Nachdem die Renk-Aktie Ende Juni auf ein neues 12-Monatstief gefallen war, konnte sie sich in den letzten fünf Handelstagen um +12% erholen. Könnte diese Nachricht den Aufschwung beschleunigen und ist die Aktie des Getriebeherstellers ein Kauf?

Eine strategische Akquisition

Renk hat heute eine interessante Akquisition bekanntgegeben. Der deutsche Getriebeproduzent übernimmt David Brown Defence. Das britische Unternehmen ist ebenfalls ein Spezialist für Land- und Marinegetriebe.

Für Renk ist die Übernahme vor allem eine sehr wichtige strategische Ergänzung im Bereich der Seestreitkräfte. Über David Brown Defence bekommen die Deutschen Zugang zur Ausstattung von Überwasserschiffen und U-Booten. David Brown Defence ist nicht nur ein wichtiger Lieferant für die Marineprogramme in Großbritannien, sondern auch in Australien und Kanada.

Finanzielle Details der Übernahme wurden nicht genannt. Medienberichten zufolge könnte das Gesamtvolumen des Erwerbs zwischen 200 und 250 Millionen US$ liegen. Nach Angaben von Renk wird der Erwerb von David Brown Defence erhebliche Synergien auf operativer und technologischer Ebene freisetzen.

Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die nationalen Behörden. Man kann aber davon ausgehen, dass diese bis zum vierten Quartal abgeschlossen werden.

Du interessierst Dich für die Rüstungsindustrie? Dann solltest Du unbedingt einen Blick in unseren kostenlosen Report Rüstungs-Rohstoffe werfen!

Weg vom 12-Monatstief

Ende Juni fiel die Renk-Aktie auf ein neues 12-Monatstief bei 41 €. Seitdem konnte sich der MDAX-Titel rund 15% von diesem Tief absetzen. Für einen nachhaltigen Aufschwung muss die Renk-Aktie allerdings noch das Zwischenhoch bei 48 € überwinden.

Das alles spricht für einen Kauf

Die Renk-Aktie ist und bleibt einer meiner Favoriten im europäischen Rüstungssektor und das hat gleich mehrere Gründe. Das Unternehmen ist bei fast allen Waffensystemen zu Land und zu Wasser ein etablierter Schlüssellieferant. Getriebe gehören bei Kampfpanzern, gepanzerten Fahrzeugen, Artillerie, Schiffen und U-Booten zu den absolut missionskritischen Komponenten. Das bedeutet, dass ein Lieferant wie Renk de facto nicht von durch die Kunden ersetzbar ist.

Die Auftragsbücher des Getriebeherstellers sind prall gefüllt. Ein Auftragsvolumen von fast 7 Milliarden € bedeutet, dass Renk gut vier Jahren brauchen wird, um alleine die aktuellen Aufträge abzuarbeiten.

Hinzu kommt ein jährliches Umsatzwachstum von etwa 15%. Und auch die Ergebnisentwicklung ist sehr erfreulich. In den vergangenen drei Jahren stieg die operative Gewinnmarge von 7,5 auf 12,5%.

Und dieses sehr starke Gesamtpaket bekommen Anleger für ein Forward-KGV (2027) von 25. Das ist nach meinem Dafürhalten eine sehr faire Bewertung.

Wir halten Dich über alle wichtigen Entwicklung in der Rüstungsbranche auf dem Laufenden. Abonniere gleich hier unseren kostenlosen SD Insider Newsletter!

Der jüngste Kursrückgang der Renk-Aktie erfolgte meiner Überzeugung nach völlig zu Unrecht. Renk ist ein exzellent positioniertes und dynamisch wachsendes Unternehmen mit einer klugen Expansionsstrategie.

Die aktuelle Bewertung halte ich für mehr als fair. Langfristig orientierte Anleger, die die gegenwärtigen Stimmungsschwankungen in Bezug auf die Rüstungsindustrie aushalten können, sollten hier zugreifen.

ℹ Renk in Kürze

  • Die Renk Group (WKN: RENK73) mit Hauptsitz in Augsburg ist ein weltweiter Hersteller von Getrieben, Motoren, Hybridantriebssystemen, Federungssystemen für Fahrzeuge, Gleitlagern, Kupplungen und Prüfsystemen.
  • Das Unternehmen baut Spezialgetriebe für Panzer, Fregatten, Eisbrecher und industrielle Anwendungen und ist führender Lieferant von Fahrwerken und Dämpfungssystemen für militärische Ketten- und Radfahrzeuge.
  • Renk produziert an drei Standorten in Deutschland sowie in der Schweiz, Großbritannien und den USA.
  • Renk notiert seit Ende März im Nebenwerteindex MDAX und ist ca. 4,7 Milliarden € wert.

The post Renk-Aktie: Das macht sie zu einem Rüstungsfavoriten first appeared on sharedeals.de.