Der Rolls-Royce-Aktienkurs ist in eine Korrektur geraten, nachdem er gegenüber dem Jahreshoch um 13% gefallen ist. RR fiel am Dienstag auf 1,227p, da sich die Herausforderungen in der zivilen Luftfahrtbranche fortsetzten. Dieser Artikel untersucht, was zu erwarten ist und ob er sich in diesem Jahr erholen wird.

Rolls-Royce-Aktienkurs sinkt angesichts der Probleme in der zivilen Luftfahrt 

Rolls-Royce Holdings, eines der führenden Industrieunternehmen in Europa, sieht sich erheblichen Gegenwinden gegenüber, da der Iran-Konflikt andauert.

Das Geschäft des Unternehmens ist vor allem aufgrund seines Geschäftsmodells betroffen. Neben der Herstellung von Flugzeugtriebwerken erzielt das Unternehmen den Großteil seiner Einnahmen durch seinen Service TotalCare.

TotalCare ist ein Service, bei dem das Unternehmen langfristige Verträge zur Wartung von Flugzeugen eingeht und seinen Kunden pro Meile Gebühren berechnet. Dadurch verlagert sich die Belastung von den Flugzeugbetreibern auf Rolls‑Royce.

Daher läuft das Geschäft in der Regel gut, wenn die zivile Luftfahrtbranche ohne Störungen gut läuft, wie nach der Pandemie beobachtet.

Das Unternehmen steht nun vor einer großen Herausforderung, da die zivile Luftfahrtbranche aufgrund der Krise im Nahen Osten erhebliche Probleme hat. Dort zählt es zu seinen wichtigen Kunden Middle East Airlines und Vietjet. Viele seiner Kunden betreiben umfangreiche Aktivitäten an zentralen Flughäfen im Nahen Osten, unter anderem in Dubai.

Daher ist es wahrscheinlich, dass die Flugstunden des Unternehmens in diesem Quartal niedriger ausfallen werden als erwartet. Diese Schwäche dürfte anhalten, solange der Krieg im Iran andauert.

Positiv ist, dass das Unternehmen zudem über ein großes Verteidigungsgeschäft verfügt, das in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter gut abschneiden wird, da Staaten ihre Ausgaben erhöhen. Das Verteidigungsgeschäft umfasst Triebwerke für wichtige Flugzeuge. Zudem fertigt es Produkte für Marine- und Landbereiche.

Krieg droht starkes Wachstum zu stören

Die jüngsten Ergebnisse zeigten, dass sich das Geschäft von Rolls‑Royce Holdings in den vergangenen Monaten weiterhin positiv entwickelt hat, wobei Umsatz und Profitabilität stiegen und dies zu höheren Rückflüssen an die Aktionäre führte.

Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um 24% auf £20 billion, während das operative Ergebnis um 38% auf über £3.4 billion zulegte. Dieser Umsatzanstieg wurde vom Segment der zivilen Luftfahrt getragen, das £10.3 billion erzielte und dessen operatives Ergebnis um 41% auf £2.1 billion stieg.

Das Verteidigungsgeschäft erwirtschaftete £4.7 billion, während das operative Ergebnis um 9% auf £689 million anstieg. Der Großteil des Geschäfts entfiel auf Transport- und Kampfaufträge, gefolgt von U-Booten. 

Rolls‑Royce erzielte £4.9 billion im Bereich Energieversorgung, ein Trend, der sich in den kommenden Jahren aufgrund der anhaltenden Energienachfrage im Rechenzentrumssektor fortsetzen könnte. 

Infolgedessen erwartet das Unternehmen nun, dass sein Free Cashflow von £3.3 billion im vergangenen Jahr mittelfristig auf zwischen £5 billion und £5.5 billion ansteigen wird. Es rechnet nun damit, zwischen 2026 und 2028 zwischen £7 billion und £9 billion zurückzugeben.

Technische Analyse des Rolls‑Royce-Aktienkurses

RR-Aktienchart | Quelle: TradingView 

Der Tageschart zeigt, dass der Rolls‑Royce-Aktienkurs in den vergangenen Wochen zurückgegangen ist und sich vom Hoch bei 1,420p im Februar auf aktuell 1,230p bewegt hat. 

Er liegt unter dem 50-Tage-EMA (Exponentiell gleitender Durchschnitt) und dem Major S&R-Pivotpunkt von 1,250p.

Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass die Aktie kurzfristig weiter fällt, möglicherweise bis zum Strong-, Pivot- und Reverse-Level von 1,125p. Anschließend dürfte sie später in diesem Jahr wieder ansteigen, wenn der Krieg Anzeichen eines Endes zeigt.

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