Das soll mal einer verstehen. Der Iran-Krieg eskaliert, der Ukraine-Krieg setzt sich fort und trotzdem hat die Rheinmetall-Aktie seit ihrem Jahreshoch Mitte Januar fast -30% an Wert verloren. Was drückt so stark auf den Kurs des deutschen Rüstungskonzerns und ist jetzt der perfekte Einstiegszeitpunkt gekommen?

Die Rekordjagd bekommt einen Dämpfer

In den letzten Jahren eilte Rheinmetall von Rekord zu Rekord. Doch diese Rekordjagd bekam zuletzt einen ordentlichen Dämpfer.

Anfang März legte der deutsche Rüstungsriese seine Zahlen für 2025 und seinen Ausblick auf 2026 vor und bei beiden sorgte Rheinmetall für Enttäuschung. Der Umsatz von 9,94 Milliarden € lag zwar 29% über dem Vorjahreswert, verfehlte aber die Erwartungen der Analysten leicht. Gleichzeitig ging der Gewinn je Aktie deutlich von 10,87 € im Vorjahr auf 7,22 € zurück.

Noch schwerwiegender war jedoch die Tatsache, dass die Umsatzprognose von 14,0 bis 14,5 Milliarden € für das aktuellen Jahr erheblich unter dem Analystenkonsens von 15,0 Milliarden € lag. Und nicht zuletzt war die Börse auch nicht von der Margenprognose in Höhe von 19% begeistert. Sie traf das untere Ende der Markterwartungen.

Das könnte gefährlich werden

Im März gab es dann noch eine weitere Entwicklung, die der Rheinmetall-Aktie richtig wehtun könnte. Das Bundeskartellamt genehmigte die Allianz zwischen dem deutschen Rüstungsunternehmen Diehl Defence und dem norwegischen Rüstungsriesen Nammo.

Die neue deutsch-norwegische Allianz bedeutet nämlich das Ende des faktischen Monopols von Rheinmetall bei Artilleriemunition. Bislang waren die Düsseldorfer der unangefochtene Hauptlieferant für 155-mm-Kalibermuniton. Durch das Joint Venture wird Nammo seine Produktion nach Deutschland verlagern, wobei Diehl die Fertigungsanlagen bereitstellt.

Die Bundeswehr hat bereits signalisiert, dass sie die Abhängigkeit von einem einzigen Großlieferanten (Rheinmetall) reduzieren will. Diehl/Nammo hat inzwischen den Zuschlag für einen massiven Rahmenvertrag der Bundeswehr erhalten, den Rheinmetall früher vermutlich allein bedient hätte.

Für Rheinmetall ist das ein direkter Angriff auf die profitables Sparte des Konzerns. Der Rüstungsriese wird in Zukunft deutlich geringere Margen mit dem Verkauf von Artikelliemunition erzielen.

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Geht’s runter auf das 12-Monatstief?

Das Chartbild der Rheinmetall-Aktie ist angeschlagen. Seit über zwei Monaten steckt sie in einem Abwärtstrend fest und ist inzwischen auf ein 6-Monatstief gefallen.

Der DAX-Titel notiert nur noch +17% über seinem 12-Monatstief bei 1.180 €. Dieser Support muss halten, um den Kurs der Rheinmetall-Aktie sicher im vierstelligen Bereich zu halten.

Die Story stimmt nach wie vor

Ich glaube, dass die Rheinmetall-Aktie inzwischen auf einem attraktiven Kursniveau angekommen ist und rate Anlegern zum Kauf. Das sehen übrigens auch die meisten Banken so.

Einige von ihnen haben zwar in den letzten Wochen ihre Kursziele für den Rüstungswert leicht zurückgenommen. Aber mit einer Bankbreite von rund 1.500 bis 2.050 € liegen sie immer noch deutlich über dem aktuellen Kurs.

Die Bäume werden bei der Rheinmetall-Aktie nicht mehr in den Himmel wachsen, aber der Rüstungskonzern sitzt auf einem komfortablen Auftragsbestand von rund 65 Milliarden €. Im Klartext: Die Produktion von Rheinmetall ist für die nächsten vier Jahre ausgebucht.

Auch in den kommenden Monaten und Quartalen wird sich das Auftragsbuch von Rheinmetall weiter füllen. Der Konzern ist auf allerbestem Weg, sich zu einem europäischen Rüstungschampion zu entwickeln. Die Story der Rheinmetall-Aktie stimmt meiner Meinung nach weiterhin.

Die massiven Differenzen Europas und der USA in Bezug auf die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten zeigen, dass die NATO in ihrer aktuellen Form keine Zukunft mehr hat. Europa muss und wird sich verteidigungspolitisch auf eigene Beine stellen. Eine hervorragende langfristige Entwicklung für die Rheinmetall-Aktie.

Am Rande erwähnt: Die globale Aufrüstung treibt die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Unternehmen, die von dieser Entwicklung maximal profitieren werden.

ℹ Rheinmetall in Kürze

  • Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
  • Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
  • Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
  • Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 64 Milliarden €.

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