
Die Rivian-Aktie läuft diesen Monat gut und übertrifft ihre wichtigsten Rivalen wie Lucid und Tesla, gestützt durch starke Auslieferungszahlen. RIVN stieg am Montag auf $20.15, den höchsten Stand seit dem 8. Januar. Diese Rallye könnte sich vor den Quartalszahlen, die am 30. Juli veröffentlicht werden, fortsetzen.
Rivian-Aktie könnte vor den Quartalszahlen weiteres Aufwärtspotenzial haben
Das Tageschart deutet darauf hin, dass Rivian-Aktien kurzfristig noch weiteres Aufwärtspotenzial haben könnten. Es hat bereits ein goldenes Kreuz gebildet, als sich die 50-Tage- und 200-Tage-Durchschnitte gekreuzt haben. Seitdem notiert die Aktie über diesen beiden Durchschnitten.
Auffällig ist, dass sich eine invertierte Kopf-Schulter-Formation gebildet hat. Die Aktie ist bereits über die Nackenlinie bei $18.17 geklettert, was die bullische Perspektive bestätigt. Gleichzeitig ist der Relative Strength Index (RSI) kurzfristig weiter gestiegen.
Daher dürfte die Aktie kurzfristig weiter steigen, da Investoren der Angst, etwas zu verpassen (Fear of Missing Out, FOMO), nachgeben. Gelingt das, ist das nächste wichtige Ziel bei $22.72.
Dieser Anstieg wird nicht linear verlaufen. Vielmehr könnte die Aktie zurückfallen und die Unterstützung bei $18.17 erneut testen. Eine solche Bewegung wird als Break-and-Retest bezeichnet und ist ein häufiges Zeichen für eine bullische Fortsetzung.

RIVN-Aktienchart | Quelle: TradingView
Die Nachfrage nach Rivian-Fahrzeugen steigt
Die aktuelle Rallye der Rivian-Aktie findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Nachfrage nach den Fahrzeugen steigt. In einer aktuellen Mitteilung teilte das Unternehmen mit, dass seine Auslieferungen im zweiten Quartal auf 12,194 gestiegen sind.
Es produzierte 12,613 Fahrzeuge, ein Trend, der sich fortsetzen könnte, sobald der Bau des Werks in Georgia abgeschlossen ist. Das bestehende Werk kann 200k Fahrzeuge pro Jahr produzieren, während das kommende in Georgia 400k Fahrzeuge pro Jahr fertigen wird.
Rivian profitiert von der steigenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, nachdem die Benzinpreise während des US‑Iran‑Konflikts gestiegen sind. Außerdem profitiert das Unternehmen vom jüngsten R2‑Modell, dessen Produktion sich bereits aufbaut. Das Unternehmen plant zudem, ein günstigeres R3‑Crossover sowie R3x‑Modelle einzuführen, um Kunden Zugang zu leistungsstarken, kostengünstigeren Fahrzeugen zu geben.
Am wichtigsten ist, dass das Unternehmen nach Jahren des inländischen Verkaufs nun in Europa wachsen will; Schätzungen gehen davon aus, dass dies nächstes Jahr beginnt. Das wird nicht einfach sein, da Europa bereits von einheimischen Fahrzeugherstellern und solchen aus China gesättigt ist.
Daher glauben Analysten, dass das Wachstum in den kommenden Jahren an Fahrt gewinnen wird. Der Jahresumsatz soll in diesem Jahr um 30% auf $7 billion steigen, gefolgt von einem Anstieg um 65% im nächsten Jahr auf $11.6 billion. Setzt sich dieser Trend fort, könnten es in den kommenden Jahren $20 billion Jahresumsatz werden.
Das Risiko besteht jedoch darin, dass das Unternehmen in den kommenden Jahren weiterhin Verluste schreibt. In einer aktuellen Erklärung stellte das Management fest, dass im nächsten Jahr kein EBITDA-Gewinn erzielt wird.
Da der Cash‑Burn anhält, könnte das Unternehmen seine Aktionäre bald verwässern. Es hat eine lange Vorgeschichte der Verwässerung, wobei die gesamten ausstehenden Aktien von 892 million im Jahr 2022 auf 1.26 billion angestiegen sind.
Außerdem nähert sich die Aktie den von Analysten gesetzten Kurszielen. Needham hat ein Ziel von $23, während Cowen, BNP Paribas und Benchmark $20, $22 bzw. $25 anpeilen.
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