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Die Rolls-Royce-Aktie erlebt ein schwierigeres Jahr als 2025, als sie auf ein Rekordhoch kletterte. Obwohl sie in den letzten sechs Monaten um 21.8% gestiegen ist, liegt das Plus seit Jahresbeginn nur bei 10%. Ist diese Konsolidierung also eine gute Kaufgelegenheit?

Warum die Rolls-Royce-Aktie schwächelt

Die Aktie von Rolls-Royce Holdings begann das Jahr gut und schnellte am 26. Februar auf 1,418p, zwei Tage bevor Präsident Donald Trump und Benjamin Netanyahu ihre Bombardierung Irans einleiteten. 

Der US‑Israel‑Iran-Konflikt hatte erhebliche Auswirkungen auf Rolls-Royce, den weltweit zweitgrößten Flugtriebwerkshersteller nach General Electric. Denn Iran reagierte auf den Krieg, indem es im Nahen Osten Verwüstungen anrichtete und Drohnenangriffe auf wichtige Infrastrukturprojekte flog.

Iran griff Flughäfen an, was zu einer deutlichen Verlangsamung des zivilen Luftfahrtgeschäfts in der Region führte. Die wichtigsten Kunden hielten ihre Aktivitäten an oder fuhren sie aus Angst vor Angriffen massiv zurück. 

Obwohl Rolls‑Royce weiterhin seine Triebwerke lieferte, wurde das Kerngeschäft dennoch beeinträchtigt. Dieses Geschäft umfasst Wartungs- und Serviceleistungen an den Triebwerken der Kunden. Es erhebt Gebühren pro Flugstunde, eine Einnahmequelle, die normalerweise betroffen ist, wenn Flugzeuge weniger ausgelastet sind.

Positiv ist, dass sich Rolls‑Royce überwiegend auf Großraumflugzeuge konzentriert, die für Langstreckenflüge eingesetzt werden. Obwohl das Geschäft betroffen war, stellte das Management fest, dass die Auswirkungen weniger gravierend waren als von Analysten erwartet, da die meisten Kapazitätskürzungen im Segment der Schmalrumpfflugzeuge stattfanden. Das Management sagte:

„Wir erwarten, die aktuellen finanziellen Auswirkungen der Störung unseres Geschäfts vollständig zu kompensieren. Wir beobachten die Lage weiter auf mögliche zukünftige direkte und indirekte Auswirkungen und werden die erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um diese zu mindern.“

Das Management geht zudem davon aus, dass das Unternehmen seine Jahresziele erreichen wird. Es erwartet, dass Gewinn und Free Cash Flow bei jeweils 4.2 Milliarden bzw. 3.8 Milliarden liegen werden.

Rolls‑Royce hat einige zentrale Treiber

Der Kurs der Rolls‑Royce‑Aktie hat einige bemerkenswerte Katalysatoren, die ihre Performance im Zeitverlauf stützen werden. Zum Beispiel hat sich das zivile Luftfahrtgeschäft weniger stark ausgewirkt als zunächst befürchtet.

Außerdem dürfte das Verteidigungsgeschäft von den andauernden Ausgaben in Europa und den Vereinigten Staaten profitieren. Die meisten europäischen Länder haben sich verpflichtet, ihre Ausgaben zu erhöhen, während Trump in diesem Jahr Verteidigungsausgaben in Höhe von 1,5 Billionen Dollar vorgeschlagen hat.

Vor allem verfügt das Unternehmen über ein großes Power‑Geschäft, das sich im Bereich Rechenzentren positioniert. Das Management stellte tatsächlich fest, dass die Bestellungen in diesem Segment im März auf ein Rekordhoch sprangen, wobei der Auftragsbestand auf über 7.3 billion Pfund anstieg. Zudem besitzt es ein Geschäft mit kleinen modularen Reaktoren, das künftig voraussichtlich florieren wird.

Technische Analyse der Rolls‑Royce‑Aktie

Chart der RR-Aktie | Quelle: TradingView

Das Tageschart zeigt, dass sich der RR‑Kurs in den vergangenen Wochen erholt hat. Er ist von einem Tief von 1,092p im März und April auf das aktuelle 1,272 geklettert. 

Die Aktie bleibt über dem 100‑Tage‑Gleitenden Durchschnitt, ein Zeichen dafür, dass die Bullen vorerst die Kontrolle behalten. Außerdem bewegt sie sich entlang der absteigenden Trendlinie, die die höchsten Ausschläge im Februar verbindet. 

Daher ist die wahrscheinlichste Rolls‑Royce‑Kursprognose für Juni bullish, mit dem ersten Ziel beim bisherigen Jahreshoch von 1,418p. Ein Ausbruch über dieses Niveau würde auf weitere Gewinne hindeuten, potentiell bis 1,500p.

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