Die RWE-Aktie konnte ihren starken Kursanstieg bis auf rund 62 € zuletzt nicht behaupten und korrigierte anschließend deutlich. Am Dienstag verliert das Papier leicht und notiert aktuell bei etwa 56,50 €. Trotz des Rücksetzers liegt der Kursgewinn auf Jahressicht weiterhin bei rund +70 %. Bietet die jüngste Schwächephase bereits eine neue Einstiegschance?

Deutlicher Gewinnanstieg im ersten Quartal

Der Energiekonzern konnte die positive Entwicklung des Vorjahres auch im ersten Quartal 2026 fortsetzen. Der Quartalsbericht vom 13. Mai war insbesondere von einem kräftigen Ergebnisanstieg geprägt.

Das bereinigte EBITDA legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 25% auf 1,6 Milliarden € zu. Dabei ist allerdings ein positiver Einmaleffekt in Höhe von 330 Millionen € enthalten. Der bereinigte Nettogewinn stieg von 505 Millionen € auf 608 Millionen €.

Der Umsatz ging hingegen deutlich von 6,4 auf 4,3 Milliarden € zurück. Hintergrund hierfür war vor allem eine Bilanzierungsänderung im Segment Energiehandel. Operativ entwickelte sich das Geschäft dagegen stabil: Die erzeugte Strommenge lag leicht über dem Vorjahresniveau.

Die Investitionen beliefen sich auf 2,6 Milliarden € und lagen damit etwas unter dem Vorjahreswert von 2,9 Milliarden €. Der Schwerpunkt lag weiterhin klar auf dem Ausbau erneuerbarer Energien: 51% der Investitionen entfielen auf Offshore-Windkraft und 43% auf Onshore-Wind- und Solarprojekte.

Insgesamt präsentierten sich die Quartalszahlen solide.

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Jahresprognose bestätigt

Für eine Anhebung der Jahresziele sei es laut Management derzeit noch zu früh. Wahrscheinlich will der Konzern zunächst die Entwicklung im zweiten Quartal abwarten.

Aktuell rechnet RWE weiterhin mit einem bereinigten EBITDA zwischen 5,2 und 5,8 Milliarden €. Beim bereinigten Nettogewinn erwartet der Konzern 1,55 bis 2,05 Milliarden €. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 1,8 Milliarden €.

Sollte sich die positive operative Entwicklung der ersten Monate fortsetzen, erscheint eine Prognoseanhebung im weiteren Jahresverlauf jedoch durchaus möglich.

Neue Gaskraftwerke sollen Versorgung absichern

Um die Stromversorgung in Zeiten geringer Wind- und Solarproduktion, sogenannte Dunkelflauten, sicherzustellen, wurde der Bau neuer Gaskraftwerke genehmigt.

Dadurch könnte RWE mittelfristig unabhängiger von teuren Stromzukäufen werden. Bis die neuen Anlagen tatsächlich ans Netz gehen, dürften allerdings noch einige Jahre vergehen.

Der Kursrückgang seit Mai dürfte vor allem auf Gewinnmitnahmen nach der starken Rallye zurückzuführen sein und weniger auf eine Verschlechterung der operativen Geschäftslage.

Trotz der Korrektur erscheint das aktuelle Bewertungsniveau allerdings nicht mehr besonders günstig. Ein fairer Wert dürfte derzeit im Bereich von etwa 60 € liegen, womit sich ausgehend vom aktuellen Kurs lediglich ein begrenztes Aufwärtspotenzial ergibt. Die Dividendenrendite ist mit aktuell 2,1% auch nicht mehr so attraktiv.

Zudem könnte eine Entspannung im Iran-Konflikt zu sinkenden Gaspreisen führen. Das geht zu Lasten erneuerbarer Energien und könnte sich negativ auf den weiteren Kursverlauf auswirken.

Hier sei erwähnt: Wer 2026 von kontinuierlichen Cashflows und gleichzeitig von Kursexplosionen profitieren möchte, findet in Top 10 Dividenden Picks 2026 zehn breit gestreute Top-Picks über verschiedene Sektoren und Regionen.

ℹ RWE in Kürze

  • RWE (WKN: 703712) ist einer der führenden internationalen Energieproduzenten in Europa. Das Kerngeschäft ist die Stromerzeugung, wobei der Wandel hin zu erneuerbarer Stromerzeugung massiv vorangetrieben wird.
  • Neben dem Hauptsitz in Essen unterhält der Konzern Niederlassungen in Europa den USA sowie in Asien.
  • Die Aktie ist im DAX gelistet, die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei rund 42 Milliarden €.
 

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