Die Renk-Aktie hat Anlegern in jüngster Vergangenheit überhaupt keine Freude bereitet. In den letzten zwölf Monaten hat sie über 40% ihres Börsenwertes eingebüßt und ist gestern auf den tiefsten Stand seit April 2025 gefallen. Sollten Anleger jetzt in das fallende Messer greifen oder holt man sich hier weiterhin nur blutige Finger?
Eine Bank hebt den Daumen
Wenn es nach Meinung der Investmentbank Goldman Sachs geht, dann sollten Anleger unbedingt in dieses „fallende Messer“ greifen. Ihre Analysten gehen nämlich davon aus, dass der Fall zu Ende gehen müsste. Die Goldman-Experten erhöhten das Rating für die Renk-Aktie von „Halten“ auf „Kaufen“ und sehen das Kursziel mit 65 € satte +60% über dem aktuellen Kursniveau.
Grundlage für den Optimismus von Goldman Sachs ist die ungebrochen hohe Nachfrage nach Antriebslösungen und damit auch Renk-Getrieben für militärische Landfahrzeuge. Der Auftragseingang von Renk in der Sparte Vehicle Mobility Solutions erhöhte sich im ersten Halbjahr um fast 43% auf 970 Millionen €.
Die Book-to-bill-Ratio lag zur Jahresmitte bei 2,3. Der gesamte Auftragsbestand des Getriebeherstellers beträgt mit 7,4 Milliarden € bereits mehr als den vierfachen Umsatz des vergangenen Jahres.
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Das ist die entscheidende Frage
Goldman Sachs führt an der Aufrüstung der europäischen Armeen in den kommenden Jahren kein Weg vorbei. Das Wachstum von Renk ist damit für einen sehr langen Zeitraum gesichert.
Die entscheidende Frage ist jedoch, ob es der deutsche Getriebehersteller schafft, zukünftige Umsatzsteigerungen auch in Gewinnwachstum umzumünzen. Für die Analysten von Goldman Sachs ist die Antwort auf diese Frage „Ja“.
Sie gehen davon aus, dass Renk in der Lage sein wird, seine EBIT-Marge von 17,7% im laufenden Jahr auf 21,5% im Jahr 2030 zu erhöhen. In der Sparte Landfahrzeuge gehen die Investmentbanker sogar von einem Margenanstieg von 21,7 auf 24,9% aus.
Als einen wesentlichen Treiber für diesen Margenanstieg macht Goldman Sachs das Ersatzteil- und Wartungsgeschäft aus. Militärfahrzeuge benötigen im Laufe ihrer jahrelangen Einsatzzeit zahlreiche Wartungen und haben einen hohen Ersatzteilbedarf. Die größeren Flotten an Landfahrzeugen bei Europas Streitkräften werden diesen Bedarf über Jahre erhöhen und für einen höheren Anteil an wiederkehrenden und margenstarken Umsätzen bei Renk sorgen.
Trendwende im Chart?
Dass die Renk-Aktie Mitte der Woche ihr 12-Monatstief bei 41,40 € nach unten durchbrochen hat, war ein charttechnisch sehr schlechtes Zeichen. Der heutige Sprung über dieses Tief könnte aber ein genauso gutes Signal sein. Sollte sich der Rüstungstitel in den kommenden Tagen über diesem Niveau halten, stehen die Chancen für eine Trendwende im Chart meiner Meinung nach sehr gut.
Eine sehr moderate Bewertung
Ich schließe mich der optimistischen Einschätzung von Goldman Sachs in Bezug auf die Renk-Aktie an. Sie ist auch meiner Meinung nach auf dem aktuellen Kursniveau unterbewertet. Für ein Unternehmen mit einem jährlichen Umsatzwachstum zwischen 14 und 18% und einem überproportionalen Gewinnwachstum ist mir das aktuelle Forward-KGV von 21 überhaupt nicht zu hoch.
Ganz im Gegenteil. Ich glaube, dass die Bewertung der Renk-Aktie momentan nicht das Potenzial des deutschen Rüstungsunternehmens widerspiegelt.
Bereits vor einem Monat habe ich die Renk-Aktie zum Kauf empfohlen — damals zu einem leicht höheren Kurs als heute. Ich kann den jüngsten Pessimismus der Börsen in Bezug auf Rüstungsaktien nicht nachvollziehen.
Ihre Bewertungen sind vielfach auf sehr moderate Niveaus zurückgefallen und an der geopolitisch prekären Lage hat sich überhaupt nichts geändert. Russland intensiviert seine Angriffe auf die Ukraine und die Zahl der Provokationen gegen Europa nimmt zu.
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Vor diesem Hintergrund handelt es sich meines Erachtens um eine gute Einstiegsgelegenheit in die Renk-Aktie. Das weitere Downside dürfte angesichts des starken Kursrückgangs in den letzten Monaten stark begrenzt sein. Das Upside ist dafür umso interessanter.
Renk in Kürze
- Die Renk Group (WKN: RENK73) mit Hauptsitz in Augsburg ist ein weltweiter Hersteller von Getrieben, Motoren, Hybridantriebssystemen, Federungssystemen für Fahrzeuge, Gleitlagern, Kupplungen und Prüfsystemen.
- Das Unternehmen baut Spezialgetriebe für Panzer, Fregatten, Eisbrecher und industrielle Anwendungen und ist führender Lieferant von Fahrwerken und Dämpfungssystemen für militärische Ketten- und Radfahrzeuge.
- Renk produziert an drei Standorten in Deutschland sowie in der Schweiz, Großbritannien und den USA.
- Renk notiert seit Ende März 2026 im Nebenwerteindex MDAX und ist ca. 4,1 Milliarden € wert.
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