
Der Aktienkurs von Rolls-Royce hat in den vergangenen Tagen geschwankt, da die jüngste Dynamik ins Stocken geraten ist. Er ist auf 1,502p gefallen, von einem Jahreshoch von 1,584p. Zwar gibt es positive Katalysatoren, doch könnten mehrere Risiken das Papier kurzfristig belasten.
Das Geschäft von Rolls-Royce Holdings läuft gut
Die RR-Aktie gehört zu den erfolgreichsten Geschichten im FTSE 100 Index, da sie sich seit ihrem pandemiebedingten Tief um dreistellige Prozentwerte erholt hat. Diese Rally wurde von starken Ergebnissen in Kerngeschäften wie ziviler Luftfahrt, Verteidigung und Energie getragen.
Die jüngsten Zahlen zeigten, dass das Geschäft im ersten Halbjahr weiterhin gut lief, und das Management hob seine Prognose an.
Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 26% auf £11.2 billion, der Free Cashflow schoss auf über £1.96 billion. Dieses Wachstum war wichtig, da das Unternehmen im ersten Halbjahr mit einem herausfordernden Umfeld konfrontiert war: Der Krieg zwischen den USA und Iran führte zu Flugstörungen. Zudem wirkten sich Störungen im Schiffsverkehr negativ auf die Geschäftskosten aus.
Das Management erwartet, dass das Wachstum in absehbarer Zukunft anhalten wird. Nun rechnet es damit, dass das operative Ergebnis in diesem Jahr auf zwischen £4.7 billion und £4.9 billion steigen wird. Der Free Cashflow soll auf zwischen £5 billion und £5.3 billion zulegen. Die Prognose geht von einer Auslieferung von 550 bis 600 Triebwerken aus, während die Werkstattaufenthalte zwischen 1,480 und 1,550 liegen sollen.
Rolls-Royce Holdings erwartet, weiterhin vom anhaltenden Boom der künstlichen Intelligenz zu profitieren, der die Energienachfrage antreibt. Gleichzeitig baut das Unternehmen sein Aktienrückkaufprogramm und die Dividenden weiter aus.
RR‑Aktie steht vor erheblichen Risiken
Die Rolls-Royce-Aktie steht in diesem Jahr jedoch vor einigen bedeutenden Risiken. Erstens ist die Bewertung des Unternehmens hoch, was sie für langfristige Value-Investoren weniger attraktiv machen könnte. Sie handelt mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (Forward‑KGV) von 34, höher als der Sektormedian von 20. Dieses Multiple liegt auch über dem von schneller wachsenden, margenträchtigen Unternehmen wie Nvidia und Micron. In einer jüngsten Mitteilung schrieb ein Morningstar-Analyst:
„Rolls-Royce mag eine der herausragenden Erfolgsgeschichten des FTSE 100 der letzten Jahre sein, aber die Ergebnisse waren nicht so positiv, dass eine Anhebung des fairen Unternehmenswerts gerechtfertigt wäre.“
Zweitens gibt es Hinweise, dass Investoren ihre Erwartungen an das Geschäft mit kleinen modularen Reaktoren (SMR) anpassen. Branchenführende Unternehmen wie Oklound NuScale sind in diesem Jahr stark eingebrochen, während deren Leerverkaufspositionen weiter zunehmen.
Rolls-Royce gilt dank seiner Historie im Nuklearbereich weithin als führender Akteur. Es hat bereits große Aufträge aus Großbritannien und Schweden erhalten. Die Herausforderung bleibt jedoch, wann das Geschäft profitabel wird.

RR-Aktienchart | Quelle: TradingView
Außerdem hat die Aktie drei riskante Muster ausgebildet, die ihre Performance belasten könnten. Es bildete sich ein kleines Doppeltop bei 1,585p mit einer Nackenlinie bei 1,502p. Dieses Muster führt häufig zu einer deutlichen bärischen Umkehr.
Die Aktie bildete zudem einen aufsteigenden Keil, der aus zwei ansteigenden, konvergierenden Trendlinien besteht. Schließlich zeigt der MACD-Indikator eine bärische Divergenz – ein Muster, das auftritt, wenn die Aktie innerhalb eines Aufwärtstrends fällt.
Diese technischen Signale deuten darauf hin, dass die Aktie kurzfristig weiter fallen könnte. Falls dies eintritt, wäre die nächste Marke die 50-Tage-Linie bei 1,442p.
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