Der Kurs der Rolls‑Royce‑Aktie fiel heute, am 29. April, um fast 2 %, da Hinweise auf einen langwierigen Krieg zwischen den USA und dem Iran zunahmen. Er ging zurück auf 1,113p, deutlich unter dem Jahreshoch von 1,418p. Die Aktie steht im Blickpunkt vor dem anstehenden Trading‑Statement am Donnerstag dieser Woche.

Rolls‑Royce Holdings’ Trading‑Statement dürfte Aufschluss über den Iran‑Konflikt geben

Der RR‑Kurs befindet sich seit Beginn des Krieges am 28. Februar dieses Jahres in einem freien Fall. Dieser Rückgang spiegelt die Entwicklung bei anderen ähnlichen Unternehmen wider. Die Aktie von GE Aerospace fiel von 346 $ auf 290 $. Ebenso sank RTX, die Muttergesellschaft von Pratt & Whitney, von 215 $ auf 175 $.

Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf den anhaltenden Krieg im Iran zurückzuführen, der zu erheblichen Reiseunterbrechungen geführt hat. Der Flugverkehr in Richtung Naher Osten geht weiter zurück, und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) suchen eine Rettung in Form von Währungsswaps mit den USA.

Airlines haben begonnen, Flüge zu streichen — ein Trend, der andauern könnte. Erst letzte Woche kündigte Lufthansa, ein wichtiger Kunde von Rolls‑Royce, an, in diesem Jahr 20.000 Flüge zu streichen, um sich auf besonders profitable Strecken zu konzentrieren. Das Geschäftsmodell von Rolls‑Royce hängt davon ab, dass Flugzeuge in der Luft sind, da das Unternehmen pro Meile abrechnet.

Analysten erwarten, dass die Jet‑Fuel‑Krise andauert, solange die Straße von Hormus blockiert ist. Wie wir zuvor berichteten, erwägt Trump eine langwierige Blockade, was erklärt, warum Brent auf fast 115 $ gestiegen ist.

Zugleich hat der Krieg zu einem Anstieg der Aluminiumpreise geführt, was die Margen von Rolls‑Royce künftig belasten könnte. Auch die Stahlpreise sind in diesem Jahr bereits leicht gestiegen.

Daher wird der bevorstehende Trading‑Report am Donnerstag wichtig für die Aktie sein, da er mehr Einblick in das Geschäft geben wird. Das ist bedeutsam, weil das Unternehmen bislang noch keine Mitteilung zum Einfluss des Krieges auf seine Geschäftsabläufe veröffentlicht hat.

Die jüngsten Ergebnisse zeigten, dass das Geschäft von Rolls‑Royce gut lief, gestützt durch das robuste zivile Luftfahrtgeschäft. Dieses Geschäft erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 10,38 Milliarden Pfund und einen Free Cashflow von 2,5 Milliarden Pfund. Umsatz und FCF stiegen damit im Jahresvergleich um 15 % bzw. 24 %.

Es folgte das Verteidigungsgeschäft mit 4,7 Milliarden Pfund Umsatz und 745 Millionen Pfund Free Cashflow. Das Energiesegment erzielte 4,8 Milliarden Pfund Umsatz und 648 Millionen Pfund FCF. Man hofft, vom boomenden KI‑Sektor zu profitieren, indem mehr auf diesen Bereich zugeschnittene Produkte eingeführt werden.

Analysten gehen davon aus, dass der Jahresumsatz bis 2028 auf 25,5 Milliarden Pfund steigen wird, nach 19,6 Milliarden im Vorjahr. 

Technische Analyse des Rolls‑Royce‑Kurses

Rolls‑Royce‑Aktienkurs

RR‑Aktienchart | Quelle: TradingView

Das Tageschart zeigt, dass die RR‑Aktie in den vergangenen Monaten stark gefallen ist und sich von einem Rekordhoch von 1,413p auf 1,120p heute bewegt hat. Der Supertrend‑Indikator hat von Grün auf Rot gewechselt, ein Zeichen dafür, dass die Bären an Momentum gewinnen. 

Die Aktie ist bereits unter den 50‑Tage‑EMA und den „Ultimate Support“ des Murrey‑Math‑Lines‑Tools gefallen. Auch der Relative‑Strength‑Index (RSI) und der MACD zeigen weiterhin Abwärtstendenz.

Daher wird Rolls‑Royce voraussichtlich kurzfristig weiter fallen, möglicherweise bis zur Unterstützung bei 1,000p. Eine Trendumkehr wird erst eintreten, wenn Anzeichen dafür vorliegen, dass der US‑Iran‑Konflikt dem Ende zugeht.

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