
RRP Semiconductor Ltd. ist als eines der extremsten Beispiele dafür hervorgegangen, wie Indiens Begeisterung für künstlich-intelligenzbasierte Aktien sich von den Unternehmensfundamentaldaten lösen kann.
Einst weitgehend unbekannt, hat das Unternehmen nach den stärksten Kurssteigerungen weltweit weltweite Aufmerksamkeit erregt und wurde zu einem Bezugspunkt für Regulierungsbehörden und Investoren, die spekulatives Risiko bewerten.
Die Aktie stieg in den 20 Monaten bis zum 17. Dezember um mehr als 55.000 % – der größte Anstieg unter Unternehmen mit einem Marktwert von über 1 Milliarde US-Dollar, berichtet Bloomberg.
Die Rallye entfaltete sich trotz schwacher Finanzen, begrenzter Abläufe und eines Geschäftsmodells, das noch weit davon entfernt ist, an der großflächigen Halbleiterfertigung teilzunehmen.
Mit zunehmender regulatorischer Kontrolle wird die Entwicklung von RRP zunehmend als Belastungstest für den privathandelgetriebenen Aktienboom Indiens gesehen.
Eine Rallye, die auf Knappheit und Hype basiert
Der Aufstieg von RRP erfolgte in einem Markt mit nur sehr wenigen börsennotierten Halbleiterunternehmen.
Diese Knappheit hat indische Privatanleger dazu gebracht, jede Proxy-Exposition gegenüber dem globalen KI- und Chip-Ausgabezyklus zu suchen.
Online-Spekulationen, ein sehr kleiner Free Float und steigende Beteiligung von Erstanlegern halfen dabei, den RRP in 149 aufeinanderfolgende Limit-up-Sitzungen zu katapultieren.
Dies geschah selbst als das Unternehmen in den neuesten Quartalsergebnissen einen negativen Umsatz verzeichnete und im jüngsten Jahresbericht offenlegte, dass es nur zwei Vollzeitmitarbeiter beschäftigte.
Auch RRP hatte sich Anfang 2024 vom Immobilienmarkt abgewandt und damit seine direkte Verbindung zum Halbleiterboom zurückgelassen.
Aufsichtsbehörden greifen ein
Die Rallye hat nun die Aufmerksamkeit des Securities and Exchange Board of India auf sich gezogen, das begonnen hat, den Anstieg der Aktie auf mögliche Fehlverhalten zu untersuchen, heißt es im Bericht.
Der RRP, der zu seinem Höhepunkt etwa 1,7 Milliarden Dollar betrug, wurde von der Börse auf nur einmal pro Woche gehandelt.
Die Aktien sind seit ihrem Höchststand am 7. November um etwa 6 % gefallen, was darauf hindeutet, dass regulatorische Maßnahmen und strengere Überwachung zunehmend an Schwung wirken.
Der Fall verdeutlicht die Schwierigkeiten, denen Regulierungsbehörden gegenüberstehen, Marktzugang mit Anlegerschutz in Einklang zu bringen, insbesondere bei schnelllebigen, narrativgetriebenen Geschäften.
Eigentümer- und Unternehmenswechsel
Laut Bloomberg begann die Transformation von RRP Anfang 2024, als der Unternehmer Chodankar die Kontrolle über G D Trading and Agencies Ltd. übernahm, indem er ein Darlehen in Höhe von 80 Millionen Rupien an die Gründer im Austausch für Eigenkapital zurückzahlte.
Im April genehmigte der Vorstand die Ausgabe von Aktien zu je 12 Rupien, 40 % unter dem Marktpreis, wodurch Chodankar einen Anteil von 74,5 % erhielt und der Anteil der Gründer auf unter 2 % sank.
Das Unternehmen wurde später in RRP Semiconductor umbenannt.
Chodankar hat außerdem Anfang 2024 RRP Electronics Pvt. Ltd. gegründet, um eine ausgelagerte Halbleitermontage- und Testanlage in Maharashtra zu errichten.
Obwohl RRP Semiconductor RRP Electronics als verwandte Partei führt, da beide Chodankar gehören, hält es laut Börsenunterlagen keinen direkten Eigentumsanteil.
Finanzielle Belastung unter dem Anstieg
Die finanziellen Offenlegungen von RRP boten wenig Beruhigung.
Das Unternehmen meldete einen negativen Umsatz von 68,2 Millionen Rupien und einen Nettoverlust von 71,5 Millionen Rupien für das Quartal bis September.
Der negative Umsatz resultierte aus der Rückgängigmachung von Verkäufen, die mit einer Bestellung von 4,4 Milliarden Rs von Telecrown Infratech Pvt. verbunden waren, die aufgrund vertraglicher Streitigkeiten storniert wurde.
RRP erzielte laut Einreichungen im Märzquartal zudem 80 Millionen Rupien Einnahmen zurück.
In einer Börsenerklärung vom 3. November teilte das Unternehmen laut Bloomberg mit, dass es noch nicht mit der Halbleiterproduktion begonnen habe, sich nicht unter staatlichen Anreizprogrammen beworben habe und jegliche Prominentenverbindungen abgelehnt habe, nachdem Berichte es mit prominenten Persönlichkeiten in Verbindung gebracht hatten.
In ganz Asien haben Börsen und Unternehmen Anleger davor gewarnt, KI-verknüpfte Aktien zu verfolgen.
Ähnliche Warnungen in China und Südkorea in diesem Monat wurden von starken Preisschwankungen gefolgt, die die Befürchtungen über spekulative Übermaße verstärkten.
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