich ihre Produktion hochfahren wollen, um von den steigenden Preisen zu profitieren — eine Entwicklung, die zu einer Trendwende führen würde.
Ein weiteres Risiko besteht darin, dass führende KI‑Unternehmen in diesem Jahr an die Börse gehen könnten. Dazu zählen Unternehmen wie OpenAI, SpaceX und Anthropic. KI‑Aktien dürften vor den IPOs ansteigen und danach wieder fallen, da Anleger nach dem Ereignis Gewinne mitnehmen.
Auch die Charttechnik birgt erhebliche Risiken. So ist der SNDK‑Kurs stark überkauft, wobei der Relative‑Stärke‑Index (RSI) und der Stochastik‑Oszillator extreme Werte erreicht haben.

SNDK-Kurschart | Quelle: TradingView
Der Sandisk‑Kurs liegt zudem weiterhin über allen gleitenden Durchschnitten, ein Hinweis darauf, dass eine Rückkehr zum Mittelwert bevorstehen könnte. Diese technische Lage deutet darauf hin, dass die Rallye zwar andauern kann, aber das Risiko eines deutlichen Absturzes besteht.
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