Samsung

Samsung Electronics prüft die Möglichkeit, American Depositary Receipts (ADRs) in den Vereinigten Staaten zu listen, berichtete Bloomberg am Dienstag.

Laut dem Bericht hat der südkoreanische Technologiekonzern erste Vorgespräche mit Investmentbanken über ein mögliches ADR-Angebot begonnen, die Gespräche befinden sich jedoch in einem frühen Stadium und könnten letztlich nicht zu einer Notierung führen.

Samsung hat die Möglichkeit eines ADR-Angebots bereits in der Vergangenheit geprüft, sich damals jedoch gegen eine Umsetzung entschieden.

Das rekordbrechende US-Listing des Rivalen SK Hynix scheint das Unternehmen jedoch dazu veranlasst zu haben, seine Optionen erneut zu prüfen.

Die Gespräche mit Banken bleiben vorläufig, und das Unternehmen hat noch nicht entschieden, ob es die Notierung vorantreiben wird.

Sollte es dazu kommen, könnte der Schritt die Anlegerbasis deutlich verbreitern, da der Wettbewerb im Markt für KI-Halbleiter zunimmt.

SK Hynix‘ Notierung verändert das Umfeld

Das erneute Interesse kommt nur Tage, nachdem SK Hynix die bislang größte US-Notierung eines ausländischen Unternehmens abgeschlossen hat.

Der Nvidia-Speicherchip-Lieferant nahm nach der Preisfestsetzung seiner American Depositary Receipts auf 149 US-Dollar pro Stück rund $26.5 billion ein; die Nachfrage habe Berichten zufolge die verfügbaren Aktien mehrfach übertroffen.

Das erfolgreiche Debüt stärkte das Vertrauen, dass US-Investoren weiterhin bereit sind, Unternehmen zu unterstützen, die im Zentrum des KI-Infrastrukturbereichs stehen.

Nelson Griggs, Präsident der Nasdaq, sagte kürzlich, SK Hynix‘ Notierung habe bereits andere internationale Unternehmen dazu ermutigt, US-Notierungen zu prüfen.

Daten von LSEG zeigten zudem, dass die Eigenkapitalfinanzierung asiatischer Technologieunternehmen bis zum 10. Juli im Vergleich zum Vorjahr auf ein Rekordniveau von $84 billion verdreifacht wurde.

Dieses Umfeld hat den Diskussionen über eine mögliche eigene Notierung von Samsung zusätzlich Schwung verliehen.

Warum Analysten ein ADR bevorzugen

Analysten argumentieren, dass eine ADR-Notierung mehr bewirken würde als lediglich Kapital zu beschaffen.

Sie könnte Samsungs Sichtbarkeit bei US-Institutionalinvestoren verbessern, die Aktionärsbasis erweitern und womöglich den Weg für die Aufnahme in zusätzliche globale ETFs und Benchmark-Indizes ebnen.

Im vergangenen Monat zitierte The Korea Times mehrere Analysten, die vorschlugen, Samsung könne das nächste große asiatische Halbleiterunternehmen werden, das eine ADR-Notierung anstrebt, da die Branche in einen zunehmend kapitalintensiven KI-Investitionszyklus eintritt.

„Angesichts der derzeitigen Unterbewertung des Unternehmens und der günstigen Marktbedingungen kann ein ADR-Szenario nicht ausgeschlossen werden“, sagte Kim Dong-won, Leiter der Research-Abteilung bei KB Securities.

„Es wird als starke kapitalpolitische Option angesehen, um den Zugang für globale Investoren zu verbessern, und entsprechende Gespräche dürften an Fahrt gewinnen.“

Die Erfahrung von Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. wird häufig als erfolgreiches Beispiel angeführt.

Laut Yoon Jae-hong, Analyst bei Mirae Asset Securities, halten etwa 9.994 globale Fonds TSMC über dessen Stammaktien.

Zudem besitzen rund 4.500 globale Fonds und ETFs ausschließlich dessen ADRs, was zeigt, wie sehr eine US-Notierung die internationale Anlegerbasis ausweiten kann.

Der KI-Investitionszyklus bleibt unterstützend

Samsung verfügt über eine eigene starke KI-Wachstumsgeschichte.

Anfang des Monats prognostizierte das Unternehmen einen 19-fachen Anstieg des operativen Ergebnisses im zweiten Quartal auf 89.4 trillion won ($58.44 billion), übertraf damit die Markterwartungen und würde seinen dritten aufeinanderfolgenden Rekordquartalsgewinn markieren.

Trotz der Gewinnüberraschung fielen Samsungs Aktien um bis zu 10 %, da Anleger daran zweifelten, ob das derzeitige Tempo der KI-bezogenen Ausgaben nachhaltig sei.

Viele Analysten bleiben jedoch hinsichtlich des breiteren Investitionszyklus optimistisch.

„Der aktuelle Technologie-Finanzierungszyklus hat noch erhebliches Potenzial. Wir glauben, dass die strukturellen Treiber hinter KI-Investitionen die Aktivität auf den Kapitalmärkten in den nächsten zwei bis drei Jahren weiterhin unterstützen werden“, sagte James Wang, Leiter der Aktienkapitalmärkte für Asien außerhalb Japans bei Goldman Sachs.

Druck, Zugang zu den US-Kapitalmärkten zu suchen

Einige Marktbeobachter sind der Ansicht, dass Samsungs starke Bilanz es dem Unternehmen ermöglicht hat, die Anzapfung ausländischer Kapitalmärkte hinauszuzögern; dieser Vorteil könnte jedoch nicht unbegrenzt anhalten.

Park Sang-hyun, Analyst bei Clepsydra Capital, sagte, Samsungs Finanzlage gebe dem Unternehmen mehr Flexibilität als SK Hynix, warnte jedoch, dass das ausschließliche Vertrauen auf vorhandene Barmittel mit zunehmender Beschleunigung KI-bezogener Investitionen schließlich zum Nachteil werden könnte.

Seinen Angaben zufolge könnten die derzeitigen Pläne für Investitionsausgaben nicht ausreichen für das Ausmaß der während des KI-Zyklus erforderlichen Ausgaben.

„Samsung kann die US-Kapitalmärkte nicht weiter ignorieren und zugleich wettbewerbsfähig bleiben. Wir beobachten eindeutig einen ähnlichen Stimmungswandel bei Samsung, wie er bereits bei SK zu sehen war“, schrieb Park in einer Mitteilung auf Smartkarma.

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