
Die Aktien von Revolution Medicines stiegen am Montag deutlich an, nachdem das Unternehmen positive Ergebnisse aus einer Spätphasenstudie seines experimentellen Pankreaskrebs-Medikaments gemeldet hatte und damit Hoffnungen auf einen möglichen Durchbruch bei einer der tödlichsten Krebsarten nährt.
Die Aktie legte nach Börseneröffnung um 38 % zu und hat damit seit Jahresbeginn insgesamt 69 % gewonnen.
Studie zeigt signifikanten Überlebensvorteil
Das Unternehmen teilte mit, seine einmal täglich einzunehmende Tablette Daraxonrasib habe statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserungen sowohl beim progressionsfreien Überleben als auch beim Gesamtüberleben gegenüber der Standardchemotherapie gezeigt.
Patienten, die mit Daraxonrasib behandelt wurden, verzeichneten ein medianes Gesamtüberleben von 13,2 Monaten, fast das Doppelte der 6,7 Monate, die bei Patienten mit intravenöser zytotoxischer Chemotherapie, dem aktuellen Standard, beobachtet wurden.
Chief Executive Mark Goldsmith bezeichnete die Ergebnisse als einen großen Fortschritt.
„Diese Ergebnisse stellen einen potenziell transformierenden Fortschritt für Patienten dar und unterstreichen das Potenzial von Daraxonrasib, die Behandlungslandschaft neu zu definieren“, sagte er und fügte hinzu, das Unternehmen arbeite mit Nachdruck an globalen Zulassungsanträgen.
In einem separaten Interview sagte Goldsmith: „Das sind dramatische, praxisverändernde Ergebnisse, und unser Fokus liegt nun darauf, diese potenziell neue Behandlungsoption schnell den Patienten zur Verfügung zu stellen, die dringend neue Therapien benötigen.“
Ein neuer Ansatz gegen eine schwierige Erkrankung
Pankreaskrebs bleibt eine der weltweit tödlichsten Krebserkrankungen, mit einer Fünf-Jahres-Überlebensrate von rund 13 %.
Die Krankheit wurde historisch überwiegend mit Chemotherapie behandelt, wobei Fortschritte bei der Verbesserung der Behandlungsergebnisse begrenzt waren.
Daraxonrasib wirkt, indem es RAS-Mutationen gezielt adressiert, die das Tumorwachstum antreiben und in mehr als 90 % der Pankreaskrebs-Fälle vorkommen.
Die Spätphasenstudie schloss Patienten mit metastasiertem duktalem Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse ein, darunter solche mit einer Bandbreite von RAS-Varianten und teilweise auch Patienten ohne identifizierte Mutation.
Goldsmith sagte, die Ergebnisse markierten einen Wandel in der möglichen Behandlung der Erkrankung.
„Diese Ergebnisse läuten eine neue Ära RAS‑zielgerichteter Medikamente für Pankreaskrebs ein, der bislang ausschließlich mit zytotoxischer intravenöser Chemotherapie behandelt wurde“, sagte er.
Das Medikament erwies sich außerdem als im Allgemeinen gut verträglich, mit einem handhabbaren Sicherheitsprofil; während der Studie wurden keine neuen Sicherheitsbedenken identifiziert.
Regulatorischer Vorstoß und Marktpotenzial
Das Unternehmen plant, bei der US Food and Drug Administration (FDA) eine Zulassung zu beantragen und dazu einen Commissioner’s National Priority Voucher einzusetzen, der ein beschleunigtes Prüfverfahren ermöglicht, das nur wenige Monate dauern kann.
Externe Experten hoben die Bedeutung der Ergebnisse hervor.
„Für Patienten mit metastasiertem Pankreaskrebs werden dringend neue Behandlungsoptionen benötigt, um die Überlebenszeit zu verlängern und die Lebensqualität zu verbessern“, sagte Brian Wolpin, der leitende Prüfarzt der Studie.
Analysten wiesen ebenfalls auf die kommerzielle Chance hin.
RBC Capital Markets erklärte, Investoren hätten für das Gesamtüberleben in solchen Studien eine Benchmark von 11–12 Monaten angesetzt, eine Schwelle, die Daraxonrasib übertroffen habe.
Das Unternehmen schätzt ein potenzielles Marktvolumen von mehr als 10 Mrd. USD.
Übernahmespekulationen halten an
Die positiven Daten könnten auch das Interesse an dem Unternehmen als potenzielles Übernahmeziel neu entfachen.
Revolution Medicines stand in den vergangenen Monaten bereits im Fokus von Übernahmespekulationen; AbbVie hatte zuvor Berichte über Gespräche dementiert, und separate Diskussionen mit Merck sollen Anfang dieses Jahres beendet worden sein.
Obwohl kein Deal zustande gekommen ist, könnten die jüngsten Studienergebnisse die strategische Attraktivität des Unternehmens weiter erhöhen.
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