
Robinhood Markets teilte am Dienstag mit, dass es seine festangestellte Belegschaft um rund 10 % reduzieren werde, was etwa 290 Mitarbeiter betrifft, im Rahmen einer Umstrukturierung, die trotz Rekord-Handelsaktivität in mehreren Geschäftsbereichen erfolgt.
Die Online-Handelsplattform kündigte außerdem an, eine kleine Anzahl noch offener Stellen zu streichen.
Die Aktien von Robinhood (HOOD) stiegen nach der Ankündigung im vorbörslichen Handel um etwa 2,5 %.
In einer behördlichen Meldung gab das Unternehmen an, dass es voraussichtlich ungefähr $20M an Umstrukturierungsaufwendungen im Zusammenhang mit Abfindungen und Leistungen sowie rund $8M an aktienbasierter Vergütung verbuchen werde.
Die Aufwendungen sollen im zweiten Quartal erfasst werden.
„Das Unternehmen ergreift diese Maßnahme aus einer Position wirtschaftlicher Stärke, einschließlich der bis dato im Juni verzeichneten durchschnittlichen täglichen Handelsvolumina auf Rekordniveau in den Bereichen Aktien, Optionen und Prognosemärkte“, erklärte Robinhood.
Robinhood hatte Ende Dezember laut den jüngsten Einreichungen bei der US Securities and Exchange Commission etwa 2.900 Vollzeitbeschäftigte.
Starke Handelsaktivität stützt Ausblick
Der Personalabbau erfolgt, während Robinhood weiterhin von erhöhter Handelsaktivität und wachsendem Kundeneinsatz profitiert.
Das Unternehmen berichtete im April Ergebnisse für das erste Quartal, die ein moderates Gewinnwachstum und einen Umsatzanstieg von 15 % zeigten, angetrieben durch starke Aktivitäten im Optionshandel, bei Abonnementprodukten und in Prognosemärkten.
Das Management wies seinerzeit auch darauf hin, dass das zweite Quartal stark begonnen habe, gestützt durch robuste Handelsvolumina auf der Plattform.
Die jüngste Einreichung bekräftigte diese Einschätzung: Robinhood hob Rekorddurchschnitte im Handelsaufkommen für Aktien, Optionen und Prognosemärkte im Juni hervor.
Das Unternehmen hat sich zunehmend als breitere Finanzplattform positioniert und ist nicht mehr nur eine provisionsfreie Aktienhandels-App, indem es in Altersvorsorgeprodukte, Abonnements und ereignisbasierten Handel expandiert.
Prognosemärkte werden wichtiger Wachstumstreiber
Besondere Aufmerksamkeit von Analysten gilt dem schnell wachsenden Geschäft mit Prognosemärkten von Robinhood.
Analysten bei Bernstein erklärten, das Unternehmen könne erhebliche Vorteile aus einem Aktivitätsschub im Zusammenhang mit der FIFA-Weltmeisterschaft ziehen.
Nach Angaben der Research-Firma stiegen die täglichen Volumina in den Prognosemärkten am 11. Juni von $2,2 Milliarden auf $4,8 Milliarden am 12. Juni, als die USA gegen Paraguay spielten.
Bernstein bemerkte, dass diese Zahlen bereits die etwa $1,4 Milliarden übertreffen, die in der vergangenen Saison beim Super Bowl gehandelt wurden.
In einer Kundenmitteilung schrieben die von Gautam Chhugani geführten Analysten, Prognosemärkte seien seit ihrem Start das umsatzstärkste, am schnellsten wachsende Produkt von Robinhood geworden.
Die Brokerfirma prognostiziert, dass die Erlöse aus Prognosemärkten von $150M in 2025 auf $586M in 2026 steigen werden, was einem Wachstum von 286 % im Jahresvergleich entspricht.
Würden sich diese Prognosen bewahrheiten, würden Prognosemärkte im nächsten Jahr rund 17 % der transaktionsbasierten Erlöse von Robinhood und etwa 10 % der Gesamtumsätze des Unternehmens ausmachen.
Teil eines breiteren Trends im Technologiesektor
Der Personalabbau bei Robinhood spiegelt auch einen breiteren Trend im Technologiesektor wider.
Unternehmen wie Snap, Block, Atlassian und Pinterest haben in diesem Jahr bedeutende Entlassungen angekündigt, da Firmen versuchen, die Effizienz zu verbessern und zugleich in neue Technologien zu investieren.
Laut Daten von Challenger, Gray & Christmas, kündigten Technologieunternehmen allein im Mai 38.242 Stellenkürzungen an.
Die bisherigen Reduzierungen im Jahresverlauf beliefen sich auf 123.653 Stellen, ein Anstieg von 66 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Gleichzeitig bleibt der Technologiesektor die führende Quelle für Einstellungspläne: Arbeitgeber kündigten im Mai mehr als 11.000 geplante Einstellungen an, was das anhaltende Wachstum des Sektors unterstreicht, auch wenn Unternehmen ihre Belegschaften umgestalten.
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